ATX: Bei den Analysten überwiegt der Optimismus

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Bildquelle: Pressefoto Börse Wien

Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) haben die weiteren Konjunkturaussichten unter die Lupe genommen. Die Experten hoffen auf einen Aufschwung im zweiten Halbjahr: „Die konjunkturelle Entwicklung in Europa, aber auch in den USA, ist noch zäh. Zwar liefern die Vorlaufindikatoren wie ISM- und ifo-Index laufend Hinweise über eine Stimmungsaufhellung bei den Unternehmen. Doch „hard facts“, wie zum Beispiel Auftragseingänge, lassen vorerst auf sich warten“, erklärt Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research. Grundsätzlich ist der Experte aber zuversichtlich gestimmt: Schon vor der Jahresmitte sollten die Nettoexporte erste Wachstumszeichen setzen und folglich auch die Investitionen anregen. Insgesamt ist der Trend für die kommenden zwölf bis 18 Monate nach oben gerichtet.

Die Erwartung einer Konjunkturerholung und die weltweite Liquidität begünstigen das Anlageklima. „Solange die Vorlaufindikatoren nicht wie 2012 nach unten gehen, ist eine Fortsetzung der freundlichen Kursentwicklung vorgezeichnet“, so die Analysten. Zu einer unterschiedlichen Einschätzung gelangen die Experten bezüglich Europa und USA: „Die schon jetzt sehr hohen US-Margen sprechen auf längere Sicht dafür, dass in den USA mit unterdurchschnittlichem Gewinnwachstum zu rechnen ist. In Europa ist hingegen angesichts des niedrigeren Ausgangsniveaus und des Konjunkturerholungspotenzials die Perspektive besser.“

Viel Potenzial sehen die Experten auf den CEE-Aktienmärkten, für die Kursanstiege der Indizes zwischen vier und neun Prozent bis Ende des zweiten Quartals erwartet werden. Spitzenreiter in der Performance dürften nach Istanbul auch Bukarest und Wien sein. Der türkische Aktienmarkt ist mittels eines Trackers auf den ISE National 30 Index (ISIN AT0000A0ZEG6) von der Erste Group Bank investierbar. Den rumänischen Markt können Anleger mit einem Papier auf den ROTX (ISIN DE000SG05RX9) von der Société Générale veranlagen. Auf ganz Südosteuropa bezieht sich das Index-Zertifikat (ISIN NL0000683753) auf den SETX von der Royal Bank of Scotland.

Der SETX EUR wurde von der Wiener Börse als handelbare Benchmark für die Region Südosteuropa konzipiert und enthält Aktien der Länder Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien. Aufgelegt wurde der Index Mitte Februar 2006, wobei der Startwert per 3. Januar 2005 auf 1.000 Punkte festgelegt wurde. Das Indexuniversum wird nach Marktkapitalisierung und Umsatz analysiert und nur die am besten platzierten Unternehmen werden aufgenommen. Das maximale Gewicht eines einzelnen Indexmitglieds ist auf 20 Prozent beschränkt. Derzeit besteht der SETX EUR aus 18 Aktien. Fünf Papiere mit einem Gewicht von 40,3 Prozent stammen aus Rumänien, fünf Titel (27,3 Prozent) sind in Slowenien beheimatet. Es folgen fünf Aktien aus Kroatien (26 Prozent) und zwei Papiere aus Serbien (5,4 Prozent). Eine Aktie stammt aus Bulgarien (1,0 Prozent). Investierbar ist der SETX EUR mittels Partizipations-Zertifikaten, wobei der Tracker von der Royal Bank of Scotland derzeit den niedrigsten Spread aufweist.

Dem Wiener Leitindex trauen die Raiffeisen-Analysten bis Jahresende einen Anstieg bis auf 2.650 Punkte zu. Das wäre ein Plus von fast 25 Prozent. „Damit sprechen wir eine klare Kaufempfehlung für den österreichischen Markt aus“, erläutert Stefan Maxian, Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank (RCB). Ende Juni sieht das Company Research der RCB den ATX bei 2.560 Punkten. Das entspricht einem Anstieg von circa zehn Prozent. Aufgrund dieser Perspektiven bleibt der Tracker auf den ATX Total Return (ISIN DE000HV5AJ26) von UniCredit onemarkets erste Wahl.

Unter den österreichischen Einzelwerten empfehlen die Analysten CA Immobilien, RHI und Flughafen Wien. Interessante Long-Turbos kommen von Commerzbank (CA Immo: ISIN DE000CZ0JSA9, Hebel 3,7) und Erste Group Bank (RHI: ISIN AT0000A0XEE6, 3,5; Flughafen Wien: ISIN AT0000A0W7T3, 2,6). Als CEE Top-Picks nennen die Experten MOL, Lukoil, Azoty Tarnów und PKO BP. Außer Azoty Tarnów sind auch diese Titel via Turbo investierbar. Unsere Favoriten kommen von Erste Group Bank (MOL: ISIN AT0000A0DA26, Hebel 2,6) und Commerzbank (Lukoil: ISIN DE000CK4LLD3, 3,7; PKO BP: ISIN DE000CK5MYY7, 3,2).

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Börse Wien


1 KOMMENTAR

  1. Wenn der DAX einmal wirklich als überbewertet angesehen wird, werden die Institutionellen Investoren auch wieder auf kleinere Märkte schauen. Und von den Wirtschaftsdaten aus gesehen, ist Österreich sicherlich nicht schlechter als Deutschland aufgestellt.

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