Wochenrückblick KW 3: Commerzbank und Apple werden nächste Woche spannend

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Die vergangene Woche bot für das Anlegerherz viele neue Impulse, die allerdings kaum genutzt wurden. Der DAX machte ordentliche Aufs- und Abs mit, ohne seine Chancen auf neue Hochs zu verspielen. Dauerbrenner Commerzbank (WKN 803200) kam getrieben durch starke US-Quartalszahlen aller wichtigen Wettbewerber auch wieder etwas vom Fleck. Dennoch ist der Sprung in Richtung 2 Euro noch immer nicht geglückt. Man bekommt immer mehr den Eindruck, dass sich Long- und Short-positionierte Anleger gegenseitig neutralisieren und charttechnische Aspekte ausgeblendet werden. Möglicherweise kann ein Ausbruch dann auch erst nach Bekanntgabe der neuesten Quartalszahlen am 15. Februar erfolgen. Warten wir es ab.
Deutlich früher dürfte sich dagegen bei Siemens (WKN 723610) etwas tun. Die Hauptversammlung am Mittwoch dürfte wohl über den Spin-off von Osram positiv entscheiden. Damit bekommt der deutsche Kurszettel einen Leuchtenwert und Siemens ist eine Problemsparte los. Siemens-Anleger dürften sich dann in den kommenden Wochen bzw. Monaten über die Einbuchung der Osram-Aktien freuen. Wie groß die Freude am Ende wirklich sein wird, werden wir in den kommenden Tagen mal anschauen.
Ebenfalls ganz genau anschauen werden wir uns die Apple-Zahlen (WKN 865985) Mittwochnacht. Es dürfte wohl wieder halb 11 werden, bis die ersten Zahlen über die Ticker gehen. Die Erwartungshaltung ist groß. Die einen gehen davon aus, dass Apple einen Absatzeinbruch hinnehmen musste, andere sehen dank Weihnachtsgeschäft bei Apple alles in Butter. Für den weiteren Kursverlauf sind die Zahlen jedenfalls elementar. Nach dem Test der 500-Dollar-Marke heißt es nun hopp oder top.
Spannend ist derzeit auch ein Blick ins Land des Lächelns. Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat Anlegern zuletzt viel Freude bereitet, doch kurzfristig ist erst einmal die Luft raus, wie wir hier schreiben.

Der DAX und sein Chart

Der DAX hielt auch in der vergangenen Woche an seiner Seitwärtsbewegung fest. Wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben, ist die Ausgangslage für den Leitindex weiterhin die gleiche. So rückt auch nach dem Freitag das Jahreshoch (7.790) in in den Fokus. Mit einem Ausbruch über dieses Top steht ein Angriff auf die 8.000er-Marke auf der Agenda.

