Kann E.ON RWE bei der Kursperformance überholen?

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Bildquelle: Pressebild E.ON

Die beiden deutsche Energieriesen E.ON (WKN ENAG99) und RWE (WKN 703712) mussten zum Ende des vergangenen Jahres mitansehen, wie ihre jeweiligen Bewertungen an der Böse immer weiter schrumpften. Während RWE zuletzt davon profitieren konnte, dass das Unternehmen seinen Strom mit Hilfe der im Vergleich zu Gas günstigeren Kohle produziert, scheint das Pendel aus Analystensicht nun etwas mehr in Richtung des Branchenprimus E.ON auszuschlagen.

Vor allem Deutschlands größter Energieversorger E.ON konnte zuletzt von erfreulichen Analystenbewertungen profitieren. Nachdem bereits Morgan Stanley E.ON von „Underweight“ auf „Equal-weight“ hochgestuft und das Kursziel von 11 auf 15 Euro angehoben hatte, folgte nun Barclays mit einer Anhebung des Ratings von „Equal Weight“ auf „Overweight“. Das Kursziel lautet nun 16,10 Euro, statt 14,90 Euro. In der Analyse heißt es, dass der Markt den „schlechten“ Vermögenswerten des Energiekonzerns zu viel Bedeutung beimesse. Dagegen würden die „guten“ Segmente wie der Vertrieb unterschätzt. Die E.ON-Aktie sei billig, selbst wenn sich die Strommärkte nie mehr erholen sollten. Immerhin wird dem Papier derzeit ein Aufwärtspotenzial von mehr als 40 Prozent eingeräumt.

Dagegen ist man bei den Engländern für den zweitgrößten deutschen Energieversorger RWE pessimistischer. Barclays hat das Kursziel für RWE von 27,40 auf 23,30 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Underweight“ belassen. In der Analyse heißt es, dass der Markt, ähnlich wie bei E.ON, die „schlechten“ Vermögenswerte überbewerte. Allerdings wird gleichzeitig das signifikante Gewinnrisiko des Energiekonzerns unterschätzt. Seine Ergebnisprognosen für die kommenden Jahre lägen um bis zu 20 Prozent unter den Konsensschätzungen. Sollte die Mineralöltochter RWE Dea verkauft werden, sänken die Gewinnerwartungen um weitere 8 Prozent und im Falle der Einführung einer Kohlesteuer um zusätzliche 15 Prozent, heißt es weiter. Insgesamt wird für die RWE-Aktie deshalb aktuell ein Abwärtspotenzial von rund 18 Prozent gesehen.

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Sowohl die E.ON-Aktie als auch das RWE-Papier haben derzeit aufgrund der jüngsten Kursstürze eine niedrige Bewertung aufzuweisen. Allerdings sollte ein Investment in die Versorgeraktien langfristig ausgelegt sein, denn beide Unternehmen sind immer noch dabei mit den Folgen des deutschen Atomausstiegs fertig zu werden. Während die Umstrukturierungen langfristig Früchte tragen können, sind Maßnahmen wie die der geplante Abbau von Arbeitsplätzen oder Investitionen in Erneuerbare Energien kurzfristig mit hohen Kosten verbunden. Wer sich für eine von beiden Aktien entscheiden will, wir tendieren derzet eher zu E.ON.

Bildquelle: Pressebild E.ON


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