Daimler: Steigen die Chinesen ein?

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Ich wette mit Ihnen, dass 90% der Menschen, wenn sie nach dem “typisch deutschen Auto” gefragt werden, entweder “VW-Käfer” oder “Mercedes” sagen werden.

Saudis sind raus

Die Stuttgarter stehen seit Jahrzehnten für Qualität im Automobilbau. Dieser Meinung waren auch die Saudis, die seit Jahren mit 3,1% am Konzern beteiligt waren, dieses Engagement aber im Oktober 2012 beendeten.

Wollen die Chinesen rein?

Nun scheinen sich die Chinesen für den deutschen Autokonzern zu interessieren.

Wie die staatliche chinesische Zeitung „People’s Daily“ unter Berufung auf Insider schreibt, will der Staatsfonds China Investment Cooperation (CIC) vier bis zehn Prozent der Daimler-Anteile kaufen. Auf Basis des derzeitigen Daimler-Kurses wäre das ein Marktwert von etwa 1,8 bis 4,6 Milliarden Euro.

Das ist eine Hausnummer. Allerdings gibt es auch Stimmen, die einem chinesischen Einstieg weniger Chancen einräumen. Der Staatsfonds, der 2007 gegründet worden war, um einen Teil der riesigen Devisenreserven anzulegen, habe sich bislang nie fürs Autogeschäft interessiert und neige zudem immer weniger dazu, in Einzelunternehmen zu investieren, hieß es. Immerhin:

Im Oktober war CIC mit zehn Prozent beim Betreiber des Londoner Flughafens Heathrow eingestiegen.

Also so ganz unwahrscheinlich ist ein möglicher Einstieg bei Daimler nicht.

Nun genug aus der “Gerüchteküche” und zum Blick auf den Point&Figure-Chart von Daimler

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Daimler: Technisch stärker als der DAX,                                              aber attraktiver Einstieg erst über 46 Euro

(Chart zum Vergrößern anklicken)

Auffallend ist, dass sich der Wert seit Mitte Dezember besser als der DAX entwickelt. (Erkennbar an der aktuellen X-Säule im Chart der Relativen Stärke auf der rechten Seite)

Der Anteilschein befindet sich seit dem gestrigen Überschreiten von 43 Euro in einem intakten Point&Figure-Kaufsignal.

Begeisternd ist das horizontal berechenbare Kursziel von 45 Euro allerdings nicht.

Dieses liegt exakt an der Bearish-Resistance, also dem aus dem vergangenen Verkaufssignal vom 5. April 2012 stammenden Widerstand.

Was machen wir denn aus dieser charttechnischen Lage?

Trotz just entstandenem Kaufsignal bietet sich die Daimler aus charttechnischen Gründen zu aktuellen Kursen nicht als Kauf an.

Ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis ergibt sich bei Kursen über 46 Euro. Hier hätte die Aktie den bereits angesprochenen Widerstand durchquert und ein erneuter Rückfall darunter böte sich als Stop an.

Mein Fazit:

Die Daimler-Aktie gehört – allein schon wegen ihrer positiven Relativen Stärke zum DAX – auf die Watchlist. Ein Überschreiten von 46 Euro wäre der nächste gute Einstiegspunkt.

Ihr Jörg Mahnert

www.XundO.info (Alles rund um Point & Figure)

twitter-bird-light-bgs www.twitter.com/joergmahnert


3 KOMMENTARE

  1. Selbstverständlich: China wird bei Daimler einsteigen und sich eine derartige Chance nicht entgehen lassen, denn China ist auf „Einkaufstour“ : Kion, Putzmeister, Tailored Blanks Schwing, KSM Castings, Kiekert, um einige zu benennen.

    Es ist insbesondere diese Beharrlichkeit, die die westliche Welt in Angst versetzt. Steht ein Plan, verfolgt China ihn unbeirrt. Chinesische Investoren sind aktuell auf der Suche nach hochwertigen Technologieunternehmen.
    Deutsche Unternehmen und deutsche Technik stehen dabei hoch im Kurs. Es begann im Jahr 2003 mit der Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund. Der Bergwerkskonzern Yanzhou Coal Mining erwarb die stillgelegte, ursprünglich 600 Millionen Euro teure Anlage 2003, ließ sie durch 300 chinesische Spezialisten in zwei Millionen Einzelteile zerlegen und nach Fernost verschiffen, wo sie nun eine andere Volkswirtschaft voranbringt – die chinesische. Übernommen wurden bereits die Betonpumpenhersteller Putzmeister und Schwing sowie die Autozulieferer KSM Castings und Kiekert. Jetzt sorgen vor allem 2 Transaktionen für besonderes Aufsehen: die geplante Übernahme des Autozulieferers Tailored Blanks, einer Tochterfirma des ThyssenKrupp-Konzerns und der Einstieg eines chinesischen Baumaschinenkonzerns beim Gabelstaplerkonzern Kion. Vor allem Tailored Blanks passt perfekt in die strategische Ausrichtung des expandierenden China. Tailored Blanks fertigt maßgeschneiderte, lasergeschweißte Bleche für die Automobilindustrie an und erwirtschaftet mit etwa 900 Beschäftigten 700 Millionen Euro Umsatz. China, der weltgrößte Absatzmarkt für Autos, will verstärkt selbst Fahrzeuge herstellen und auch exportieren.
    Der Gesamtwert aller angekündigten Übernahmen und Beteiligungen chinesischer Unternehmen im Ausland hat sich nach Analyse von Wirtschaftsprüfern im ersten Halbjahr 2012 mehr als verdreifacht, auf fast 24 Milliarden Dollar.

    Mit den weltweit etablierten Marken kommen chinesische Unternehmen ihrem Ziel näher, künftig nicht nur in der Volksrepublik, sondern auch auf anderen Märkten weltweit präsent zu sein und das große Ziel, von Made in China zu Created in China, zu verwirklichen.
    Es geht um das hiesige Ingenieurs-Knowhow, das die Volksrepublik zum Wohl der eigenen Wirtschaft akquirieren möchte (vgl. the impact of China’s business in the wider world).
    Mit fast allen Mitteln! Deutsche Unternehmen müssen, um in China investieren zu dürfen, oft technische Daten und Pläne offenlegen. Verfassungsschützer erwähnen China in ihren Berichten regelmäßig im Kapitel Wirtschaftsspionage. „Die Strategie der Chinesen hat sich verändert“, so etwa B. Stoppelkamp von der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft. „An die Stelle von Industriespionage ist in den letzten Jahren immer mehr die Beteiligung oder Übernahme von Unternehmen getreten.“

    Andererseits hat eine mögliche Beteiligung chinesischer Investoren für Daimler auch eine strategische Bedeutung, denn auf dem wichtigen Zukunftsmarkt schwächelt das Unternehmen und fährt der Konkurrenz spürbar hinterher. Ein engerer Kontakt zur Führung des zentralistisch gesteuerten Staates wäre ein Vorteil, wenn man als Unternehmer in China Erfolg haben will. Daimler hatte bereits Ende 2012 verlautbaren lassen, viel Geld in eine Reform des China-Vertriebsnetzes investieren zu wollen.
    Sandro Valecchi

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