Einzeltitel aus Deutschland

Nach den zahlreichen guten Nachrichten zuletzt geriet die Aktie von Europas größtem Softwarehersteller SAP (WKN 716460) am Dienstag unter Druck. Schuld waren enttäuschende Quartalszahlen, bei denen trotz Umsatz- und Ergebnisplus die Markterwartungen verfehlt wurden. Der Kurssturz warf aber die Frage auf, ob der Aufwärtstrend wirklich weitergehen kann.
Weitere DAX-Titel, denen wir uns vergangene Woche gewidmet haben, waren u.a. Commerzbank (WKN 803200) und BMW (WKN 519000).
Aus dem MDAX kamen wieder einmal interessante Übernahmemeldungen. Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger (WKN 590900) übernimmt den amerikanischen Wassertechnikspezialisten Johnson Screens für einen nicht genannt Betrag. Für den Kurs könnte dies einen wichtigen Impuls nach oben geben.
Die neueste Nachrichtenlage zu Sky (WKN SKYD00) ist gut. Der Bezahlsender hat im vierten Quartal das Kundenwachstum wieder beschleunigt. Und nun will Murdoch die Mehrheit an Skye übernehmen. Die Kursfantasie hat damit noch mehr Nahrung bekommen.
Über die Trendaktie Dürr (WKN 556520) haben wir zuletzt im August geschrieben. Wie sich gezeigt hat, nicht zu spät. Seit dem Sommer hat die Aktie noch einmal 35 Prozent zugelegt und der Aufwärtstrend ist nach wie vor intakt. Auf ein Jahr gesehen steht derzeit sogar eine Verdopplung des Aktienkurses und für einen Zeitraum von drei Jahren steht eine Verfünffachung im Raum. Rund einen Monat vor der Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftszahlen 2012 am 19. Februar lohnt sich daher der Blick auf diesen MDAX-Titel.
Die Verkehrszahlen von Fraport (WKN 577330) für 2012 waren gut. Mehr Passagiere, weniger Fracht – so die einfache Zusammenfassung. Für Anleger ist derweil bei der Fraport-Aktie wohl derzeit weniger bzw. gar nichts zu holen.
Die angeschlagene Baumarkt-Kette Praktiker (WKN A0F6MD) kann zum Wochenschluss mal wieder mit einem Kurssprung von sich Reden machen. Schuld ist eine Heraufstufung durch die Deutsche Bank. Nach “Hold” bewertet man die Aktie nun mit “Buy”. Das Kursziel wurde zudem von 1,70 auf 2,60!!! Euro angehoben. Von den Argumenten her ist eigentlich nichts neues dabei. Auch ohne den heutigen 10-Prozent-Satz nach vorne hat sich die Aktie seit Jahresbeginn prächtig entwickelt. Wie wir bereits am 9. Januar schrieben, steht die nachhaltige Trendwende mit Kursen jenseits von 2 Euro bevor.
Für den Schaltbau-Konzern (WKN 717030) lief es im vierten Quartal 2012 nach ersten vorläufigen Zahlen überraschend gut. Damit wurden die bisherigen Umsatzprognosen für das Gesamtjahr übertroffen. Auch beim Ergebnis dürfte sich das niedergeschlagen haben. Zwar hat der Kursverlauf zuletzt das starke vierte Quartal schon vorweg genommen, dennoch besteht noch weiteres Potenzial.
Es gab schon bessere Zeiten für Windenergiespezialisten. Angesichts der Energiewende nehmen die Diskussionen um neue Stromtrassen für Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee und um immer mehr Windräder auf windigen Berggipfeln zu. Doch offenbar scheint bei Nordex (WKN A0D655) der Knoten geplatzt. Für 2012 wurde ein Rekord-Auftragseingang gemeldet. Zudem geht man die Strukturanpassungen in den USA und in China zielsicher an. Nachdem die Aktie in den letzten Tagen ohne Nachrichten den Sprung von 3 Euro in Richtung 4 Euro-Marke getätigt hat, kamen nun die entsprechend positiven Meldungen. Doch der Kurssprung dürfte nicht alles gewesen sein. Die Nordex-Aktie könnte zur Aufholjagd ansetzen.
Gute Nachrichten gab es vom Modeschmuckkonzern Bijou Brigitte (WKN 522950). Der Konzern konnte für 2012 trotz Euro-Krise und den schwachen Verkaufszahlen in Südeuropa einen Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert präsentieren. Zwar lassen die Gewinnzahlen und die Dividendenhöhe noch bis zur zweiten Märzhälfte auf sich warten, aber wer auf die alte Stärke der Bijou-Brigitte-Aktie setzt, sollte sich jetzt schon positionieren.

