Wochenrückblick KW 48: Kommt die Jahresendrallye? Commerzbank profitiert nicht von Griechenland-Hilfen

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Jetzt sind es noch gut drei Handelswochen bis auf das Börsenjahr 2012 der Deckel drauf gemacht wird. Wenn alles gut läuft, könnten im DAX am Ende gut 1.500 Punkte und mehr auf der Habenseite stehen. Doch nicht jeder DAX-Titel konnte hierzu beitragen. Einer der Hauptverlierer in diesem Jahr war die Commerzbank-Aktie (WKN 803200): Derzeitiger Lieblingszock der Deutschen. Zwar notiert die Aktie derzeit auf dem Stand von Jahresanfang, aber alle zwischenzeitlichen Gewinne gingen wieder flöten. Die Gründe sind vielfältig und wurden u.a. hier schon vielfach beleuchtet. Neben dem Privatkundengeschäft sind da natürlich die Schiffsfinanzierung und die Immobilienfinanzierung zu nennen. Auch die Griechenland-Krise hat dazu beigetragen. Und auch nach den am Freitag beschlossenen Rettungsgeldern für Griechenland steht die Commerzbank keinen Deut besser da. Wer zocken will, braucht einen langen Atem. Auf Sicht von fünf Jahren könnte man sicher gutes Geld mit der Coba-Aktie verdienen. Aber geht das in dieser Periode nicht auch mit anderen Titeln? Für mich ist die Aktie derzeit lediglich ein Spielball von undurchsichtigen Zockern. Und da verliert man als Außenstehender in der Regel Geld.

Der DAX und sein Chart

Der DAX steckt derzeit in einer massiven Widerstandszone. Wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben, ist es zweifelhaft, ob die aktuelle Dynamik für ein Ausbrechen ausreicht. Sollte dies gelingen, könnte dies aber eine kräftige, mittelfristige Trendbewegung nach sich ziehen. Dabei könnte spätestens im neuen Jahr sogar das Allzeithoch (8.152) ein Thema werden. Im Bullenland ist derzeit eben alles möglich…

Einzeltitel aus Deutschland

Wasch- und Reinigungsmittel. Wie langweilig wird sich da so manch Anleger denken. Lieber in Auto-Aktien investieren, da ist das Produkt spannender. Nur das eine Henkel-Aktie zuletzt ein neues Alltime-High markiert hatte – das ist halt doch das Argument für ein Engagement in die Henkel-Aktie (WKN 604843), wie wir hier ausführen.
Apropos Auto-Aktien: Während die anderen Automobilhersteller dieser Welt immer mehr die negativen Folgen der europäischen Staatsschuldenkrise und der abnehmenden Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft zu spüren bekommen, eilt BMW (WKN 519000) noch von einem Erfolg zum anderen. So konnte die weltweite Nummer eins im Premiumsegment der Automobilbranche auch im dritten Quartal der Rabattschlacht einiger Hersteller nahezu aus dem Weg gehen und neue Rekorde verbuchen: Beim Absatz, Umsatz und Konzernergebnis wurden jeweils neue Bestmarken in einem dritten Quartal erzielt. Mehr dazu hier.
In dieser Woche soll es endlich mit der Kapitalerhöhung bei der angeschlagenen Baumarkt-Kette Praktiker (WKN A0F6MD) losgehen. Zuvor hatte das Oberlandesgericht Saarbrücken nach einem Urteil vom Montag die letzte Hürde für die rund 60 Mio. Euro schwere Kapitalerhöhung aus dem Weg geräumt. Mehr zur Praktiker-Aktie im Beitrag: Neue Kohle, neues bullishes Kursziel?
Ebenfalls aus dem SDAX, aber aus Österreich stammt der nächste Titel: C.A.T. oil AG (WKN A0JKWU). Kurzfristig winken bei der Aktie satte Gewinne, wenn erst einmal die Marke von 6,40 Euro überwunden ist. Das schwarze Gold – wer damit im Business zu tun hat, der kann sich derzeit entspannt zurücklehnen. Zumindest wenn man im Bereich der Öl- und Gasfelddienstleistungen aktiv ist, wie wir hier schreiben.
Zum Schluss noch der Hinweis auf die Aktie von Borussia Dortmund (WKN 549309). Eigentlich hielten wir die Bewertung eher für überzogen, aber die ausführliche Diskussion belehrt eines Besseren. Ich habe lange keine solche ausführliche Auseinandernahme einer Aktie mehr gelesen…Borussia Dortmund: Nach wie vor Fan-Spielerei als seriöse Investmentchance. Wichtig: Die Kommentare lesen!

