Wacker Chemie: Problemfeld Solar belastet – Seitwärtsbewegung voraus?

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Die schlechten Nachrichten bei Wacker Chemie (WKN WCH888) reißen auch zu Jahresbeginn nicht ab. Der im MDAX notierte Konzern hat im Geschäftsjahr 2012 wie bereits erwartet weniger Umsatz und Ertrag erwirtschaftet als im Vorjahr. Der Aktie dürfte dies abermals nicht gut tun, weshalb sich die jüngste Erholung als Chimäre herausstellen dürfte. Eine Seitwärtsbewegung wird wahrscheinlich.

Nach vorläufigen Berechnungen erzielten die Münchner im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gesamtumsatz von 4,63 Mrd. Euro, knapp 6 Prozent weniger als im Jahr 2011. Maßgeblich für diesen Rückgang waren niedrigere Preise für Polysilicium und Halbleiterwafer. Insgesamt haben Preiseffekte den Konzernumsatz des vergangenen Jahres um 700 Mio. Euro oder mehr als 14 Prozent gemindert. Hier zeigt sich wieder einmal die Folgen der Abhängigkeit vom Solarsektor. Dagegen haben die Chemiebereiche dank höherer Absatzmengen und positiver Währungseffekte den bestehenden Preisdruck ausgeglichen und ihren Umsatz in der Summe um gut 5 Prozent gesteigert. Doch auch hier zeigt sich, dass der Chemiesektor garnicht so schnell wachsen kann, wie der Solarbereich schrumpft.

Unter dem Strich sieht es ebenfalls nicht gut aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf rund 787 Mio. Euro und liegt damit 29 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird bei 258 Mio. Euro liegen und damit mehr als halbiert sein (2011: 603 Mio. Euro). Das Jahresergebnis des Konzerns liegt bei 107 Mio. Euro, nach 356 Mio. Euro im Jahr 2011.


Quelle: boerse.de

Ebenso wie die Bilanz, zeigt auch der Chart die Abhängigkeit der Kursperformance von der Stimmung im Solarsektor. Gleichzeitig kann sich der Kursverlauf seit Jahresanfang wieder etwas bessern, da offenbar mehr und mehr Anleger auch das Chemiegeschäft entsprechend positiver bewerten. Langfristig gesehen sind die aktuellen Kurse über GD100 und GD200 sehr positiv zu werten. Lediglich kurzfristig sieht es aufgrund des GD20 düster aus. An dieser Stelle sollte auch der MACD erwähnt werden, der momentan auch eher gegen Wacker spricht. Fundamental betrachtet ist die Aktie mit einem 2013er KGV von 34 sowieso sehr ambitioniert bewertet. Die jüngsten Analystenkommentare reflektieren dies und raten auch mehrheitlich von der Aktie ab.

Alles in allem ist die Aktie nach wie vor zu sehr mit dem „Makel“ Solarwert versehen, was die Kurschancen minimiert. Gleichzeitig kannn Wacker Chemie vom stärker werdenden Chemiegeschäft profitieren und sich von dem genannten Makel allmählich lösen. Derzeit sieht es aber nicht danach aus, als wenn das schnell gelingen kann. Die Aktie dürfte daher eher ihre Seitwärtsbewegung, die zwischen Mai und September 2012 vorherrschte, wieder aufnehmen und zwischen 50 und 60 Euro pendeln.


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