Apple bleibt bis auf weiteres Short-Kandidat, aber günstige Bewertung

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So mancher Apple-Anleger (WKN 865985) ist mit gemischten Gefühlen in das neue Jahr gestartet. Der Kursrückgang seit dem September-Hoch ist nach wie vor im Gange. Gestern sorgten die Meldungen von Nokia zudem für eher eingetrübte Stimmung. Hinzu kam eine Kurszielsenkung eines wichtigen Apple-Fans. Die Analysten von Piper Jaffray haben ihre Kaufempfehlung zwar abermals bekräftigt, aber das Kursziel von 900 Dollar auf 875 Dollar gesenkt. Dem Kurs hat das zwar nicht übermäßig geschadet, dennoch fehlen derzeit die positiven Meldungen, weshalb Apple wohl bis auf weiteres ein Short-Kandidat bleibt.

Wie wir bereits in unserer Serie Aktien 2013 geschrieben haben, fehlen die gewinnbringenden Innovationen. Auch das nun diskutierte, und auch von Analysten immer mehr erwartete Billig-iPhone wird dieses Problem nicht lösen. Analogien zur Automobilindustrie drängen sich auf: Wer bislang Premium-Oberklasseautos gebaut hat und plötzlich auch in das Kleinwagensegment vorstoßen will, sollte sich das dreimal überlegen, ob er damit nicht mehr kaputt macht als gewinnt. Neben den deutlich schwächeren Margen bei Produkten der 200 Dollar/Euro-Klasse dürfte auch der Ruf des Konzerns darunter leiden. Wenn es Apple schon zum Schnäppchen-Preis gibt, warum sollte ein Nutzer dann für die Topprodukte überdurchschnittlich mehr ausgeben?

Die eingangs erwähnten Jungs von Piper Jaffray sehen diese Risiken natürlich nicht ganz so dramatisch. Aus ihrer Sicht wäre das neue Billig-iPhone nur eines von vielen Geräten. Das ist sicher richtig, aber der Gewinn von Apple wird maßgeblich durch iPhones und iPads erzielt. Von daher ist eigene Konkurrenz in diesem Bereich eher schädlich. Zumal auch die anderen Wettbewerber, wie allen voran Samsung, nun aber auch Nokia und andere, immer beliebter werden. Letztlich hat sich der Apple-Hype in Teilen schon überlebt – nicht jeder iPhone-Nutzer kauft sich jedes Jahr das neueste Modell. Das gilt eher für einen harten Kern der Apple-Nutzer. Und doch man muss auch konstatieren, dass Apple nach wie vor sagenhafte Gewinnmargen hat und noch immer ein vielfaches mehr Gewinn erzielt, als Google Umsatz macht. Am Markt wird aber hauptsächlich in die Zukunft geschaut, weshalb sich die vorsichtigen Stimmen auch mehren. Das Gewinnwachstum wird für 2013 bei rund 10 Prozent und das Umsatzwachstum bei rund 22 Prozent gesehen. Eine Bewertung mit einem 2013er KGV von 11 ist zwar günstig, aber eben nur, wenn auch die Wachstumsphantasie dahinter stimmt. Und hier hat Apple zuletzt wenig überzeugt. Aber das kann sich auch wieder ändern, und dann wäre Apple zu diesen Kursen ein Kauf!


Quelle: boerse.de

Wie der Kursverlauf zeigt, ist die Enttäuschung über die fehlenden Innovationen am Markt seit September virulent. Bislang konnte sie nicht gestoppt werden, was sich auch in den Chartindikatoren zeigt. Der nun vom GD100 nach unten gekreuzte GD200 macht einmal mehr den aktuellen Abwärtstrend deutlich. Auch kurzfristig hat sich der Kurs zuletzt „schön“ entlang der fallenden GD20 und GD38 nach unten bewegt. Auf Dollar-Basis bleibt hier vor allem die 500-Dollar-Marke wichtig. In Euro liegt diese Marke bei knapp unter 380 Euro (je nach Wechselkurs).
Alles in allem bleibt Apple bis auf weiteres ein Short-Kandidat. Den Trend drehen können voraussichtlich nur neue Produkte oder überragend gute Quartalszahlen. Die nächsten stehen schon am 23. Januar auf der Agenda. Bis dahin sollte man sich gut überlegen, ob man auf Apple setzt und kleine Positionen aufbaut oder erst einmal auf weitere Abschläge setzt.

P.S. Kurzfristtrader, die vor allem auf schnelle Kursgewinne aus sind, sollten auch immer mal ihre Broker-Anbindung hinterfragen – am besten mal bei brokerdeal.de* vorbeischauen und sich die aktuellen Angebote ansehen.

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