Apple: Das sollten Anleger heute vor den Zahlen unbedingt wissen

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Bildquelle: Pressefoto Apple

Es ist mal wieder so weit. Am heutigen Dienstag nach US-Börsenschluss wird Apple (WKN 865985) sein Zahlenwerk für das zweite Geschäftsquartal (Januar-März) veröffentlichen. Während wir uns in der Vergangenheit darauf einstellen konnten, dass der Apfelkonzern mit seinen Quartalsergebnissen die Finanzmärkte verblüfft und die eigenen, aber auch die Analystenerwartungen deutlich übertrifft, haben sich die Zeiten geändert. Denn der Technologieriese scheint derzeit einiges von seinem Glanz früherer Tage verloren zu haben. Heute Abend könnte eine Kult-Aktie durchaus weiter gen Süden wandern und diesen Status auch verlieren.

Wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass die Stimmung bei Apple so schnell umgeschlagen ist? Immerhin erzielt das Unternehmen auch weiterhin Milliardengewinne, so dass die Bargeldreserven ständig anwachsen und mit rund 137 Mrd. US-Dollar mittlerweile ein so hohes Niveau erreicht haben, bei dem niemand so recht zu wissen scheint was man damit überhaupt anfangen soll. Allerdings schauen die Anleger derzeit weniger auf aktuelle oder vergangene Erfolge Apples, sondern auf eine Zukunft in der das Unternehmen aufgrund des jüngsten Mangels an Innovationen möglicherweise nicht mehr so viele iPhones und iPads wie in der Vergangenheit verkaufen könnte. Dabei sorgten die eigetrübten Wachstumsaussichten dafür, dass der Apple-Aktienkurs von seinem Allzeithoch von 705 US-Dollar in nur wenigen Monaten um rund 44 Prozent gefallen ist.

Da half es dann auch wenig, dass Apple auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (Oktober-Dezember) neue Verkaufsrekorde aufstellen konnte. Im Weihnachtsquartal wurden insgesamt 47,8 Millionen iPhones verkauft und damit so viele noch niemals zuvor. Auch beim iPad stand ein Verkaufsrekord von 22,9 Millionen Modellen zu Buche. Im Zuge dessen wurden die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18 Prozent auf den Rekordwert von 54,5 Mrd. US-Dollar gesteigert. Der Nettogewinn lag bei 13,1 Mrd. US-Dollar bzw. 13,81 US-Dollar je Aktie.

Es waren jedoch weniger die Geschäftsergebnisse für das erste Quartal, sondern die enttäuschenden Aussichten auf das zweite Quartal und darüber hinaus, die das Sentiment rund um Apple zuletzt belasteten. Das Unternehmen geht für den Zeitraum von Januar bis März von Umsätzen zwischen 41 und 43 Mrd. US-Dollar aus, während die Konsensschätzung zu Jahresbeginn noch bei 45,7 Mrd. US-Dollar betragen hatte. Allerdings haben die sich eintrübenden Wachstumsaussichten zu einer Senkung der Prognosen geführt, so dass die Analystenzunft mittlerweile von einem Umsatz von 42,49 Mrd. US-Dollar ausgeht. Dies wären 8,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, allerdings würde dies den schwächsten Zuwachs seit 2009 bedeuten. Das EPS soll bi 10,07 US-Dollar liegen, gegenüber 12,30 US-Dollar im Vorjahr. Auch die EPS-Prognose wurde zuletzt sehr stark nach unten gefahren. Immerhin lag die durchschnittliche Schätzung vor drei Monaten bei 11,69 US-Dollar.

Neben den schwachen Wachstumsaussichten kam der Apple-Aktienkurs zuletzt auch aufgrund sinkender Margen unter Druck. Lange Zeit galten Smartphones eher als Luxusgüter. Doch zuletzt hat die Verbreitung von Billig-Smartphones, die mit dem Betriebssystem von Google Android betrieben werden, deutlich zugenommen. Die günstigen Einsteigermodelle sind ganz besonders in den wachstumsstarken Schellenländern gefragt, was bei Apple dazu geführt hat, dass man nun darüber nachdenkt, günstigere iPhone-Modelle auf den Markt zu bringen. Da Apple seine Umsätze hauptsächlich mit iPhones erzielt, dürfte eine mögliche Entwicklung günstiger Smartphones jedoch die Margen noch weiter nach unten treiben.

Die letzten Chartsignale der Aktie auf einem Blick:

18.04.13 Apple mit neuem 12-Monats-Tief
17.04.13 Apple mit neuem 12-Monats-Tief
15.04.13 Apple mit neuem 12-Monats-Tief
01.04.13 Apple unter 20-Tage-Linie
28.03.13 Apple unter 38-Tage-Linie
27.03.13 Apple unter 50-Tage-Linie

Angesichts dieser wachsenden Herausforderungen dürfte es möglicherweise nicht ausreichen, wenn Apple eine höhere Dividende oder weitere Aktienrückkäufe ankündigt, wie es von vielen Aktionären gefordert wird. Allerdings kann man auch nicht davon ausgehen, dass Apple revolutionäre Produkte aus dem Hut zaubert, wie es dem Unternehmen mit dem iPhone oder iPod gelungen ist.   Auf der anderen Seite – was „könnte“ einem dieser Chart sagen?

Bildschirmfoto 2013-04-22 um 15.04.09

Ganz nüchtern gesagt: Seitens der Charttechnik ist Apple seit Langem ein Short-Kandidat – allen iPhones und iPads bei uns in der Redaktion zum Trotz. Auch das Momentum und die BollingerBänder sehen nicht gut aus. Nun könnte man ja wieder das Thema „Einstiegschance“ bringen. Jepp – das tun sehr oft die Anleger, die sich von einer Anlegerstory nicht trennen können. Bei Apple sind die Erwartungen einfach zu hoch, den Hype kann das Papier nicht standhalten. Darum dürfte es weiter gen Süden gehen – mit einem Papier eines Unternehmens, dass eine dreistellige Milliarden-Summe an Cash hat. Börse ist manchmal schon mehr als komisch und krank zugleich…

Bildquelle: Pressefoto Apple


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