Solarworld: Ein Häufchen Elend – neue Klage in USA, Kursziel 0,85 Euro

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Die schlechten Nachrichten werden zwar für Solarworld (WKN 510840) immer mehr, allerdings kann sich die Aktie am Freitagmittag im Plus halten…

Nachdem bereits beschlossen wurde, dass der Hersteller von Solarmodulen zum 18. März im TecDAX für Telefónica Deutschland (O2) (WKN A1J5RX) Platz machen muss, meldet nun Bloomberg, dass die Bonner vom US-Zulieferer Hemlock Semiconductor verklagt werden. Solarworld soll dabei eine Abnahmeverpflichtung von Materialien im Wert von 83 Mio. US-Dollar nicht nachgekommen sein.

Kein Wunder, dass sich die Analystenzunft angesichts dieser Nachrichtenlage immer weiter von dem Papier abwendet. Analyst Stefan Freudenreich von Equinet empfiehlt, die Solarworld-Aktie nach den Berichten über die Klage des US-Polysilizium-Produzenten weiterhin zu verkaufen. Das Kursziel liegt bei 0,85 Euro. Der Ausstieg von Vorstandsmitglied Boris Klebensberger und die gerichtliche Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten Zulieferer zeigten die sehr kritische Situation des Unternehmens, hieß es in einer Einschätzung vom Freitag.

Außerdem muss sich Solarworld möglichst schnell mit den Banken und Anleihegläubigern einigen. Diese stehen nun vor der Entscheidung, die zu hohe Schuldenlast des Unternehmens deutlich nach unten zu fahren oder bei einer möglichen Pleite auf noch mehr Geld verzichten zu müssen. Das Unternehmen selbst setzt dabei neben einer erfolgreichen Umschuldung auf den Konzernumbau und auf die erhofften Straffzölle der EU-Kommission für die Billigimporte aus China.

Für alle hartgesottenen Anleger, die darauf bauen, dass Solarworld irgendwie bis zu einer möglichen Durchsetzung der Strafzölle, die für Mitte dieses Jahres erwartet werden, durchhalten kann, könnte die anhaltende Schwäche beim Solarworld-Aktienkurs für einen Einstieg interessant sein.

Anleger, die den Aktienmarkt nicht als geeigneten Ort zum Zocken sehen, sollten wohl eher die Finger dagegen von den Papieren weglassen – auch wenn man vielleicht mit der Chartetchnik argumentieren kann, dass immerhin der GD100 und die Bollinger Bänder positive Signale aufweisen. Dafür sprechen aber die kurz- und langfristigen Trends dagegen. Auch das Momentum. Und mit einem negativen KGV zu kommen, wäre wohl auch etwas vermessen  – „zu billig“ ist bekanntlich auch nur Schrott. Man muss sich mal nur die Marktkapitalisierung von Solarworld anschauen: Nicht einmal mehr 150 Mio. Euro. Ich selbst hätte das vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten…


3 KOMMENTARE

  1. Wieso sollten „hartgesottene Anleger“ zum aktuellen Kurs von 1,20 EUR die Solatworld-Aktie kaufen und auf höhere Kurse bis zur Jahresmitte hoffen?

    150 mio EUR Marktkapitalisierung ist sehr viel Geld, für ein Unternehmen, das akut insolvenzgefährdet ist. Es drohen entweder Insolvenz oder massive Verwässerung, wobei eine Insolvenz derzeit viel wahrscheinlich erscheint.

    Seis drum, falls sich wider erwarten Solarworld tatsächlich mit den Gläubigern einigt, dass sie auf 70-90% Ihrer Forderungen verzichten sollen, ist eine massive Verwässerung der Altaktionäre (inkl. Frank Asbeck) zu erwarten. Die Gläubiger werden auf der Gläubigerversammlung wohl kaum ohne Gegenleistung einem Forderungsverzicht zustimmen. Im Rahmen des Debt to Equity Swaps wären 95% Verwässerung die Folge. Die Aktie dürfte dann im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Cent-Bereich notieren.

    Es ist aber auch kaum vorstellbar, dass Asbeck sich vor die Gläubiger stellen wird und Ihnen seine Anteile überträgt….. eine Insolvent erscheint unausweichlich.

  2. Solarworld ist auch nur ein Opfer schlechten Managmnets und zu starker Subventionierung, wie bei allen in dieser Branche.

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