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Abwrackprämie schon wieder am Ende? Genug der Geschenke!
7. Juli 2009 von Marc Schmidt | 3 Kommentare
Das leidige Thema Abwrackprämie bzw. im Amtsdeutsch “Umweltprämie” drängt sich heute mal wieder in Schlagzeilen. Nachdem im April die Aufstockung auf 2 Millionen Anträge bzw. auf 5 Mrd. Euro durchs Kabinett geprügelt wurde, dachte eigentlich jeder, dass Ruhe einkehrt. Heute nun machte die Bild damit auf, dass die Abwrackprämie bereits vor der Bundestagswahl im September vollends ausgeschöpft sein könnte.
Aber werfen wir mal einen Blick auf die Seiten des zuständigen Bafa. Laut Fördermittelübersicht sind bis zum 7. Juli 2009 480.160 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie nach dem alten Verfahren und 1.236.767 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie nach dem Reservierungsverfahren eingegangen. Somit können bis Jahresende noch 283.073 Anträge gestellt werden. Da laut Bild zwischen 7.000 und 8.000 Anträge pro Tag eingehen, dürfte das noch bis Ende August/ Anfang September reichen. Und wie könnte es anders sein. Erste Politiker fordern eine erneute Aufstockung der Abwrackprämie. Die Bild zitiert den wahlkämpfenden saarländischen SPD-Chef Heiko Maas: „Die Abwrackprämie nutzt allen – Verbrauchern, Arbeitnehmern und Wirtschaft. Deshalb muss geprüft werden, ob unabhängig vom Erreichen des Fördertopflimits jeder, der bis zum Jahresende sein Altauto verschrottet, die volle Prämie von 2500 Euro auch erhält.“
Nun muss man feststellen, dass die Prämie tatsächlich dafür gesorgt hat neue Autos zu kaufen. Die Frage ist nur, ob das nicht auch so passiert wäre und jede Menge Mitnahme- und Vorziehungseffekte die Zahlen verfälschen. Somit dürften im kommenden Jahr wohl deutlich weniger Kleinwagen verkauft werden, als in diesem. Ein weiterer Punkt ist die Frage der Finanzierung: Wenn jemand wegen der Abwrackprämie ein Auto gekauft hat, hat er kein Geld mehr für andere Konsumausgaben (Trotz drastischer Rabattangebote kommt der Textilhandel nicht vom Fleck). Noch dazu werden durch die Wirtschaftskrise in den kommenden Monaten mehr und mehr Arbeitsplätze abgebaut, was bei Prämiennutzern vielleicht zu dem Problem führt, ihre Autorate nicht mehr bezahlen zu können. Egal wie man es dreht. In meinen Augen ist die Prämie Quatsch und eine Ausweitung wäre nur ein (weiteres) Wahlkampfgeschenk. Im Übrigen sei auch auf den Gebrauchtwagenmarkt verwiesen. Gewisse Segmente existieren einfach nicht mehr, Second-Hand-Händler beklagen einen Preisverfall durch einen Teileüberangebot und einen Nachfrageeinbruch. Hinzu kommt, dass Schwellenländer kaum noch Altautos aus Deutschland erhalten und stattdessen ihre alten Dreckschleudern weiter fahren oder auf Altautos aus anderen Ländern zurückgreifen.
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Info zum Beitrag
geschrieben am Dienstag, den 7. Juli 2009 um 15:47 Uhr
Kategorien: Wirtschaft allgemein
Tags: Abwrackprämie, Automobilkrise, Finanzkrise, Konjunkturpaket, Staatshilfe








1. Gerd
Kommentar vom 7. Juli 2009 um 16:08
Ich bin da ganz der Meinung des Bloggers. Die Abwrackprämie bringt sicherlich den Effekt des vorgezogenen Autokaufs mit sich und es kommt auch zu einer Nachfrageaufstockung um den genannten zeitraum. Problem bei der Sache ist jedoch auch die Denkweise, das der Automobilmarkt in Deutschland ein Exportgesteuertes Geschäft ist. Und wenn es nunmal keine Nachfrage aus dem Ausland gibt, kann auch eine Verlängerung der Prämie den Patienten AM-Industrie nicht viel länger im grünen Bereich halten. Meine Meinung.
2. Marc Schmidt
Kommentar vom 7. Juli 2009 um 16:31
@Gerd
Ich kann Dir nur zustimmen. Der einzige Autobauer, der wirklich von der Abwrackprämie profitiert hat ist VW und der auch nur weitgehend über seine Töchter in Spanien und Tschechien. Mal abwarten wie es weiter geht.
3. Kapitalmarktexperten.de » Blog Archive » Tagesausblick 08. Juli 2009
Pingback vom 8. Juli 2009 um 08:12
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