Aktien 2013: Mit Facebook baden gehen oder doch ein kommender (Börsen-)Star?

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Über Facebook (WKN A1JWVX) waren wir hier ja durchaus unterschiedlicher Meinung. Vor allem der Erfolg des Börsengang im ersten Halbjahr wurde sehr unterschiedlich bei uns gesehen. Letztlich hatten die Pessimisten Recht. Doch inzwischen scheint sich das Blatt gewendet zu haben.

Zunächst ein Blick auf das operative Geschäft. Im zuletzt gemeldeten dritten Quartal 2012 konnte der Social Network-Konzern zumindest die Analysten überzeugen. Denn trotz eines Umsatzanstiegs wurde wegen höherer Kosten ein Verlust ausgewiesen, aber sowohl das bereinigte EPS als auch die Erlöse übertrafen die Analystenschätzungen. So belief sich der Nettoverlust auf 59 Mio. Dollar bzw. 2 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 227 Mio. Dollar bzw. 10 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Auf bereinigter Basis wurde ein Gewinn von 311 Mio. Dollar bzw. 12 Cents je Aktie ausgewiesen, nach 273 Mio. Dollar bzw. 12 Cents je Aktie im Vorjahr. Die Umsatzerlöse stiegen im dritten Quartal von 954 Mio. Dollar auf nun 1,26 Mrd. Dollar. Positiv aufgenommen wurde zudem ein Anstieg der Werbeeinnahmen um 36 Prozent. Für das vierte Quartal wird nun seitens der Analysten ein bereinigtes EPS von 15 Cents sowie ein Umsatz von 1,52 Mrd. Dollar erwartet. Auf Jahressicht ergibt dies ein stolzes 2013er-KGV von knapp 43.

Positive Faktoren, die das Ergebnis (und damit auch die Aktie) nach vorne bringen können sind derzeit vor allem in der Nutzerstärke des Netzwerks zu sehen. Facebook ist neben Google die meißtgenutzte Internetseite. Jetzt kommt es darauf an, daraus Kapital zu schlagen. Versuche mit bezahlten Mails wurden schonmal wieder eingestampft. Auch das Thema Werbung kann derzeit noch nicht wirklich überzeugen. Schuld ist hierbei sicher auch Facebook selbst, die nicht offensiv genug ihr Geschäftsmodell erklärt.

Kommen wir zu den Negativfaktoren: Facebook entwickelt sich zu einer Seite, die es schon öfter in der Vergangenheit gab. Alle „Onliner“ sind dabei und doch ist der Erfolg irgendwann vorbei. Man denke nur an MySpace, Second Life oder AOL oder oder oder. Zwar wächst derzeit eine Generation quasi geprägt durch Facebook heran. Nur hat diese Generation eben auch gelernt sich sehr schnell auf neue Onlinewelten einzustellen. Insofern ist es defintiv zu früh das Totenglöckchen zu läuten, aber wäre das Geschäftsmodell wirklich so einträglich, wäre das auch schon längst erfolgreich. Zwar verdient Facebook zweifelsohne Geld, aber eben nicht die Menge, die eine Bewertung von 60 Mrd. Dollar auf Dauer rechtfertigt!

Zuletzt ein Blick auf den Chartverlauf:


Quelle: boerse.de

Dieser bisherige Zick-Zack-Kurs war für Erstzeichner keine Freude, wer jedoch im November mutig war, konnte schon satte Gewinne einfahren. Die diversen gleitenden Durchschnitte zeigen zudem klar nach oben. Dennoch sollte man das operative Geschäft nicht aus den Augen lassen. Denn bei schlechten Zahlen kann sich das positive Chartbild sehr schnell und brutal ändern. In unseren Augen ist Facebook schwer zu beurteilen: Für die einen ist es das next big thing, für die anderen ein klassischer, hochgehypter Short-Kandidat. Am Ende muss das jeder selber entscheiden.

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4 KOMMENTARE

  1. Interessante Analyse! Die Facebook-Aktie ist wirklich schwer einzuschätzen. Ich bin mal gespannt, wo die Aktie in 5 Jahren steht. In jedem Fall ist es spannend, die Aktie weiterhin zu beobachten.

  2. Der Kurs hat sich ja langsam in einem normalen Bereich eingependelt und ich denke, wenn Facebook mehr Umsatz aus den Usern generieren kann, wird der Kurs evtl. noch mal ein wenig steigen.

  3. Sehr interessanter Beitrag. Leider sind solche Analysen häufig subjektiv geprägt.
    Auch diese Meinungen sollte man sich jedoch anhören, da auch nichts von ungefähr kommt.
    Ferner ist auch das Zahlenmaterial so kurz und bündig wie s.o. dargestellt zu hören.

    Wie „Alex“ bereits erwähnte ist die Aktie schwer einzuschätzen.
    Fest steht jedoch, dass zu den teuersten Handelswaren Informationen als
    Solches auch angesiedelt sind und diese nicht zu knapp.
    Die Informationen werden bis dato auch nur bedingt genutzt, werden aber
    um den Gewinn im Falle der letzten Instanz zu steigern evtl., so lange vom Datenschutz berechtigt,
    gehandelt. Im Endeffekt die These von „Tobias“ genauer betrachtet.
    Der Kurs würde in dem Fall, abhängig der „Waren- bzw. Informationsqualität“ der User steigern.

    Es ist häufig auch sehr entspannend zu beobachten, wie sich die Appleaktie entwickelt hat…. .

    Beste Grüße

    Fabio Halbreiter

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