Deutsche Telekom: Auch nach den Zahlen kommt keine Kursrallye

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Die Deutsche Telekom (WKN 555750) wird am kommenden Donnerstag die Zahlen zum vierten Quartal veröffentlichen. Die Spannung ist dabei nur bedingt groß , denn für Anleger sind derzeit zwei Bereiche viel interessanter: Die noch nicht abgeschlossene Fusion von T-Mobile USA mit Metro PCS und die mögliche Übernahme von Kabel Deutschland (WKN KD8888) durch den britischen Wettbewerber Vodafone (WKN A0J3PN). Beide Faktoren dürften den Kurs in den nächsten Wochen beeinflussen, und wahrscheinlich nicht zum positiven.

Zunächst zum abgelaufenen vierten Quartal. Analysten erwarten im Durchschnitt einen Umsatz von 14,6 Mrd. Euro und einen Gewinn von 678 Mio. Euro – so die sehr gut aufbereiteten Konsensus-Schätzungen auf der IR-Seite der Telekom. Doch wirklich positive Überraschungen sind im aktuellen Marktumfeld nicht zu erwarten – dazu ist der Wettbewerb dann doch zu groß.

Schauen wir auf die Baustellen des Konzerns. René Obermann hinterlässt seinem Nachfolger Timotheus Höttges mit dem US-Geschäft ein großes Problem. Gelingt die Fusion von T-Mobile USA mit Metro PCS stehen große Investitionen zur Zukunftssicherung an. Misslingt die Fusion sind die Probleme noch größer. Derzeit sind beide Wege im Bereich des Möglichen.
Doch noch gewaltiger könnte bald die Problemlage auf dem Heimatmarkt Deutschland sein. Trotz der Vorteile als Ex-Monopolist hat man in allem Geschäftsbereichen mehr oder minder nennenswerte Konkurrenten. Gelingt nun wirklich die Kombination aus Vodafone und Kabel Deutschland würde auf einmal ein veritabler Konkurrent auf Augenhöhe entstehen. Die Mobilfunkstärke von Vodafone, gepaart mit der DSL/Kabel-TV-Dominanz von Kabel Deutschland, würde die Telekom vor ein gewaltiges Problem stellen – vor allem im Zukunftsmarkt T-Home. Denn den Briten traut man eher attraktive Produktbundles zu, als den deutschen Ex-Beamten. Ein schickes Smartphone mit diversen Flatrates daheim und unterwegs, kombiniert mit interessanten Kabel-TV-Angeboten, sucht man derzeit noch mit der Lupe. Dabei haben so „Alles aus einer Hand“-Pakete gewaltige Vorteile… aber das scheint zu innovativ zu sein. Vielleicht muss die Telekom auch erst durch eine Fusion von Vodafone und Kabel Deutschland zu neuen Ideen getrieben werden.


Quelle: boerse.de

Alles keine guten Aussichten für den Ex-Monopolisten, weshalb der Aktienkurs sich zuletzt in Richtung 8 Euro bewegte. Zwar konnte am Freitag ein positiver Analystenkommentar etwas stützen, aber an sich hat sich nichts positives ereignet. Equinet stufte nämlich die T-Aktie angesichts positiv erwarteter Zahlen für 2012 von „Accumulate“ auf „Buy“ herauf. Zugleich bekräftige man das Kursziel von 10 Euro. So ein Kursniveau wäre schon schön – sind zweistellige Kurse doch auch schon wieder fast ein halbes Jahr her. Doch inzwischen sind die Dividendenkürzung von 70 auf 50 Cent und die vorgenannten Probleme bekannt geworden. Eine Dividendenrendite von 6 Prozent mag auf den ersten Blick verlockend klingen. Doch bei einem 2013er KGV von 13,7 und den geringen Wachstumschancen ist das Kurspotenzial eher begrenzt. Am Ende wird sich sicher so mancher die T-Aktie mit der „sicheren“ Dividende als gutes Investment schönrechnen. Doch Kursgewinne sollte man nicht allzubald erwarten…


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