VW: Gewinnmotor kommt ins Stottern

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Bildquelle: Pressefoto Volkswagen

Fast 22 Mrd. Euro hat Volkswagen (WKN 766403) 2012 verdient – eine unglaubliche Zahl. Der Gewinn war wegen Sondereffekten aus der gescheiterten Porsche-Übernahme um fast 40 Prozent angeschwollen. Damit hat der Autokonzern eine Bestmarke gesetzt: Noch nie zuvor hat ein deutscher Konzern so viel Gewinn in einem einzigen Jahr eingefahren. Nach der Rekordfahrt dürfte Volkswagen nun aber in ruhigeres Fahrwasser eintreten. Denn Konzernchef Martin Winterkorn rechnet angesichts der Absatzkrise in Europa mit vielen Widrigkeiten: „2013 wird für die gesamte Branche zum Jahr der Bewährung. Auch für uns. Der Wettbewerbsdruck ist hoch und steigt weiter“, sagte der Manager. Der Konzern will zwar mehr umsetzen und erneut einen Absatzrekord aufstellen. Jedoch geht Winterkorn lediglich von einer Stagnation des operativen Ergebnisses aus. Unterm Strich dürfte dieses Jahr deutlich weniger Geld übrig bleiben, da die Porsche-Sondereffekte wegfallen. Analysten rechnen im Schnitt mit ungefähr 11 Mrd. Euro.

Für Verunsicherung an der Börse sorgten Aussagen von Volkswagen-Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Demnach ist der Autokonzern mit einem Dämpfer in das laufende Jahr gestartet. Die ersten drei Monate seien „klar unter Vorjahr“ verlaufen, sagte Pötsch anlässlich der Bilanzvorlage. Welche Bereiche schwächer liefen, sagte er nicht. Er setze aber auf ein besseres Abschneiden im zweiten Quartal. Es spricht einiges dafür, dass Anleger nun erst einmal eine abwartende Haltung gegenüber Volkswagen einnehmen werden. Gegenüber dem im Januar 2013 erreichten Allzeithoch hat der Titel bereits gut 30 Euro bzw. rund 17 Prozent abgegeben.

Aufgrund der aktuellen Konstellation versprechen Inline Optionsscheine ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis. Ein bis September 2013 laufender Schein (ISIN DE000SG3PS77) von der Société Générale ermöglicht eine maximale Rendite von 34,2 Prozent, wenn die Volkswagen-Aktie bis zum Laufzeitende stets innerhalb der Bandbreite 125/190 Euro bleibt.

Fazit: Bleibt die Aktie von Volkswagen bis zum 20. September innerhalb der Kursbandbreite von 125,00 bis 190,00 Euro, wird der Inline Optionsschein zu 10,00 Euro getilgt. Auf Basis des Briefkurses entspricht das einer Rendite von maximal 34,2 Prozent. Sollte der Basiswert auch nur ein einziges Mal eine der Barrieren berühren, verfällt der Inliner wertlos. Während der Puffer nach unten 19,5 Prozent beträgt, sind nach oben 22,4 Prozent Platz. Den oberen K.o.-Level von 195 Euro erreichte die Volkswagen-Aktie noch nie.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Volkswagen


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