T-Aktie: Flat weg, Kunden weg, Kaufsignale und Kurs weg…

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Bildquelle: Pressebild Deutsche Telekom

Ein Aufschrei ging gestern Abend durchs Land. In Facebook, twitter ging es ab. Nein, dieses Mal nicht wegen der Commerzbank-Aktie (WKN 803200) und auch nicht wegen Uli Hoeneß. Die Deutsche Telekom (WKN 555750) war im Fokus. Die Bonner wollen also dem ausufernden Datenwachstum und den damit verbundenen Kosten für den Netzausbau Herr werden, indem sie eine Daten-Obergrenze auch im Festnetz einführen. Während die Telekom mit dieser Maßnahme bei ihren Kunden sicherlich nicht beliebter werden dürfte, könnte der ehemalige Staatsmonopolist immerhin von einigen Kosteneinsparungen profitieren.

Ähnlich wie bei Mobilfunk-Verträgen soll auch im Festnetz die Internet-Geschwindigkeit ab einer bestimmten Datenmenge drastisch nach unten gefahren werden. Bereits ab 2. Mai sollen die Tarifbedingungen entsprechend geändert werden. Diese sollen jedoch nur für neue Verträge gelten. Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis die Kunden tatsächlich etwas von der Veränderung spüren. „Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen“, sagte Marketing-Manager Michael Hagspihl. Wenn die entsprechenden Datenmengen ausgeschöpft sind, stehen die Kunden vor der Wahl, im Schneckentempo weiter zu surfen oder zusätzliche Datenpakete dazu zu buchen.

Neben der Entlastung der Netze erhoffen sich die Bonner mit dieser Maßnahme auch einen Schub für andere hauseigene Dienste. Denn die Nutzung eigener Angebote wie Entertain oder Sprachtelefonie über den Telekom-Anschluss wird nicht auf das im Tarif enthaltene Volumen angerechnet. Daher werden sich Kunden der Telekom überlegen müssen, ob sie ihr Datenvolumen mit anderen Angeboten wie Apples iTunes oder Amazons Streaming-Dienst Lovefilm aufbrauchen möchten, während sie für diese Dienste gleichzeitig bezahlen müssen.

Ob die Begrenzung des Datenvolumens zum Erfolg wird, oder noch mehr Telekom-Kunden dadurch vertrieben werden, bleibt abzuwarten. Wesentlich aktueller ist dabei die anstehende Entscheidung der Gesellschafter von MetroPCS über die erhöhte Übernahmeofferte der Telekom. Diese steht am Mittwoch an. Die Telekom will ihre schwächelnde US-Tochter T-Mobile USA mit MetroPCS zusammenschließen. Damit würden die Nummer vier und fünf auf dem US-Mobilfunkmarkt fusionieren. Sollte die Fusion über die Bühne gehen, heißt dies jedoch noch nicht, dass damit für die Telekom alles in den USA besser wird.

Jetzt die Frage: Wie wollen die Jungs noch mehr Kunden bekommen bzw. mal Ihre Umsätze nach oben schrauben? Die Antwort kann sich jeder selbst geben, der heute noch Kunde bei der Telekom ist. Als Aktionär des Konzerns könnte man noch mehr den Kopf schütteln – und bitte nicht wieder dieses olle Dividenden-Argument. Schön, dass die Jungs über 6% und mehr zahlen. Mehr als eine Depotbremse ist die T-Aktie aber nicht. Das ist Fakt. Zumindest für den typischen „ich-kaufe eine Aktie und lasse sie dann liegen“-Aktionär. Für kurzfristige Trades könnte man schon eher über die T-Aktie anchdenken, zumindest wenn man sich die jüngsten Signale anschaut:

10.04.13              Deutsche Telekom über 100-Tage-Linie

10.04.13              Deutsche Telekom über 50-Tage-Linie

09.04.13              Deutsche Telekom über 20-Tage-Linie

08.04.13              Deutsche Telekom unter 20-Tage-Linie

05.04.13              Deutsche Telekom unter 50-Tage-Linie

Aber reicht das aus, für einen Trade? Ich bin skeptisch, ähnlich wie Jörg in seiner Analyse, der Chart sieht alles andere als einladend  aus.

Bildschirmfoto 2013-04-23 um 14.25.30

 

 

 


3 KOMMENTARE

  1. Erneut ein „cleverer“ Schachzug der Telekom-Marktstrategen.

    Manchmal habe ich den Verdacht, die werden von der Konkurrenz bezahlt.
    #drosselcom ist schon ein ein „geflügelter“ Twitterbegriff.

  2. Ein Schritt zurück!
    Hat es jemals funktioniert Kunden etwas wegzunehmen, das sie für selbstverständlich gehalten haben?
    Der Verdacht, dass da die Konkurrenz in der Chefetage sitzt liegt in der Tat nahe 🙂

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