Wochenrückblick KW 5: Commerzbank tritt auf der Stelle, LEG-Börsengang halbwegs geglückt

0

Die vergangene Woche war für Trader durchaus spannend. Der DAX tanzte auf und ab – ohne klare Richtung. Zahlreiche DAX-Titel legten Zahlen vor und in den USA marschierte der Dow Jones zielsicher, aber mit sehr kleinen Schritten über die 14.000er Marke. Fast unbemerkt hat sich da der erste Börsengang des Jahres ereignet. Der Immobilientitel LEG Immobilien (WKN LEG111) – immerhin MDAX-Aspirant – wird seit Freitag gehandelt. Nach einem Ausgabepreis von 44 Euro und einem ersten Kurs von 44,50 Euro schloss die Aktie schließlich bei 44,05 Euro. Kein Wunder eigentlich, denn ein Schnäppchen war die Aktie nicht. Dennoch ist die IPO-Saison zumindest halbwegs geglückt und der Startschuss für weitere Börsengänge gelegt.
Schon einige Tage auf dem Parkett-Buckel hat indes die Commerzbank (WKN 803200). Als Dauerzockerpapier scheint sich die Aktie im DAX einen Stammplatz sichern zu wollen. In der vergangenen Woche ging es mal wieder kaum vom Fleck – vom Ausreißer nach unten wegen der schlechten Deutschen Bank-Zahlen am Donnerstag einmal abgesehen. Bei Kursen von um die 1,60 Euro ist die Richtung nach wie vor unklar, auch wenn die Citigroup das Kursziel für die Commerzbank (allerdings vor Zahlen für das Schlussquartal) von 1,35 auf 1,75 Euro angehoben und das Rating „Neutral“ belassen hat. Bis zu den Zahlen müssen wir noch bis zum 15. Februar warten und bis dahin dürfte wohl nicht mehr viel passieren – es sei denn es sickert vorab etwas durch. Es können also zwei ruhige Handelswochen werden – wohlgemerkt: könnte. Denn bei der Commerzbank gilt: Wenn es keine Nachrichten gibt, dann kocht man eben alte Geschichten/Gerüchte/o.ä. wieder hoch und schon stehen die Zocker wieder parat. Entweder man agiert dann mit dem Strom oder wartet in Ruhe die Zahlen ab.

Der DAX und sein Chart

Dem DAX konnte in der vergangenen Woche abermals keinen Befreiungsschlag gelingen. Dennoch sehen die Chancen nach dem starken Freitag durchaus positiv aus, das sich das ändert, wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben.

Einzeltitel aus Deutschland

Die Berichtssaison war für DAX & Co. eines der Hauptthemen der vergangenen Woche. Die Deutsche Bank (WKN 51400) konnte dabei wenig erbauliches vermelden. Verluste werden auch in Frankfurt nie gerne gesehen. Ein Blick auf den Chartverlauf zeigt aber auch: Milliardenverlust hin, üble Vergangenheit her. Bei der Aktie der Deutschen Bank scheinen die Anleger wieder Vertrauen gefasst zu haben. An den hier vorgestellten Marken bietet sich einen Longeinstieg als durchaus chancenreich an.
Zwar kein Milliardenverlust, aber dennoch nicht überzeugen konnte daneben der Versorger E.ON (WKN ENAG99). Nach dem Bruch der letzten Bodenbildung, scheint die aktuelle bei knapp 13 Euro nachhaltig zu sein. Angesichts der jüngst veröffentlichten Zahlen stellt sich nun die Frage, wie es weiter geht. Zusammen mit RWE ist E.ON der schwächste DAX-Titel der letzten Monate. Einzige Stütze ist derzeit die Dividende. Doch ob das so bleibt, ist fraglich, wie wir hier ausführen.
Europas größter Automobil-Hersteller Volkswagen (WKN 766403) hat unlängst das Ziel ausgegeben bis spätestens 2018 zur weltweiten Nummer eins aufzusteigen. Dass den Wolfsburgern noch ein hartes Stück Arbeit bevorsteht zeigten nun die Verkaufszahlen für das Jahr 2012, bei denen sich Toyota (WKN 853510) die Spitzenposition, nach einer zwischenzeitlichen Schwächeperiode im Jahr 2011, zurückholen konnte. Mehr dazu hier.
Deutschlands Nebenwerte sind weiterhin en Vogue. Einer dieser ist Südzucker (WKN 729700). Die Mannheimer können wohl für das noch laufende Geschäftsjahr mehr als solide Zahlen präsentieren. Die Charttechnik sieht zudem gut aus, ein Kursziel von über 40 Euro scheint nicht unrealistisch zu sein.
Ebenfalls im Blick: Der Zahlungsabwickler Wirecard (WKN 747206). Mit den nun veröffentlichten Zahlen zum Geschäftsjahr 2012 wird die Basis für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends 2012 gelegt. Doch so richtig eindeutig waren die Reaktionen auf die Zahlen dann nicht, weshalb eine Fortsetzung des Aufwärtstrends unklar ist.
Der TecDAX zeigte sich am Donnerstag angesichts zweier IT-Aktien nicht ganz so unter Druck wie er sein müsste: Die Rede ist von Bechtle (WKN 515870) und CANCOM (WKN 541910). Beide Unternehmen konnten mit starken Quartalszahlen von sich Reden machen. Dennoch ist Optimismus im Überfluss auch nicht angesagt. Mehr dazu hier.
Der Technologiekonzern Jenoptik (WKN 622910) konnte sich für das Jahr 2012 über einen Rekordgewinn freuen. Trotzdem verzeichnete das im TecDAX gelistete Jenoptik-Papier am Dienstag fallende Kurse. Hauptgrund dürfte der vorsichtige Ausblick gewesen sein.
Die guten Nachrichten bei Nordex (WKN A0D655) lassen nicht nach. Zwei Wochen, nachdem ein Rekordauftragseingang gemeldet wurde, meldete Nordex USA einen Auftrag aus Uruguay. Mit diesen guten Nachrichten im Rücken dürfte die Rückkehr zu alten Kursniveaus gelingen.
Die angeschlagene Baumarkt-Kette Praktiker (WKN A0F6MD) bleibt für Spekulanten heiß. Nach dem Kurssprung auf fast 1,80 Euro vorletzten Freitag ging es vergangene Woche Stück für Stück bergab. Heute bekam die Abwärtsfahrt nochmals Schwung, obwohl es eigentlich gute Nachrichten für den SDAX-Titel gab. Nichtsdestotrotz mehren sich die Zeichen auf Besserung. Ein Grund die Aktie ganz genau anzuschauen und sich von den Kursturbulenzen nicht verrückt machen zu lassen.
Europas führender Internet-Händler für Heimtierprodukte zooplus (WKN 511170) musste aufgrund seines Wachstumskurses zuletzt einige Abstriche in Sachen Profitabilität machen. Mit den nun vorgelegten vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2012 konnte die Burda-Tochter zumindest in Sachen Wachstum erneut überzeugen. Zudem soll für das vierte Quartal 2012 ein positives EBITDA zu Buche stehen. Mehr zu diesem SDAX-Titel hier.

