Das Thema Öl: Vom Spread der Ölsorten profitieren, nicht einfach, aber eine Überlegung wert

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Bildquelle: Pressefoto BASF

Bekommen Sie bitte heute keinen Schrecken. Der  Chart, den ich Ihnen heute zeige ist – ausnahmsweise – kein Point&Figure-Chart. Aber keine Sorge:

Es wird im nächsten Artikel mit den geschätzten “Kreuzen und Kringeln” weitergehen.

Aber erst einmal zum Thema Öl. Hier gibt es allein wegen der zwei meistgehandelten Sorten häufiger eine gewisse Verwirrung in Anlegerkreisen.

Brent und WTI: Zwei Paar verschiedene Schuhe

Brent: Die für Europa wichtigste Ölsorte

Es stammt aus der Nordsee zwischen den Shetlandinseln und Norwegen. Von dort gelangt es über eine Unterwasser-Pipeline zum Ölterminal Sullom Voe auf Mainland, Shetland (ebenso wie das Öl vom Ninian-Feld) und wird per Tanker weiter transportiert. Bevor die Pipeline und das Ölterminal fertiggestellt waren, wurde das Öl in der Nordsee von Verladeinseln wie der Brent Spar auf Tanker verladen. Gehandelt wird es in London an der Warenterminbörse ICE Futures (früher „International Petroleum Exchange“).

(Quelle: Wikipedia weitergehende Informationen finden Sie unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Brent_%28%C3%96l%29)

WTI: Das Öl der Amerikaner

WTI (West Texas Intermediate) ist ein wie Brent ebenfalls schwefelarmes Öl, das in den USA gefördert wird. Trotz vergleichbarer Qualität zum Brent notiert es seit rund 2 Jahren Regel mit deutlichem Differenz unter dessen Notierungen.

Rein von der Qualität (beide Sorten sind extrem schwefelarm) her ist das nicht nachvollziehbar.

Preisdifferenz auf aktuell hohem Niveau

Aktuell weisen die Notierungen beider Öl-Sorten einen kräftigen Abstand auf. So notiert Brent bei rund 110 USD und WTI bei ca. 93 USD pro Barrel.

 


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(Chart durch Anklicken vergrößern)

Brent und WTI: Preisdifferenz weiter eklatant

Diese Schere in der Preisentwicklung öffnete sich massiv ab Anfang 2011. Vorher liefen die beiden Sorten fast im Gleichschritt.

Fundamentale Argumente für diesen aktuellen Preisunterschied

Generell herrscht die Meinung unter den Analysten vor, dass WTI unter den Sorgen leidet, dass die US-Konjunktur hinter der Europas ins Hintertreffen kommen wird und deswegen die Nachfrage nach dieser Sorte hinter der von Brent bleiben wird.

Gleichzeitig haben die USA ihre Förderung massiv erhöht und könnten nun sogar Saudi Arabien vom Platz 1 der ölexportierenden Länder verdrängen. Um es klar zu sagen:

Die USA wandeln sich von einem ölimportierenden zu einem Export-Land. Noch fehlen aber die Pipeline-Strecken, um die Ausfuhr wirklich gemäß des Bedarfs durchführen zu können.

Auch das belastet den WTI-Preis, da der Transport mit Tankern weitaus teurer ist.

Mein Fazit:

Wer darauf spekulieren möchte, dass sich die Preisdifferenz (Spread) zwischen WTI und Brent wieder schließt, könnte natürlich folgende Überlegung anstellen:

Er geht im WTI long und baut gleichzeitig eine Short-Position auf Brent auf. (Alpha-Trade)

Wer Zugang zu den klassischen Terminmärkten hat, kann diese Idee mit den entsprechenden Futures abbilden.

Wem diese Möglichkeit aber nicht offensteht, muss (leider) die entsprechenden Zertifikate benutzen.

Für beide Varianten gilt aber:

Entscheidend ist es, jeweils die gleiche Menge an Öl abzubilden. Achten Sie auch auf die Roll-Verluste, wenn Futures auslaufen. Das schlägt natürlich auch auf die entsprechenden Zertifikate durch.

Alles ein wenig tricky auf den ersten Blick. Aber manchmal kann es sich lohnen, über den Rand des eindimensionalen Investierens zu blicken.

Dass man damit auch prima Geld verdienen kann, dazu mehr im heute noch folgenden Beitrag (mit dem Thema “Starke Aktien” und natürlich Point&Figure-Charts).

Ihr Jörg Mahnert

www.xundo.info (Alles rund um Point&Figure und Heimat des Point&Figure-Investor)

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Bildquelle: Pressefoto BASF


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