Im Fokus: Der DAX und seine unendliche Charttechnik….

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Es ist der helle Wahnsinn. Wir haben es wieder einmal geschafft. Der DAX ist aktuell bei 5.001 Zählern! Yeah! Alles wird gut! Oder verwenden wir lieber einen anderen Spruch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn am heutigen Nachmittag kommen noch Daten von GE und Citigroup…

Wir sind also mitten drin, in der heißen Phase der Berichtssaison. So mancher Anleger hat keinen kühlen Kopf mehr. Auch verständlich bei dem Wetter. Aber es reicht an den Börsen derzeit immer wieder die eine oder andere Quartalszahl, damit der Markt in (zu große) Euphorie verfällt. Beispiel JP Morgan. Die Bank weist für das vergangene Quartal ein Ergebnis je Aktie von 0,28 Dollar aus. Analysten hatten nur mit minimalen 0,04 Dollar gerechnet. Die Nachricht reicht aus, um den deutschen DAX mit der 5.000er Marke kämpfen zu lassen. Alles in Butter nun wieder? Nun mal ehrlich. Bei einer Null-Prozent-Leitzinspolitik der Fed kann man als Bank nur Geld verdienen. Es geht nicht anders. Das hat aber nichts mit „operativer Stärke“ zu tun…

Dass wir weiter hart wirtschaftlich zu kämpfen haben, zeigen anderen Daten: Laut der Fed ist die Kapazitätsauslastung im US-Fahrzeugbau im Juni auf einen saisonbereinigten Wert von 37,3 Prozent gefallen. Und dies allen Rabattschlachten zum Trotz…

Man sollte also in diesen Tagen als Anleger sich eher mal die Frage stellen, ob es fundamental wirklich gerechtfertigt ist, dass ein DAX beispielsweise in innerhalb von drei Handelstagen um 9% zulegen kann, und mit welchen weltbewegenden Wirtschaftsdaten diese auch untermauert wird. Ich habe von einer solchen rapiden Datenverbesserung (noch) nichts mitbekommen. Aber vielleicht liegt es ja am Wetter…

Zurück zu den Fakten: Ein purer Blick auf den DAX und die nackte Charttechnik. Die Chancen auf eine nachhaltige Trendwende haben sich wieder deutlich verbessert. Nachdem der DAX die vergangene Woche noch unter seiner 200-Tage-Linie beendet hatte, drehte er zu Beginn
dieser Woche dynamisch nach oben. Der Rückkehr über die bei 4.616 Zählern verlaufende 200-Tage-Linie und die Widerstandszone bei 4.650 Punkten folgte ein weiterer kräftiger Anstieg, mit dem auch das letzte Zwischenhoch bei 4.930 Zählern genommen wurde.

dax

Gestern kletterte der Index sogar wieder bis auf nahezu 5.000 Punkte.
Die runde Marke dürfte nun ein weiteres Vorankommen zwar erst einmal erschweren. Nach einer Verschnaufpause könnte sich die positive Tendenz aber fortsetzen.
Gelingt der Sprung über die 5.000er-Marke, sind weitere Kurssteigerungen zu erwarten. Für diesen Fall könnte der DAX in den nächsten Wochen sein Jahreshoch bei 5.178 Punkten und einen Abschluss der Bodenbildung anvisieren.


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