Internationale Einzelwerte

Eines der spannendsten Duelle am Aktienmarkt ist derzeit das zwischen Apple (WKN 865985) und Samsung (WKN 888322). Auch wenn die Kursschwäche bei Apple (trotz Rekordumsätzen) etwas anderes suggeriert, ist der Smartphone-Markt nach wie vor eine Goldgrube für die großen Player. Denn diese Alleskönner werden immer beliebter. Davon sollten beide profitieren – wer aber die Nase vorn haben dürfte, schreiben wir hier.
Interessante Quartalszahlen kamen in der vergangenen Woche von Facebook (WKN A1JWVX). Trotz Umsatzssprung konnten die Anleger nicht so recht überzeugt werden. Warum dennoch auch bald wieder IPO-Kurse möglich sind steht hier.
Und die „guten“ Nachrichten aus den USA reißen nicht ab. Der Dow Jones – die Mutter aller Aktienindizies – hat erstmals seit Oktober 2007 am Freitag wieder das Niveau von 14.000 Punkten erreicht! Doch nicht nur von den Top 30-Unternehmen kommen gute Nachrichten. Auch die US-Autobauer verzeichnen Absatzzahlen wie zum Teil seit 2006 nicht mehr. Weitere Details hier.
Auch aus Österreich kamen vergangene Woche interessante Meldungen. Die Aktie des österreichischen Mineralölkonzerns OMV (WKN 874341) hat dort die Chance ihre langjährige Seitwärtsbewegung in Richtung ihres Allzeithochs bei rund 58 Euro zu verlassen. Doch das heute veröffentlichte Trading Statement zum vierten Quartal macht dies nicht leichter, obwohl der Verkauf der Bevorratungsgesellschaft ELG Mitte Januar den Handlungsspielraum für OMV vergrößert hat.
Und noch ein österreichischer Öltitel war uns einen Beitrag wert: Vor rund zwei Wochen konnten wie darüber berichten, dass C.A.T. oil (WKN A0JKWU) gut im Plan liegt, die Ausschreibungssaison 2013 erfolgreich abzuschließen. Nun vermeldete der führende Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen in Russland und Kasachstan, dass er bis zum 30. Januar – und damit deutlich früher als gewohnt – im Auftragsbuch für 2013 einen neuen historischen Höchststand von 392 Mio. Euro erreicht hat. Mehr zu diesem SDAX-Titel hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In der kommenden Woche werden wieder zahlreiche Quartalszahlen auf der Agenda stehen. So berichten u.a. Fielmann, Julius Bär, Petrobras und YUM! Brands (Montag); BP, Enel, Kuka, Munich Re, UBS und Walt Disney (Dienstag); ArcelorMittal, Douglas Holding und Visa (Mittwoch); Alcatel-Lucent, Balda, Credit Suisse, HeidelbergCement, Daimler, Philip Morris und Sanofi (Donnerstag); MAN (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

In Sachen Konjunkturdaten wird in Deutschland der Mittwoch interessant. Dann steht die Veröffentlichung der Dezember-Zahlen zum deutschen Auftragseingang in der Industrie auf der Agenda. Einen Tag später werden die Daten zur deutschen Produktion im produzierenden Gewerbe für Dezember veröffentlicht. Ferner gibt es am Freitag noch die Zahlen zur deutschen Leistungsbilanz (Dezember).
In Europa stehen am Montag der sentix-Konjunkturindex (Februar) sowie die Daten zu den Erzeugerpreisen (Dezember) auf der Agenda. Am Dienstag folgen die Einkaufsmanagerindizes aus dem Dienstleistungssektor (Januar) und die europäischen Einzelhandelsumsätze (Dezember). Am Donnerstag schließlich rückt die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Blickpunkt.
In den USA stehen am Montag die Zahlen zum Auftragseingang der Industrie (Dezember) zur Veröffentlichtung. Am Dienstag folgt der ISM-Dienstleistungsindex (Januar), bevor am Donnerstag die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die Statistiken zur US-Produktivität und die Verbraucherkredite (Dezember) veröffentlicht werden. Zum Wochenschluss wird noch das Handelsbilanzsaldo (Dezember) bekannt gegeben.


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here