Praktiker: Kommt nach Rückzug aus Türkei-Geschäft der Kursausbruch?

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Bei der angeschlagenen Baumarkt-Kette Praktiker (WKN A0F6MD) bleibt es spannend. Gestern kündigte der SDAX-Konzern den Rückzug aus dem Türkei-Geschäft an. Man will das Geschäft im In- und Ausland zu alter Ertragsstärke zurückführen. Dabei könne man sich dauerhafte Verlustbringer nicht leisten, heißt es dazu vom Unternehmen. Praktiker nimmt den Konzernumbau sehr ernst und scheut auch harte Schnitte nicht. Dem Kurs kann dies eigentlich nur nutzen.

Konkret kündigte Praktiker an, angesichts der anhaltend defizitären Geschäftsentwicklung in der Türkei die Zahlungen an die örtliche Landesgesellschaft einzustellen. Praktiker Yapi Marketleri A. S., die Betreiberin der landesweit neun Baumärkten, hat in Folge dieser Entscheidung aus Deutschland gestern bereits Antrag auf Einleitung eines geordneten Insolvenzverfahrens – eines sogenannten „Insolvenzaufschubverfahrens“ – gestellt. Im Rahmen dessen soll das Marktportfolio gemäß eines bei Gericht hinterlegten Restrukturierungsplans ganz oder teilweise an Dritte abgegeben und der Warenbestand vermarktet werden. Sofern das Gericht diesem Antrag folgt, wird der Plan vom Management der türkischen Praktiker-Gesellschaft unter staatlicher Aufsicht umgesetzt. Im Zuge der Abwicklung des Geschäftsbetriebs wird Praktiker in der Türkei versuchen, mit Lieferanten und Vermietern die jeweils besten Lösungen zu finden und den drohenden Arbeitsplatzverlust so weit wie möglich abzuwenden oder sozial verträglich zu gestalten.

Doch andere Länder müssen sich keine Sorgen machen – Praktiker hält an seinem Portfolio fest. Vorstandschef Armin Burger erklärte dazu: „Die Türkei ist ein ganz besonderer Fall in unserem Auslandsportfolio. In allen anderen Ländern werden wir die Wirtschaftlichkeit durch Veränderungen von Strukturen, Prozessen und den weiteren Abbau von Kosten ausreichend verbessern können.“ Alles in allem dürfte der nun für das Türkei-Geschäft gewählte Weg der kostengünstigste gewesen sein. Von daher stellt diese Meldung ein weiteres positives Signal dar.


Quelle: boerse.de

Am Markt wiederum sorgte die Meldung indes für wenig Begeisterung. Nach dem Kurssturz Ende Januar (Praktiker: Die Bären sind los – trotz neuer Einkaufskooperation) bewegt sich die Aktie in einer schmalen Bandbreite von rund 10 Cent seitwärts. Der Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung könnte endlich auch für die Aktionäre den Turnaround bedeuten. Charttechnisch ist der Wert auch weiterhin aufgrund der erfolglosen Versuche die 2-Euro-Marke zu erreichen, eher negativ zu bewerten. Allerdings befindet sich die Aktie noch immer über den mittel- bis langfristig wichtigen Indikatoren von GD38 bis GD200. Auch MACD und Bollinger-Band sprechen nicht gegen die Aktie. Von daher bleibt Praktiker einer der spannendsten Turnaroundgeschichten.

P.S. Kurzfristtrader, die vor allem auf schnelle Kursgewinne aus sind, sollten auch immer mal ihre Broker-Anbindung hinterfragen – am besten mal bei brokerdeal.de* vorbeischauen und sich die aktuellen Angebote ansehen.

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