Im Fokus: Amazon und eBay bleiben weiterhin Top-Player im Internet

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Die Technologiewerte gehören ja schon seit einiger Zeit wieder zu den Favoriten der Börsianer. Spätestens seit den guten Zahlen von IBM rücken die IT-Werte wieder vermehrt in den Anlagehorizont vor. Über den Krisengewinnler Google habe ich ja schon im April berichtet und auch im vergangenen Quartal bestätigte sich diese Ansicht. Aber die Internet-Welt besteht eben noch aus anderen Unternehmen und daher möchte ich den Internet-Händler Amazon und das Auktionshaus eBay herausgreifen.

Amazon setzt Maßstäbe

Amazon ist ja schon seit langem DER Händler im Internet. Die Marktführerposition konnte bislang nicht nur erfolgreich verteidigt, sondern sogar auch ausgebaut werden. Mit der Expansion weg von Büchern, CDs und DVDs stellt sich das Unternehmen auf ein noch breiteres Fundament. Zusammen mit großem Kundenvertrauen und sensationellen Bekanntheitsgraden steht das Unternehmen inzwischen für Kompetenz im Internet-Einzelhandel wie es früher wohl nur der Kolonialwarenhändler um die Ecke hatte. Und was man nicht organisch erreichen kann – wie jüngst der sehr erfolgreich Launch des mp3-Handels – wird durch Übernahmen versucht.

Das Wachstum wird durch Übernahmen unterstützt

Gestern machte man sich im größten Deal der Unternehmensgeschichte an den US-Schuhändler Zappos heran. Der Umfang der Transaktion wird mit rund 10 Millionen Amazon-Aktien bzw. 850 Mio. Dollar angegeben. Zappos ist übrigens kein Neuling, sondern schon fast 10 Jahre am Markt. Bisherige Eigentümer sind mehrheitlich Venture Capital-Gesellschaften, darunter auch die legendäre Sequoia Capital. Wie auch Amazon ist Zappos eine Instanz in Sachen Kundenorientierung, von daher passen die beiden Unternehmen sehr gut zusammen. Die Transaktion soll im Herbst abgeschlossen werden – rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft.

…und das Geschäft läuft – mehr oder weniger gut

Apropos Geschäft: Das vergangene Quartal lief bei Amazon überraschenderweise nicht ganz so gut. Der Umsatz stieg zwar von 4,06 Mrd. Dollar auf 4,65 Mrd. Dollar. Das Nettoergebnis sank dagegen von 158 Mio. Dollar bzw. 37 Cents je Aktie auf 142 Mio. Dollar bzw. 32 Cents je Aktie. Analysten hatten ein EPS von 32 Cents bei Umsatzerlösen von 4,69 Mrd. Dollar prognostiziert. Die Zahlen fielen also lediglich im Rahmen der Erwartungen bzw. leicht darunter aus. Das belastet auch die zuletzt von Kursgewinnen verwöhnte Amazon-Aktie. Für das dritte Quartal erwartet Amazon einen Umsatz von 4,75 bis 5,25 Mrd. Dollar. Das operative Ergebnis wird bei 120 bis 210 Mio. Dollar gesehen, wobei darin 95 Mio. Dollar Sondereffekte enthalten sind. Die Markterwartungen sehen derzeit einen Umsatz von 4,92 Mrd. Dollar und ein EPS von 32 Cents vor. Es bleibt spannend wie sich der Ebook-Schlager Kindle weiter entwickelt. Zudem sollte der Medienverkauf wieder etwas besser laufen, hier konte der Umsatz zuletzt nur um 1 Prozent steigen. Im Elektronikbereich ging es erfreulicherweise um 35 Prozent nach oben. Es zeigt sich, dass Amazon abseits des bisherigen Hauptgeschäfts deutlich besser wächst. Insofern dürfte auch der Bereich Schuhe interessant sein!

Bei eBay läuft es nicht so rund

Wie bei Amazon läuft es auch bei eBay nicht ganz so rund. Das Unternehmen, einstmals nur für seine Auktionsplattform bekannt, mausert sich immer mehr zum Allrountalent. Genau rechtzeitig um die sinkenden Erlöse aus dem Auktionsgeschäft zu kompensieren. Zudem nimmt hier auch Amazon mit seinem marketplace eBay den ein oder anderen Kunden weg. Mit dem Web-Telefonieanbeiter Skype und vorallem dem Bezahl-Dienstleister Paypal ist man in zwei wichtigen Säulen des Internet an führender Stelle aktiv.

Leider waren die jüngsten Quartalszahlen nicht ganz so rosig, wie das Unternehmenskonzept es glauben machen lässt. So ist der Umsatz im zweiten Quartal um 4 Prozent auf 2,1 Mrd. Dollar zurückgegangen. Erwartet worden war ein Umsatz von durchschnittlich 1,99 Mrd. Dollar. Beim Nettogewinn wurde ein Rückgang auf 327,3 Mio. Dollar bzw. 0,25 Dollar je Aktie verzeichnet. Um Einmaleffekte bereinigt hat eBay einen Gewinn von 37 Cents je Aktie erzielt und damit die Erwartungen, die bei 37 Cents je Aktie gelegen hatten, übertroffen. Dafür geht es bei der eBay-Aktie in letzter Zeit auch wieder glänzend nach oben. Jetzt müssen die Geschäfte nur noch ebenfalls zu steigenden Erträgen führen, dann läuft alles perfekt.


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