Deutsche Telekom: Zahlen bieten keine Überraschung – Kurspotenzial begrenzt

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Die Deutsche Telekom (WKN 555750) hat am Morgen wie geplant die Schlussquartal- und Gesamtjahreszahlen 2012 veröffentlicht. Nennenswerte Überraschungen gab es dabei keine. Im vierten Quartal konnten sogar die Erwartungen teils leicht übertroffen werden. Dennoch wiegt der Milliardenverlust auf Jahressicht schwer. Das Kurspotenzial für die T-Aktie ist daher weiter begrenzt.

Schauen wir kurz auf die Zahlen des vierten Quartals (Pressemitteilung). Der Umsatz ging leicht auf 14,7 Mrd. Euro zurück. Erwartet worden waren rund 14,6 Mrd. Euro. Beim Ergebnis wurde ein Gewinn von 793 Mio. Euro ausgewiesen, nachdem im vierten Quartal 2011 noch ein Verlust von 1,34 Mrd. Euro zu Buche gestanden hatten. Erwartet worden war ein Gewinn von 678 Mio. Euro. Beim bereinigten Gewinn lagen die gemeldeten 203 Mio. Euro (Vorjahr: -92 Mio. Euro) deutlich unter den erwarteten 412 Mio. Euro. Also alles in allem ein durchwachsenes Weihnachtsquartal. Doch der Milliardenverlust aufgrund der Abschreibungen auf T-Mobile USA wiegt in der großen Berichterstattung noch schwerer.

Da helfen auch keine Beschwichtigungen von Konzernchef Obermann: „Der Milliarden-Fehlbetrag ist nicht das, was er im Namen trägt: Uns fehlen keine Mittel, um die Entwicklung des Konzerns voranzutreiben. Wir wollen ja, wie im Dezember gesagt, die Investitionen in die Zukunft noch einmal massiv ausweiten: auf nahezu 30 Milliarden Euro für die Jahre 2013 bis 2015.“ Und besagte Investitionen sind das größte Pfund, mit dem der Magenta-Riese wuchern kann. Denn nur so sichert sich der Konzern seine Zukunft. Kaum berücksichtigt scheinen in diesem Zusammenhang auch die Kundenzuwächse im kriselnden US-Geschäft zu werden. Auch wenn das Wachstum auf den Prepaid-Bereich beschränkt ist, ist ein Jahreswachstum um rund 200.000 auf 33,4 Millionen Kunden (erstmals seit 2009) nicht zu verachten.

Charttechnisch bleibt alles beim alten. Der Kurs notiert unterhalb der wichtigen GD20 bis GD200. Da stützt nur eine Dividendenrendite von aktuell 8,6 Prozent bzw. mit der Dividendenkürzung ab 2013 von 6,2 Prozent. Positiv wirkt zudem die Meldung, dass die diskutierte Übernahme von Kabel Deutschland (WKN KD8888) durch den britischen Wettbewerber Vodafone (WKN A0J3PN) nun wohl doch nicht erfolgt (siehe Kabel Deutschland: Ohne Vodafone ist die Luft aus der Aktie raus). Das 2013er KGV der T-Aktie von 13 ist wiederum kein Grund in den Titel zu gehen. Wer nur auf die Dividende setzt, ist bei dem Ex-Monopolisten sicher nicht schlecht aufgehoben. Aber große Kursgewinne sind erst einmal nicht zu erwarten, auch wenn zumindest das Abwärtspotenzial sehr begrenzt ist.


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