DAX Charttechnik: Im Niemandsland

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Im Grunde genommen hat sich beim deutschen Leitindex seit vergangenem Donnerstag nichts geändert. Noch immer pendelt der DAX ohne klare Richtungsentscheidung im Bereich von 7.700 Punkten seitwärts – mal ein paar Punkte höher, mal ein paar tiefer. Ein Kurszuwachs von rund 1,25 Prozent steht in diesem Jahr dabei zu Buche. Keine wirklich großen Schritte, wenn man bedenkt, dass der Dow Jones bereits 5,15 Prozent und der Schweizer SMI 8,74 Prozent vorne liegen. MDAX und TecDAX sind da schon besser aus dem Startblock gekommen und verbesserten sich um 5,88 Prozent bzw. 7,22 Prozent. Viel wichtiger als das was war, ist aber das, was sein könnte.

An der europäischen Terminbörse EUREX ergab sich gestern erneut ein Put-Überhang. 41.586 Call- standen dabei 69.000 Put-Optionen gegenüber. Das ergibt eine Put-Call-Ratio von 1,66. Extreme Werte über 1,5 werden als Hinweis für Übertreibungen interpretiert. Der DAX ist also strenggenommen in der kurzen Sicht als „überverkauft“ einzustufen – sollte demnach vorerst gestützt werden. In mittelfristiger Sicht spiegelt sich die Seitwärtsphase auch im Verhalten auf dem Optionsmarkt wieder. Wir haben uns die bisherigen Transaktionen im laufenden Jahr für die 30 DAX-Aktien einmal genau angeschaut: Derzeit sind acht Titel als „überverkauft“ einzustufen und lediglich zwei (VW und Commerzbank) als überkauft. Insgesamt wurden im Januar bislang 3,33 Mio. Call- und 3,30 Mio. Put-Optionen auf die deutschen Standardwerte geordert. Unter dem Strich ergibt sich für den DAX damit eine ausgewogene Ratio von 0,99. Salopp gesagt: Weder Bullen noch Bären haben derzeit das Zepter in der Hand.


Seitwärtsphase wegen Volumendefizit

Bleibt der Blick auf die technische Analyse: Wie erwartet nutzt der Index das Volumendefizit zwischen 7.530 und 7.790 Punkten für eine Seitwärtsphase. Grundsätzlich war nach dem Anstieg auf 7.790 mit einem Rücksetzer auf 7.530/7.550 zu rechnen. Die Kurse wurden allerdings bereits bei 7.634 gestützt. Ein Test der unteren Begrenzung steht also noch aus. Dieser ist erst zu verwerfen, wenn sich der DAX mehrere Sitzungen oberhalb von 7.887/7.905 Zählern etablieren kann. Zuvor wirkt der Bereich zwischen 7.840 und 7.850 Punkten bremsend. An diesen beiden Levels sehen wir auf kurze Sicht ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis für Puts.

Sebastian Hoffmann ist Trading-Analyst bei Prime Quants. Dort ist er vor allem für die Intraday-Analysen, die Handelssysteme und die Trading-Services verantwortlich.

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