Vienna Insurance ist trotz Dividendenerhöhung keine zweite Allianz

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Bildquelle: © Vienna Insurance Group / Robert Newald

Wie erwartet konnte der österreichische Versicherer Vienna Insurance Group (WKN A0ET17) im Jahr 2012 einen Rekordwert beim Vorsteuergewinn verbuchen. Gleichzeitig konnten die Prämien gesteigert und die Schaden-Kosten-Quote trotz Umweltschäden niedrig gehalten werden. Zudem wird die Dividende aufgestockt. Trotzdem kam bei den Anlegern keine große Freude auf, da das Ergebnis im vierten Quartal enttäuschte. Es handelt sich am Ende eben doch nicht um eine zweite, österreichische Allianz-Aktie (WKN 840400).

Im Gesamtjahr 2012 verzeichnete Vienna Insurance mit 587,4 Mio. Euro den höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte. Dies waren 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dagegen fiel der entsprechende Wert im vierten Quartal um 0,5 Prozent auf 144,2 Mio. Euro. Beim Gewinn nach Steuern und Minderheiten ging es im Jahr 2012 sogar um 9,7 Prozent auf 446,2 Mio. Euro nach oben. Die Prämien konnten im Vergleich zum Jahr 2011 um 9,0 Prozent auf 9,69 Mrd. Euro gesteigert werden. Dabei profitierte das Unternehmen insbesondere von dem starken Wachstum von 17,2 Prozent bei den Lebensversicherungen und dem positiven Geschäftsverlauf in Zentral- und Osteuropa.

Während die Prämieneinnahmen in Österreich 2012 rückläufig waren, kam es dem Versicherer zu Gute, dass er mittlerweile mehr als die Hälfte seiner Umsätze auf dem Wachstumsmarkt Zentral- und Osteuropa erzielt. Die für die Versicherer sehr wichtige Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) lag im vergangenen Jahr trotz der starken Belastung aus Unwetterereignissen bei 96,65 Prozent.

Charttechnisch ist die seit Jahresbeginn andauernde Seitwärtsbewegung besonders hervorzuheben. Die Jahreshochs konnten zwar erreicht, aber nicht verteidigt werden. Allerdings hält der Kurs noch deutlichen Abstand zu den langfristig wichtigen GD100 und GD200. Kurzfristig belastet wiederum der Bruch des GD20 und auch von Seiten des Bollinger-Bands kommen keine positiven Signale. Fundamental ist vor allem die nun angekündigte Anhebung der Dividende von 1,10 Euro im Vorjahr auf nun 1,20 Euro wichtig. Die Dividendenrendite steigt so auf 3,2 Prozent. Das 2013er KGV liegt indes bei rund 10,5 – alles andere als teuer. Nichtsdestotrotz ist der deutsche Wettbewerber Allianz mittlerweile deutlich interessanter. Die Dividendenrendite liegt hier bei 4,6 Prozent und das 2013er KGV bei günstigen 8,8. Auch charttechnisch sieht es bei den Münchnern deutlich besser aus.

Bildquelle: © Vienna Insurance Group / Robert Newald


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