Internationale Einzelwerte

Die Jungs von C.A.T. oil AG (WKN A0JKWU) hatten wir bereits in unserer Serie „Aktien 2013“ zuletzt näher beleuchtet. nun gibt es weitere gute Nachrichten vom führenden Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen in Russland und Kasachstan. C.A.T. Oil liegt gut im Plan, dieAusschreibungssaison 2013 erfolgreich abzuschließen. Und die Aktie läuft – so wie von uns im Dezember zuletzt analysiert.
Die Aktie des österreichischen Mineralölkonzerns OMV (WKN 874341) hat zum Wochenausklang erneut zu einem Höhenflug angesetzt, nachdem der Konzern bekannt gab, dass er seine Öllager-Tochter (LMG) an die nationale zentrale Bevorratungsgesellschaft ELG verkauft. Damit schafft es das Unternehmen, sich einiger Pflichten zur gesetzlich vorgeschriebenen Öllagerung für den Krisenfall zu entledigen. Mehr zur OMV-Aktie hier.
Für das Jahr 2011 musste BB Biotech (WKN A0NFN3) noch einen Verlust von 146 Mio. Schweizer Franken (CHF) ausweisen. Nun konnte die im TecDAX notierte Schweizer Beteiligungsgesellschaft für das Jahr 2012 erneut schwarze Zahlen schreiben und den Jahresgewinn nach Steuern auf 368 Mio. CHF hochschrauben. Dabei überzeugte BB Biotech insbesondere in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, während im vierten Quartal ein Verlust von 134 Mio. CHF zu Buche stand. Von daher dürfte das Papier noch einiges an Kurspotenzial bereithalten.
Auch wenn die Aktie des Uhrenherstellers Swatch (WKN 865126) seit November 2012 um rund ein Drittel an Wert zulegen konnte, ruhen sich die Schweizer nicht auf diesem Erfolg aus. Vielmehr übernimmt Swatch nun die Schmuck- und Edeluhren-Marke Harry Winston, um sich auf diese Weise noch breiter aufzustellen und damit die Grundlage für weitere Kursanstiege zu bilden.
Die europäischen Handelsriesen Metro (WKN 725750) und Carrefour (WKN 852362) aus Frankreich konnten im vierten Quartal 2012 trotz des Weihnachtsgeschäfts nur leichte Umsatzzuwächse verzeichnen. Beide Konzerne haben immer noch mit den Folgen der Euro-Krise und der damit verbundenen Kaufzurückhaltung der Konsumenten, insbesondere in Südeuropa, zu kämpfen. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz aus dem Internet.
Für den Chef des Online-Händlers eBay (WKN 916529), John Donahoe, war das Schlussquartal 2012 „ein großartiges Ende eines exzellenten Jahres“. Tatsächlich konnte das Unternehmen, das in der Vergangenheit mit einem schlechten Ruf seiner Online-Auktionsplattform zu kämpfen hatte, 2012 sein Image in fast allen Bereichen aufpolieren. Dabei haben die starken Wachstumszahlen bei der Bezahltochter PayPal und der weltweit steigende Trend online einzukaufen Erwartungen geweckt, wonach die eBay-Aktie bald zu einem neuen Allzeithoch aufbrechen könnte.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In der kommenden Woche werden wieder zahlreiche Quartalszahlen auf der Agenda stehen. Aus Deutschland werden u.a. die Bilanzen von Wincor Nixdorf (Montag); DOUGLAS (Dienstag); Delticom, Siemens und SAP (Mittwoch) veröffentlicht.
Aus den USA berichten u.a. AMD, Delta Air Lines, DuPont, Google, IBM, Johnson & Johnson, Texas Instruments, Verizon (Dienstag); Abbott, Apple, Burger King, McDonald’s, Motorola (Mittwoch); 3M, Amgen, AT&T, Microsoft, Starbucks (Donnerstag); Halliburton, Honeywell, Kimberly-Clark und Procter & Gamble (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

In Sachen Konjunkturdaten steht aus Deutschland am Montag die Veröffentlichung der Erzeugerpreise (Dezember) auf der Agenda. Am Dienstag folgen die ZEW-Konjunkturerwartungen (Januar) und am Freitag der ifo-Geschäftsklimaindex (Januar).
Aus Europa werden am Mittwoch das Verbrauchervertrauen (Januar) veröffentlicht, bevor am Donnerstag zahlreiche Einkaufsmanagerindizes folgen. Ferner wird dann auch die Leistungsbilanz (November) publiziert.
Aus den USA werden Feiertagsbedingt erst am Dienstag Impulse erwartet. Dann folgen die Verkäufe bestehender Häuser (Dezember) und der Chicago Einkaufsmanagerindex (Dezember). Am Mittwoch wird der FHFA Hauspreisindex (November) bekannt gegeben, bevor am Donnerstag die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Frühindikatoren (Dezember) bekannt gegeben werden.


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