Im Fokus: Taugen die GE-Zahlen als Konjunkturindikator?

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Jetzt sind sie also da, die mit Spannung erwarteten Zahlen von General Electric. Die Börse reagiert wenig begeistert. Aktuell fällt der Kurs deutlich. Aber schauen wir uns die Zahlen doch einmal im Detail an. Der Umsatz sank im zweiten Quartal um 17 Prozent auf nun noch 39,08 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf 2,67 Mrd. Dollar bzw. 24 Cents je Aktie, nach 5,07 Mrd. Dollar bzw. 51 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft wird mit aktuell 26 Cents je Aktie angegeben. Dennoch bleibt ein deutlicher Umsatzrückgang und drastischer Gewinneinbruch. Die Entwicklung beim Gewinn (Analysten-Konsensus: 23 Cents) fiel erfreulich aus, der Umsatzrückgang (Analysten-Konsensus: 42,16 Mrd. Dollar) enttäuschte dagegen.

Konzernchef Jeff Immelt zeigte sich insgesamt mit dem Ergebnis zufrieden:

“In a global economic environment that continues to remain challenging, GE delivered solid second-quarter business results,” GE Chairman and CEO Jeff Immelt said. “We are executing through the recession by aggressively controlling costs and driving working capital improvements while continuing to invest for future growth. At the same time, we are actively maintaining our backlog, focusing on higher-margin services and continuing to run our financial services business for safety and soundness. We continue to position GE to win in a reset economy.”

Positiv ragt unter den Konzernbereichen die Energieinfrastruktur hervor. Hier stieg der Gewinn entgegen des Unternehmenstrends um 13 Prozent an, bei nahezu konstanten Umsätzen. Besonders hart traf es die Bereiche Capital Finance und Consumer & Industrial mit einem Umsatzrückgang um 29 bzw. 20 Prozent und einem Gewinnrückgang um 80 bzw. 20 Prozent. Der Bereich Technologieinfrastruktur, der auch die wichtigen Bereiche Healthcare und Transportation beinhaltet, musste „nur“ einen 11-prozentigen Rückgang bei Umsatz und Gewinn hinnehmen.

Alles in allem sind die Umsatzrückgänge angesichts der Wirtschaftskrise als nicht besonders dramatisch zu bezeichnen. Die Finanzsparte hat zwar zu kämpfen, aber auch dieser Bereich macht Gewinne. Insofern würde ich die Lage mal mit vorsichtig optimistisch bezeichnen. Als Konjunkturindikator taugen die Zahlen insofern also schon. Die Lage ist eben nicht so rosig wie man angesichts der haussierenden Börsen denken könnte. In der Folge reagieren die Börsianer derzeit enttäuscht mit Kursverlusten. Die Banken können derzeit halt für mehr Freude sorgen (wenngleich auch die nur Fassade ist, wie ich anhand der Goldman Sachs-Zahlen geschildert habe).


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