Sondersituation beim japanischen Yen nutzen

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren erwarteten Paradigmenwechsel vollzogen. Doch die vom neuen BoJ-Chef Haruhiko Kuroda angekündigten Schritte übertreffen die kühnsten Erwartungen: Die Wirtschaft soll künftig nicht mehr über den Leitzins, sondern über die Geldmenge gesteuert werden. Um die Konjunktur anzukurbeln, soll die Geldbasis innerhalb der kommenden zwei Jahre verdoppelt werden. Zudem will die BoJ den Aufkauf von Staatsanleihen massiv ausweiten.

Natürlich weiß auch Kuroda, dass es Japans Wirtschaft nicht an Liquidität mangelt. Vielmehr dienen die Schritte dazu, den Yen weiter zu schwächen. Zumindest kurzfristig ist das Kalkül aufgegangen. Gegenüber Devisen wie dem Euro (EUR) und dem US-Dollar (USD) ist der japanische Yen (JPY) in den Sturzflug übergegangen. Die Abwertung seit Sommer vergangenen Jahres bewegt sich um 30 Prozent. Auch die Aktienkurse der wichtigsten Unternehmen des Landes sind in den Hausse-Modus gewechselt: Der Leitindex Nikkei 225 steht aktuell auf dem höchsten Stand seit Mitte 2008. Anleger setzen darauf, dass die Yen-Abwertung den exportorientierten Unternehmen des Landes zu einem Gewinnschub verhilft.

Wenn sich Notenbanken derart massiv in das Geschehen am Devisenmarkt einmischen, ergeben sich interessante Sondersituationen, die sich mit exotischen Warrants hervorragend ausnutzen lassen. Im Fall des japanischen Yen sind Inline Optionsscheine besonders aussichtsreich, da die Währung in der nahen Zukunft sicherlich nicht massiv aufwerten dürfte. Auf der anderen Seite ist ein solch starker Kursverfall wie in den vergangenen Wochen ebenfalls eher unwahrscheinlich. Die Abwertung dürfte sich zwar fortsetzen, jedoch in gemäßigterem Tempo.

Unter den bis Juni laufenden Papieren fällt ein EUR/JPY Inline Optionsschein (ISIN DE000DX5BUV8) von der Deutschen Bank ins Auge. Die K.o.-Levels dieses Papiers liegen bei 110 und 138 EUR/JPY. Vorausgesetzt, das Währungspaar bleibt bis zum Ende der Laufzeit am 7. Juni stets innerhalb dieser Bandbreite, wirft das Papier eine Rendite von 22,9 Prozent ab – angesichts der Restlaufzeit von lediglich rund sechs Wochen ein üppiger Wert. Während die Risiken auf der Unterseite aufgrund des Abstands zur Barriere von 14,7 Prozent gering sind, ist auch die obere Schwelle mit sieben Prozent relativ weit entfernt.

Bei dem Inline Optionsschein kommt es darauf an, dass der EUR/JPY-Wechselkurs bis zum Ende der Laufzeit am 7. Juni stets innerhalb der K.o.-Barrieren 110 und 138 EUR/JPY notiert. Dann wird das Papier zum Maximalbetrag von 10,00 Euro getilgt. Auf Basis des aktuellen Briefkurses entspricht das einer Rendite von 22,9 Prozent. Angesichts der Restlaufzeit von nur rund sechs Wochen verfügt das Papier über ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis. Sollte der Basiswert einen der K.o.-Levels verletzen, verfällt der Schein wertlos. Aufgrund des Totalverlustrisikos eignet sich der Inliner daher vor allem als Depotbeimischung. Zusätzlich dient ein Stoppkurs der Verlustbegrenzung.

Bei länger angelegten Spekulationen sollte auf ein wenig mehr Abstand zur oberen Barriere geachtet werden. Interessant ist vor diesem Hintergrund ein Inliner mit den K.o.-Levels 112/142 EUR/JPY (ISIN DE000DX529X9). Hier beträgt der Abstand zum unteren K.o.-Level 13,1 Prozent. Der Abstand nach oben fällt mit 10,1 Prozent ein wenig großzügiger aus als bei dem Juni-Schein. Dafür müssen Anleger vier Wochen länger durchhalten. Die Maximalrendite von 16,3 Prozent ist allerdings um einiges niedriger, so dass wir das andere Papier bevorzugen.

Nicht ganz so groß ist die Auswahl an USD/JPY-Inlinern. Da sowohl in den USA als auch in Japan eine ultralockere Zinspolitik herrscht, ist die Wahrscheinlichkeit für seitwärts tendierende Kurse hier noch größer. Bei einem Papier (ISIN DE000DX6M0B8) mit den K.o.-Levels 90/106 USD/JPY sind nach oben 7,3 Prozent und nach unten 8,9 Prozent Luft. Bleibt das Devisenpaar in der Range, wirft der Schein eine Maximalrendite von 35,9 Prozent ab.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

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