Wochenrückblick KW 2: Commerzbank kommt abermals nicht vom Fleck, DAX im Wartestand

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Der DAX konnte in der vergangenen Woche nicht so recht vom Fleck kommen. Er wartet auf weitere Impulse, die in der kommenden Woche mit der US-Berichtssaison sicher kommen werden – vor allem aus dem Bankensektor. Wells Fargo machte dabei am Freitag schon mal einen Anfang, der nicht schlecht ausfiel. Die US-Banken dürften dann auch ein Vorgeschmack auf die deutschen Institute sein. Im Blick steht hier vor allem die Commerzbank (WKN 803200), die seit der vergangenen Woche überraschende Gewinnbeiträge von der polnischen Banktochter erwartet. Doch wie so oft in den letzten Monaten wurde eine kleine gute Nachricht zu einem riesigen Turnaround hochgejazzt. Die Aktie schoß vollkommen übertrieben von 1,50 Euro bis auf über 1,70 Euro hoch. Am Freitag folgte dann auch prompt die Korrektur wieder in Richtung 1,60 Euro. Die Aktie ist aus langfristige Gesichtspunkten vielleicht eine Investition Wert, kurzfristig ist sie aber nicht mehr als ein Zock. Dieser kann je nach Glück gut gehn oder auch nach hinten los gehen. In unseren Aktien 2013 haben wir die weiteren Ziele formuliert. Nach einer Konsolidierung bei 1,60 Euro steht zunächst ein Erreichen der Marke von 1,80 Euro auf dem Programm. Aber das ganze braucht Zeit und auch die entsprechenden positiven Nachrichten, womit wir wieder zu den Bank-Quartalszahlen in der kommenden Woche kommen. Sollte es hier positive Überraschungen geben, kann das auch der Commerzbank nützen. Die Charttechnik spricht jedenfalls nicht dagegen. Doch allzu schnell darf die Erholung auch nicht passieren, sonst kommt der Rückschlag auf dem Fuße. Man sollte sich dabei vielleicht am Bergsteigen orientieren. Langsam aufwärts, Stück für Stück und immer gegen den Absturz absichern.

Der DAX und sein Chart

Der DAX ist nach dem Blitzstart ins neue Börsenjahr erst einmal in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt. Mittelfristig stehen die Ampeln für weitere Kurssteigerungen aber unverändert auf grün. Wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben, gibt es auf dem aktuellen Niveau solide Unterstützungen. Gelingt der Ausbruch über 7.800 Punkte nach oben, ist ein schneller Move in Richtung 8.000er-Marke zu erwarten. Aber es kann auch ganz anders kommen – und dann sind Put-Optionsscheine nicht verkehrt.

Einzeltitel aus Deutschland

Eines der Themen der vergangenen Woche war der Einstieg chinesischer Investoren in deutsche Großkonzerne. So rückte hier der Automobilhersteller Daimler (WKN 710000) ins Visier der Anleger. Doch auch SAP (WKN 716460) war in dieser Hinsicht für eine Schlagzeile (und steigende Kurse) gut. Ferner trieben eine bahnbrechende Produktneuerung und die Aussicht das Umsatzziel von 20 Mrd. Euro bis 2015 früher als geplant zu erreichen, die Aktie von Europas größtem Softwarehersteller am Freitag an die DAX-Spitze.
Daneben gab es auch vom Daimler-Wettbewerber BMW (WKN 519000) positive Meldungen. Dike Münchener haben auch im Jahr 2012 soviele Autos verkauft wie nie zuvor. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die BMW-Aktie auch weiterhin die beste Autoaktie im DAX ist.
Einen Blick warfen wir in der vergangenen Woche auch auf die Deutsche Börse (WKN 581005). Dieser Wert befindet sich seit 19. Dezember durch Überschreiten von 46,00 Euro in einem intakten Point&Figure-Kaufsignal.
Die Nachrichtenlage bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin (WKN AB1000) bleibt auch zu Begin des neuen Jahres spannend. Der heute angekündigte Führungswechsel ist dabei nur ein Teil der Gemengelage. Hauptbelastungsfaktor ist die anhaltende Unsicherheit um das neue Drehkreuz am Flughafen BER Berlin-Brandenburg. Zum Wochenstart wurden wieder einmal Verzögerungen publik, die auch dem neuen Chef der angeschlagenen Fluglinie das Leben nicht leichter machen. Mehr dazu hier.
Ganz anders das Bild bei der angeschlagenen Baumarkt-Kette Praktiker (WKN A0F6MD): Hier zeichnet sich derzeit eine Trendwende ab – ob diese nachhaltig ist, wird sich zeigen. Aber so wie sich in den vergangenen drei Monaten der Umsatz stabilisiert hat, scheint nun auch der Kurs das Tal der Tränen zu verlassen haben.
Über eine positive Überraschung durften sich vergangene Woche die Aktionäre des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor (WKN 927200) freuen. Dabei konnte das Unternehmen aufgrund einer unerwartet hohen Nachfrage nach Smartphones und Tabletcomputern im Weihnachtsgeschäft seine Umsatzprognose für das Schlussquartal 2012 nach oben schrauben. Nachdem das im TecDAX notierte Papier zum Ende des vergangenen Jahres schwächelte, könnte diese gute Nachricht den Startschuss für eine bessere Kursentwicklung darstellen.

