Point&Figure Commerzbank: Reverse Split und nun?

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Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG

Meine Herren, was für eine Karriere……..

Das würde ich gerne im positiven Sinne über die Aktie der Commerzbank sagen, aber leider verhindern die bitteren Tatsachen jeden Euphemismus.

Die “Großen Drei” der deutschen Banken, lang ist es her

Gerne erinnere ich mich an die Zeiten als die “Großen Drei”, also die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die Commerzbank die deutsche Bankenlandschaft prägten.

Die Dresdner Bank ist nun seit ihrer Fusion mit der Commerzbank seit dem 10. Mai 2009 endgültig Geschichte. Ob es dieser Brocken war, der die Commerzbank so richtig ins Schleudern brachte……

Der Niedergang des Wertes begann allerdings schon deutlich früher. Die Finanzkrise brachte die Aktie bereits 2008 massiv ins Straucheln. Der Rest ist traurige Geschichte.

Reverse-Split: Optik-Aufhübschung

Bis vorgestern notierte der Anteilschein noch bei knapp über einem Euro. Heute liegen wir bei rund 10,40 Euro. Allerdings ist das nicht einem traumhaften Revival des “Fast-Pennystocks” geschuldet, sondern einem Reverse Split. 10 Aktien wurden zu einer gebündelt.

Damit entgeht man der Peinlichkeit, im deutschen Leitindex als Penny-Stock aufzutauchen und dann eventuell allein aus diesem Grund delistet zu werden.

Dem Anleger bringt diese Maßnahme keinerlei Vorteil. Wer vorher 100 Commerzbank-Aktien zu je 1,04 Euro sein eigen nannte, führt nun 10 zu 10,40 Euro im Depot.

(Gut wir Point&Figure-Analysten haben es etwas einfacher, da die charttechnische Bewertung von Aktien um und unter 1 Euro zu abstrus kleinen Kästchengrößen führt.)

Dieser Reverse-Split wird natürlich zurückgerechnet, das erklärt dann auch die Kurse von über 350 Euro aus dem Jahr 2000, die Sie im Chart sehen.

Point&Figure: Commerzbank noch wenig Grund für übertriebenen Optimismus

Dass ich bei einer Aktie, die erst gestern mit 10,11 Euro ein neues Jahrestief markiert habe, wenig Bullishes verbreiten kann, dürfte schon jetzt klar sein.

Leider frische neue Allzeittiefs

Dass dieser Wert damit auch gleich ein neues Allzeittief “fabriziert” hat, ist sicherlich genau das Gegenteil eines positiven Arguments.

Aktuell geht es darum, dass aktuelle Kursziel auf der Unterseite zu bestimmen und die Marken zu ermitteln, ab denen die gebeutelten Aktionäre wieder ein wenig Hoffnung schöpfen können.

Wenigstens etwas: Erstes Kursziel auf der Unterseite faktisch erreicht

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Point&Figure Commerzbank: Verkaufssignal und katastrophale Relative Stärke zum DAX

Etwas Positives habe ich dann doch. Zwar befindet sich die Aktie auch in der Bulls-Eye-Broker-Einstellung mit aktuell 0,2 Euro pro Kästchen in einer Abfolge von Point&Figure-Kaufsignalen.

Allerdings wies das letzte davon ein Kursziel von 10,00 Euro auf. (Berechnet mit dem 2er-Reversal, wie es bei Shortsignalen regelkonform ist.)

Hier konnte sich der Wert auch erst einmal stabilisieren und zuerst einmal wenigstens wieder über 10,60 Euro steigen.

Relative Stärke zum DAX: Eine Katastrophe

Ich verwende ja sehr ungerne Worte wie “Crash” oder “Katastrophe”. Allerdings lässt die Relative Stärke der Commerzbank zum DAX kaum eine andere Bezeichnung zu. Sie befindet sich seit Jahren im Abwärtstrend und konnte ihre Abwärtsbewegung in den vergangenen Wochen noch einmal beschleunigen. Die aktuelle – sehr lange – O-Säule spricht hier Bände.

Widerstände bei 11,20 und 11,80 Euro

Leider ist das Erholungspotenzial aktuell recht eng begrenzt. Denn bereits bei 11,20 wartet das Zwischentief vom 28. März auf die Bullen. Dann folgen 11,80 Euro, die sich aus der Baisse-Resistance des letzten Verkaufssignals ergeben.

Sollte es nicht gelingen, diese Marke zu überwinden, wird das vertikale berechnete Kursziel dieses Verkaufssignals bestätigt. Und das liegt bei 6,40 Euro.

Mein Fazit:

Zwar machte der Reverse-Split die charttechnische Analyse der Commerzbank-Aktie mit Hilfe der Point&Figure-Charttechnik leichter. Das ändert aber nichts daran, dass hier die Aussichten weiterhin trübe sind.

Erst ein deutliches Überschreiten der Baisse-Resistance bei 11,80 Euro durch einen Schlusskurs von 12,20 und höher würde das Bild deutlich aufhellen.

Das aktuelle Chartbild bietet weder für Bullen noch Bären einen sinnvollen Einstieg zu aktuellen Notierungen.

Marken für Bullen und Bären

Shorties können sicherlich einen Einstieg an der Baisse-Resistance bei rund 11,80 mit Ziel 6,40 wagen.

Bullen sollten erst wieder – zumindest ein wenig – aufatmen, wenn die 12,20 auf Schlusskursbasis fallen. Die oben erwähnten Bären haben an dieser Marke dann auch erst einmal ihren Stop.

Ihr Jörg Mahnert

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Bildquelle: Pressefoto Commerzbank


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