Wer hat die Größte? –-> „Bazookas“ fluten die Märkte

2
Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank

Die momentan immer neu aufkeimenden Programme der Notenbanken zur Stimulierung der Märkte können langfristig nur zu steigenden Kursen und höheren Inflationsraten führen.

Geld als Motor für die Aktienmärkte zu sehen ist selten so sicher gewesen, wie es aktuell der Fall ist.

Aufgrund der allgemeinen niedrigen Zinsen besteht aus meiner Sicht eine Alternativlosigkeit an Anlagen, da der sichere Rentenmarkt momentan nicht einmal mehr die Inflation ausgleicht und es somit zu einer realen Geldverminderung kommen wird. Dies ist auch ein Grund, warum viele große Versicherer in Zukunft in problematische Situationen geraten dürften. Bei garantierten Zinssätzen für z.B. Lebensversicherungen sollen eben diese Rentenmärkte die versprochenen Zinsen einfahren. Ist dies nicht mehr der Fall, können große Versicherer noch von Ihren angesparten Polstern überleben, jedoch sind irgendwann auch diese aufgebraucht. Daher wird nun bereits angedacht garantierte Zinsen bei Neuabschlüssen voll und ganz zu streichen, um somit das Risiko für Versicherer zu mindern.

Nun ja, nachdem nun auch die BOJ (Bank of Japan) die Bazooka ausgepackt hat um die Märkte mit Geld zu versorgen, gab es auch hier direkt erste Auswirkungen auf die Börse mit einem kräftigen Anstieg des Nikkei225 von fast 3%. Am Montag hat die Zentralbank Japans endlich begonnen auch langfristige Anleihen zu kaufen. Bisher hatte sich die Notenbank lediglich auf dem Sekundärmarkt mit nur noch kurzfristig laufenden Papieren eingedeckt, was im Endeffekt keine zu große Geldmengenerhöhung herbeigeführt hat. Daher erscheint es nun auch nur logisch, dass die BOJ angekündigt hat die monetäre Situation in Japan bis 2014  zu verdoppeln um den heimischen Markt weiter anzukurbeln. Somit kann man davon ausgehen, dass auch Japan in näherer Zukunft relativ hohe zweistellige Milliarden Beträge in US-Dollar neu „drucken“ wird. Ein schwacher Yen-Kurs, der in den letzten Monaten ja bereits unglaublich unter Druck geraten ist (s. Chart) ist hier für die neue Regierung Japans nur von Vorteil. Dadurch wird der Export, der unter die Räder gekommenen Wirtschaft, weiter kräftig angekurbelt.

Das expansive Gelddrucken der USA ist durch mehrere Programme (Quantitative Easing usw.) ja bereits bekannt und wird in 2013 wahrscheinlich die Summe von ca. 1 Billionen(!) US-Dollar erreichen. Somit ist auch hier eine unglaubliche Versorgung mit Kapital für die Märkte gesichert. Trotz aktuell leicht stagnierender Kurse und zu hohem Optimismus an den Märkten, was sich kurzfristig im Gegenteil, nämlich in sinkenden Kursen wiederspiegelt, dürfte mittel- jedoch spätestens langfristig allerdings für neue Allzeithochs gesorgt sein.

Lediglich die EZB muss nun nachziehen. Nachdem EZB-Präsident Mario Draghi ja deutlich gemacht hat, dass die europäische Zentralbank bedingungslos zur Verfügung steht um Staatsanleihen aufzukaufen, denke ich, dass hier kein Weg daran vorbei führen wird, diese Ankündigungen auch in die Tat umzusetzen. Dies ist notwendig um die schwächelnde Konjunktur  in Europa (ex Deutschland)wieder anzukurbeln. Die Grafik zeigt, die akkumulierte prozentuale Veränderung der Bilanzsummen aller drei Notenbanken.

U.a. auch lt. Bloomberg haben sich die Bilanzen der drei großen Notenbanken (EZB, FED, BOJ) seit Beginn der Finanzkrise 2007 bereits verdoppelt, wobei hier sicher mittelfristig noch kein Ende in Sicht sein dürfte. Kurzfristig jedoch ist es nur die EZB, die ihre Bilanzsumme verkleinert hat. Will man in Europa jedoch die Konjunktur endlich wieder ankurbeln, bleibt Mario Draghi nichts anderes übrig als erneut zu handeln und dies über eine Zinssenkung hinaus zu tun. Einfache Schlachtrufe werden hier in Zukunft, gerade im Vergleich mit den anderen internationalen Notenbanken, nicht mehr ausreichen.

Auch wenn die Staaten in Europa im Vergleich zu Japan oder den USA noch keine so hohen Staatsverschuldungsraten aufweisen, sind viele Peripheriestaaten, wie aber z.B. auch Frankreich nicht in der Lage sich durch Reformprogramme wieder selber auf die Beine zu helfen (Frankreich bildet hier eine Ausnahme, worauf in einem kommenden Bericht näher eingegangen wird). Die Neukreierung von Geld durch die EZB ist hier also sehr wahrscheinlich und beinahe alternativlos, will man den Euro nicht zerbrechen lassen.

Im Fazit: Langfristig kann man sicher von steigenden Kursen ausgehen, da die Geldflut irgendwann auch die Aktienmärkte erreichen wird. Aufgrund der geringen Zinsen, die es momentan für Tagesgeld oder risikoaverse Rentenpapiere gibt, ist die Anlage in einen Sachwert sprich Aktien unausweichlich. Ebenso zeigen diese attraktiven Dividendenrenditen von teilweise bis zu 10% (Versorger oder Telekommunikation), sodass eine jährliche Verzinsung weit über der aktuellen Inflation von 1,6% gewährleistet wird.

Bleibt abschließend also nur noch die Fragen, wann auch Mario Draghi seine Bazooka auspackt um die Märkte mit Geld zu befeuern!

Ihr Andreas Meyer

Andreas Meyer ist momentan Student der internationalen Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzen in Frankreich. Dadurch erlernt er das Funktionieren von Unternehmen, sowie der Finanzmärkte im generellen von der Pike auf. Mit dem weltweiten Geschehen an den Börsen beschäftigt er sich jedoch bereits  seit seinem 16. Lebensjahr. Praktische Erfahrungen konnte er schon im Derivategeschäft, sowie im Asset Management gewinnen. Des Weiteren hat Andreas Meyer neben dem Studium mit der Gründung von A.M. Capital Research den Weg in die Selbstständigkeit angetreten. A.M. Capital Research beschäftigt sich professionell mit der Analyse der Finanzmärkte und von Unternehmen im Einzelnen speziell mit dem Schwerpunkt aufs „Value-Investing“.

Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank


2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here