Evonik versucht es mal wieder mit einem Börsengang – echt jetzt!

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Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt drüber lachen: Evonik will mal wieder einen Börsengang wagen. Es ist bereits das vierte Mal, dass dieser Schritt erwogen wird – und diesmal scheint es auch zu klappen. Laut Pressemitteilung haben die bisherigen Evonik-Eigentümer RAG-Stiftung und von CVC Capital Partners beratene Fonds, einen Teil ihrer Aktien vorab an institutionelle Investoren abgegeben. Das zunächst platzierte Volumen umfasst einen Anteil von unter zehn Prozent, den beide Anteilseigner zu gleichen Teilen aufgebracht haben.

Die Entscheidung für die nun geplante Notierungsaufnahme im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse basiert auf „einem spürbar verbesserten Kapitalmarktumfeld und dem gestiegenen Interesse von Investoren an Anteilen erfolgreicher Unternehmen“, so Evonik. Als erster Schritt hierzu wurde der Eigentümerkreis um ausgewählte in- und ausländische institutionelle Investoren erweitert – zu offenbar attraktiven Preisen. Diese wurde zwar nicht genannt, liegen jedoch deutlich über den Preisindikationen aus dem geplanten Börsengang im Juni 2012.

Werner Müller, Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung, erklärte angesichts des erfolgreichen Deals: „Für die RAG-Stiftung hat der Verkauf von Anteilen an Evonik zwei Vorteile: Wir haben auf diesem Weg ein gutes Ergebnis erzielt und damit zugleich die Tür für die geplante Börsennotierung des Unternehmens ein weiteres Stück geöffnet.“ Christian Wildmoser, Partner bei CVC, ergänzte: „Durch die Privatplatzierung können wir eine Notierungsaufnahme mit deutlich geringerem Aufwand erreichen und machen uns weniger abhängig vom volatilen Marktumfeld.“

Dann sind wir also mal gespannt, ob und wann das mit der Notierungsaufnahme passiert. Ein weiterer Spezialchemietitel ist sicher auch für den ein oder anderen Privatanleger interessant. Aber dazu müsste sich erst einmal einer der neuen Anteilseigner wieder von seinen Papieren trennen – das dürfte wohl dauern. Dies bisherigen Großaktionäre RAG-Stiftung sowie die von CVC Capital Partners beratene Fonds dürften ebenfalls erst einmal abwarten. Am Ende ist es also ein Börsengang auf Raten. Bis dahin heißt es warten, vielleicht schafft es Evonik dann irgendwann auch mal richtig an die Börse und in den SDAX oder MDAX.


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