Commerzbank: Das sollten Anleger heute unbedingt wissen

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Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG

Heute ist es endlich so weit. In der Frankfurter Messehalle findet die vorgezogene Hauptversammlung der Commerzbank (WKN 803200) statt. Allerdings hätten sich alle Beteiligten sicherlich einen schöneren Grund für die anstehende Zusammenkunft gewünscht. Die Aktionäre müssen über die geplante Aktienzusammenlegung und eine anschließende Kapitalerhöhung abstimmen, da das Management des Finanzinstituts so schnell wie möglich die Staatshilfen vollständig zurückzahlen und die Sperrminorität des Bundes aufheben möchte. Die Aktie dürfte heute im Fokus stehen.

Im Zuge der abermaligen Kapitalerhöhung will die Commerzbank insgesamt 2,5 Mrd. Euro erlösen. Schon die zahlreichen Kapitalerhöhungen aus der Vergangenheit haben die Anteile der zweitgrößten deutschen Bank deutlich verwässert und den Kurs nach unten gedrückt. Zusätzlich zu den jüngsten Misserfolgen auf der operativen Seite haben sie dazu geführt, dass die Commerzbank-Aktie kurz vor der Hauptversammlung wieder in der Nähe des Allzeittiefs und der 1-Euro-Marke tendiert. Zunächst sollen aber Aktien im Verhältnis 10:1 zusammengelegt werden, da die neuen Aktien unter einem Euro nicht ausgegeben werden dürfen.

Die Commerzbank hofft mit der Kapitalerhöhung den langersehnten Befreiungsschlag bewerkstelligen zu können. Im Zuge der Kapitalerhöhung soll sich die Eigenkapitalquote auf 8,6 Prozent verbessern, 2015 sollen dann die Basel III-Kriterien von der Bank eigehalten werden können. Außerdem spart sich die Commerzbank damit die Zinsen für die stille Einlage. Allerdings hat das Institut noch sehr viele Altlasten mitzuschleppen, die eine Investition in die Aktie der Commerzbank immer noch sehr riskant erscheinen lassen. Da wäre zum Beispiel das Portfolio im Volumen von 151 Mrd. Euro an faulen Krediten, die in der hauseigenen „Bad Bank“ zusammengefasst sind. Daneben hat die Commerzbank weiterhin einen großen Bestand an Anleihen aus Euro-Krisenländern wie Italien oder Spanien.

Die unerwartete Ankündigung, eine Kapitalerhöhung durchzuführen hatte zuletzt dazu geführt, dass die Analysten reihenweise ihre Kursziele für die Commerzbank gesenkt haben. Zuvor hatte das Management immer wieder beteuert, dass keine weitere Kapitalerhöhung von Nöten sei. Gleichzeitig dürfte das Institut dringendere Probleme haben, als die Rückzahlung der Staatshilfen und der Einlage der Allianz. Diese Verunsicherung hat den Aktienkurs noch weiter unter Druck gebracht und die Analysten in ihren negativen Einschätzungen noch mehr bestärkt.

Um mit die Probleme lösen zu können, hat sich die Bank ein rigoroses Spar- und Umstrukturierungsprogramm auferlegt. Die Bank plant bis zu 6.000 Stellen abzubauen. Auf Druck der Gewerkschaften und des Betriebsrats sollen in den Filialen bis 2015 zunächst nur 1.800 Stellen abgebaut werden. Danach solle diskutiert werden, ob weitere Entlassungen notwendig sind. Ursprünglich sollten in den 1.200 Filialen 3.400 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig soll sehr stark in den Ausbau des Privatkundengeschäfts investiert werden. Erste Erfolge dieser Strategie konnten bereits beobachtet werden. „Netto haben wir im vergangenen Jahr mehr als 230.000 Kunden gewonnen. Und auch 2013 legen wir weiter zu“, sagte Privatkundenvorstand Martin Zielke jüngst in einem Interview mit dem Handelsblatt. Allerdings dürften die Investitionen die Gewinne in diesem Bereich weiterhin belasten. Laut Zielke sollen die Maßnahmen im Privatkundengeschäft erst ab 2014 auf der Ergebnisseite zunehmend wirken. Fazit:

Die Commerzbank-Aktie wird wohl auch heute, wie in den kommenden Tagen und Wochen weiterhin im Bannkreis der Zocker bleiben. Die „Berichterstattung“ wird weiterhin auf „hohem Niveau“ bleiben, sprich wir werden jeden Tag wieder „Wasserstandsmeldungen“ des Aktienkurses erleben. An dieser Stelle einfach mal die letzten Signale aufgelistet – mehr muss eigentlich zu dieser (Noch-)Dax-Aktie nicht geschrieben werden:

16.04.13              Commerzbank über 20-Tage-Linie

12.04.13              Commerzbank unter 20-Tage-Linie

10.04.13              Commerzbank über 20-Tage-Linie

08.04.13              Commerzbank mit neuem All-Time-Low

27.03.13              Commerzbank mit neuem 6-Monats-Tief

12.03.13              Commerzbank unter 200-Tage-Linie


3 KOMMENTARE

  1. Es freut mich aber für das Management das die wenigstens Ihre Gehälter um mehrere 100T euro’s erhöht haben.

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