Stop-Loss richtig gesetzt (Teil 1)

7. Januar 2013 | Von | Kategorie: Börsenwissen

Ich präsentiere Ihnen heute einen Gastbeitrag meines geschätzten Kollegen Andreas Sommer von www.timingismoney.de

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.

Ihr Jörg Mahnert

www.XundO.info (Alles rund um Point&Figure)

Eine der häufigeren Fragen von Investoren ist die nach dem Setzen von Stops.

Tatsächlich ist in meinen Augen eine Antwort, ohne zugleich das Kursziel einzuschließen, unvollständig. Genauer gesagt sollte vor jedem Einstieg das Verhältnis zwischen beiden Komponenten geklärt sein, wenn Sie Ihren Investment-Erfolg auf Dauer optimieren möchten.

Als Daumenregel gilt: Die Chance – also das, was Sie verdienen können – sollte das Risiko – also das, was Sie bereit sind, aufzugeben – um mindestens das Doppelte überschreiten. Je höher die Chance-Risiko-Relation (CRR), umso besser. Beginnen wir mit dem Stop:

Stop-Loss-Ermittlung am Zwischentief

Um ein Stop-Loss zu ermitteln, gibt es sicherlich vielfältige Möglichkeiten. Die traditionelle Methode ist, bei Long-Investments im Chart das letzte relevante Tief zu suchen. Das Stop-Loss wird dann einige Cent (bei Aktien) oder Punkte (bei Indizes) darunter justiert.

Problematisch ist das Nachziehen des Stops, wenn das Investment sich in der erwarteten Weise entwickelt. Dann müssen Sie bei dieser Methode stets warten, bis sich im Chart ein neues markantes Zwischentief ausgebildet hat.

Initial- und Dynamisches Stop-Loss

In meinem Börsendienst Momentum-Trader nutze ich ein von mir entwickeltes System, welches diese Problematik löst. Dort verwende ich zunächst ein Initial-Stop-Loss und wechsle nach festgelegten Kriterien später auf ein Dynamisches Stop-Loss.

Exkurs: Verlustträger

Diese Methodik können Sie selbstverständlich bei jeder Aktie anwenden. Sie können Sie überdies sehr gut verwenden, wenn Sie auf Verlustträgern sitzen, bei denen Sie den rechtzeitigen Ausstieg verpasst haben: Setzen Sie Ihr Initial-Stop-Loss dort, wo Sie sagen “bis hierhin und nicht weiter”! (Ich habe dann stets gerne das Tief der Vorwoche verwendet). Fällt Ihr Verlustträger weiter, zwingt das System Sie zum Verkauf. Erholt sich die Aktie wider Erwarten, bleiben Sie solange investiert, wie der Aufwärtstrend trägt und Sie minimieren Ihren Verlust.

Verwenden Sie Schlusskurse

Da ich überdies vorwiegend Stops auf Schlusskursbasis setze, entfällt zudem die Notwendigkeit, stets eine Stop-Loss-Order im Markt zu halten. Denn bei den von mir empfohlenen Wachstumsaktien kommt es aufgrund der erhöhten Volatilität hin und wieder dazu, dass im Markt liegende Stop-Orders “abgeräumt” werden, der Kurs sich anschließend jedoch umgehend wieder erholt.

Sie sollten eben stets bedenken: Orders, die im Markt liegen, können von vielen Marktteilnehmern eingesehen werden. Und da Händler bei jedem Geschäft Provision einstreichen, haben sie an der Ausführung möglichst vieler Aufträge Interesse. Wenn Sie Ihren Stop hingegen einfach nur „mental“ auf Schlusskursbasis setzen, dann ist dieser eben auch nicht öffentlich einsehbar.

Initial- und Dynamisches Stop-Loss in der Praxis

In meinem Börsendienst Momentum-Trader wird das Initial-Stop-Loss sofort nach der Orderausführung „mental“ 8% unter den Kaufkurs gelegt. Haben Sie beispielsweise eine Aktie zu 100 Euro gekauft, wäre Ihr Initial-Stop-Loss 92,00 Euro. Nun schauen Sie einfach am Abend nach dem Ende der Börsensitzung auf den Schlusskurs der Aktie: Liegt er unter 92 Euro, verkaufen Sie das Investment am nächsten Tag.

Entwickelt sich die Aktie hingegen entsprechend Ihrer Erwartung nach oben, dann erfolgt ein Wechsel auf das Dynamische Stop-Loss exakt dann, wenn der Schlusskurs erstmals mehr als 8% über Ihrem Kaufkurs notiert. Unserem Beispiel entsprechend beträgt Ihr Stop-Loss bei 108 Euro noch immer 92 Euro (das Initial-Stop-Loss). Bei einem Schlusskurs von 109 Euro wird das Stop-Loss auf 15% angehoben. Nun lautet Ihr Dynamisches Stop-Loss auf 92,65 Euro.

Und so verfahren Sie weiter

Weiterhin schauen Sie einfach jeden Abend auf den Schlusskurs der Aktie: Erst (und nur dann) wenn ein höherer Schlusskurs erreicht wird, wird das Dynamische Stop-Loss jeweils von diesem Niveau aus neu berechnet. In der Praxis: Schlusskurs 111,00 Euro – Stop-Loss 94,35. Schlusskurs 115,00 Euro – Stop-Loss 97,75 usw. Schließt die Aktie unter dem Stop-Loss, verkaufen Sie am nächsten Handelstag.

Mit dieser Stop-Loss-Handhabung fahre ich in meinem Börsendienst Momentum-Trader seit 8 ½ Jahren bestens. Und ich bin mir sicher, dass Sie Ihren eigenen Investment-Erfolg bei Verwendung dieser Methode systematisieren und optimieren können.

Auf die Ermittlung von Kurszielen zur Berechnung Ihrer Chance-Risiko-Relation (CRR) gehe ich im zweiten Teil ein. Dazu in der kommenden Woche mehr.

Ihr

Andreas Sommer

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Ein Beitrag von: www.timingismoney.de: Zum optimalen Zeitpunkt im richtigen Markt

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