Internationale Einzelwerte

Während die meisten Branchen unter den Folgen der Euro-Krise zu leiden haben, scheint die Luxusgüterindustrie derzeit immun gegen diese Probleme zu sein. Es ist vor allem das Wirtschaftswachstum in den aufstrebenden Schwellenländern Asiens und der steigende Reichtum der Mittelschicht in diesen Staaten, der Luxusgüterhersteller wie die französische LVMH-Gruppe (Louis Vuitton Moet Hennessy) (WKN 853292) frohlocken lässt. Mehr zu Schampus und Co. hier.
Nachrichten gab es zudem aus dem österreichischen Finanzsektor. Zum einen die Zahlen der UNIQA Group (WKN 928900). „Naja“ könnte man dazu sagen. Erst recht wenn wir uns dann noch den Chart und die Aussichten auf steigende Kurse anschauen. Zum anderen die neueste Bilanz der Vienna Insurance Group (WKN A0ET17). Diese scheint solide zu sein. Vielleicht kann die Aktie davon profitieren – zumindest neue Kursziele sind wieder realistisch.
Zum Schluss noch ein Blick über den Atlantik. Über Facebook (WKN A1JWVX) lässt sich ja so manches sagen. Als Anleger dürfte die Meinung jedoch mehrheitlich negativ sein. Denn nach dem vollkommen hochgehypten Börsengang (ich war auch deutlich euphorischer, als es gerechtfertig gewesen wäre) brach die Aktie ein. In Dollar gerechnet verloren Erstzeichner mehr als 50 Prozent in der Spitze. Doch mittlerweile scheint die Stimmung etwas gedreht zu haben, denn die Aktie erholt sich seit Mitte November beständig. Immer neue, positiv gestimmte Analysten sorgten zuletzt für Kauflaune. Da stellt sich die Frage ob nun der große Ausbruch kommt.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In der kommenden Woche stehen nur noch wenige Quartalszahlen auf der Agenda. Aus Deutschland werden u.a. die Bilanzen von Dr. Hönle (Mittwoch) und Bertrandt (Donnerstag) veröffentlicht. Daneben gibt es zahlreiche Analystentreffen, die ebenfalls die Kurse bewegen können. Wichtig ist hier die Deutsche Telekom am Donnerstag.
Weitere interessante Zahlen dürften sein: TUI Travel (Dienstag); ZUMTOBEL (Mittwoch) und Burberry Group (Donnerstag).
Aus den USA berichten u.a. AutoZone, Big Lots, Toll Brothers (Dienstag); H & R Block, Korn/Ferry, Smithfield Foods, Cooper Cos, Smith & Wesson (Donnerstag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Aus Deutschland werden in der kommenden Woche die mit Spannung erwarteten Oktober-Daten zu den Auftragseingängen der Industrie (Donnerstag) und der Produktion im produzierenden Gewerbe (Freitag) veröffentlicht.
In der Eurozone stehen am Montag und Mittwoch eine ganze Reihe an Einkaufsmanagerindizes auf der Agenda. Zudem werden am Mittwoch auch die europäischen Einzelhandelsumsätze (Oktober) veröffentlicht. Am Donnerstag folgen schließlich die detaillierten Ergebnisse für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal und die nächste EZB-Sitzung, von der keine Zinsänderung erwartet.
In den USA stehen am Montag die Daten zu den Bauausgaben im Oktober und der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe (November) auf der Agenda. Zudem werden die Automobilabsatzzahlen (November) veröffentlicht. Am Mittwoch folgen die Auftragseingänge der Industrie (Oktober) sowie der ISM-Dienstleistungsindex (November). Wie üblich zu Monatsbeginn gibt es auch Arbeitsmarktdaten: Zunächst die November-Daten des ADP-Report, dann die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag, bevor am Freitag die offiziellen Arbeitsmarktdaten der US-Regierung auf der Agenda stehen. Am Freitag steht zudem das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (Dezember) zur Veröffentlichung an.


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