Internationale Einzelwerte

Nachdem die Aktie der Telekom Austria (WKN 588811) im November und Dezember 2012 eine positive Kursbewegung zeigen und ein Plus von rund 30 Prozent verbuchen konnte, enttäuschte das Unternehmen nun die Anleger mit einem schwachen Ausblick für das Jahr 2013 und den Nettogewinn für 2012. Für den Kurs könnte das eine Rückkehr zum bisherigen langfristigen Abwärtstrend bedeuten.
Auch wenn Nokia (WKN 927200) im Schlussquartal 2012 mit den Verkäufen seiner Smartphones nicht einmal in die Nähe der Absatzzahlen seiner großen Konkurrenten Apple und Samsung gekommen sein dürfte, kann die Aktie des finnischen Handy-Herstellers am Donnerstagnachmittag Kursgewinne von fast 20 Prozent verbuchen. Und das muss nicht das Ende sein, wie wir hier schreiben.
Dagegen ist so mancher Apple-Anleger (WKN 865985) mit gemischten Gefühlen in das neue Jahr gestartet. Der Kursrückgang seit dem September-Hoch ist nach wie vor im Gange. Gestern sorgten die Meldungen von Nokia zudem für eher eingetrübte Stimmung. Hinzu kam eine Kurszielsenkung eines wichtigen Apple-Fans. Die Analysten von Piper Jaffray haben ihre Kaufempfehlung zwar abermals bekräftigt, aber das Kursziel von 900 Dollar auf 875 Dollar gesenkt. Dem Kurs hat das zwar nicht übermäßig geschadet, dennoch fehlen derzeit die positiven Meldungen, weshalb Apple wohl bis auf weiteres ein Short-Kandidat bleibt.
Traditionell eröffnet der Aluminium-Konzern Alcoa (WKN 850206) die US-Berichtssaison. Am Dienstag trudelten erneut die Zahlen ein. Weil der Konzern viele Schlüsselindustrien wie die Auto-, Luftfahrt- und Verbraucherelektronikbranche beliefert, gelten seine Quartalszahlen als Indikator für die Bilanzen der anderen großen Industriekonzerne der USA. Kurz gesagt: Die waren Zahlen ok und der Chart sieht bullish aus.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In der kommenden Woche stehen nur noch wenige Quartalszahlen auf der Agenda. Aus Deutschland werden u.a. die Bilanzen von Hymer und SinnerSchrader (Donnerstag) veröffentlicht. Zudem steht am Freitag die Hauptversammlung von ThyssenKrupp auf der Agenda.
Aus den USA berichten u.a. eBay, Goldman Sachs und JPMorgan Chase (Mittwoch); American Express, Bank of America, Citigroup und Intel (Donnerstag) sowie General Electric, Morgan Stanley und Schlumberger (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

In Deutschland stehen am Dienstag die Verbraucherpreise (Dezember) und die erste Schätzung zum deutschen BIP im Jahr 2012 auf dem Programm. Am Donnerstag werden die Daten zu den deutschen Großhandelspreisen für Dezember 2012 bekannt gegeben.
Auf europäischer Ebene stehen am Montag die November-Daten zur Industrieproduktion im Fokus. Am Dienstag dürfte vor allem die Bekanntgabe der Handelsbilanz (November) in der Eurozone im Blickpunkt stehen, bevor am Mittwoch die Verbraucherpreise (Dezember) publiziert werden.
In den USA werden am Dienstag die Erzeugerpreise (Dezember), die Einzelhandelsumsätze (Dezember), der Empire State Manufacturing-Index (Januar) und die Lagerbestände (November) bekannt gegeben. Zur Wochenmitte stehen die Daten zu den Verbraucherpreisen (Dezember) und zur Industrieproduktion (Dezember), sowie der NAHB Wohnungsmarktindex (Januar) und das Fed Beige Book auf der Agenda. Am Donnerstag folgen die Dezember-Zahlen zu den Baubeginnen und Baugenehmigungen, sowie der Philly-Fed-Index (Januar). Am Freitag schließlich wird das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (Januar) bekannt gegeben.


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