Deutsche Bank sieht DAX zum Jahresende 2013 bei rund 8.000 Punkten

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Es ist noch rund einen Monat bis zum Jahreswechsel, doch die Ausblicke auf das Jahr 2013 trudeln so langsam ein. Nach der Helaba gestern wurde heute seitens der Deutschen Bank der Jahresausblick 2013 veröffentlicht. Dabei geht die Bank von einer verhaltenen Erholung der Weltwirtschaft aus. Als Voraussetzung hierfür werden allerdings eine Entschärfung der europäischen Staatsschuldenkrise und ein Vermeiden der sogenannte Fiskalklippe durch die amerikanische Regierung genannt. Hoffnung für Europa machen nach Ansicht der Volkswirte der Deutschen Bank das entschlossenere Vorgehen der Politik, die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank EZB, sowie die Reformanstrengungen in den Peripheriestaaten. Für Aktien sieht man in der Folge gute Chancen.

Für das kommende Jahr erwartet die Deutsche Bank ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent, das damit nur unwesentlich höher ausfallen würde als im laufenden Jahr. Für die deutsche Wirtschaft wird nach einem BIP-Rückgang im vierten Quartal 2012 mit einer Stabilisierung zum Jahresbeginn und einer Belebung im weiteren Verlauf des Jahres 2013 gerechnet. Wegen des verhaltenen Starts in das Jahr dürfte nach Berechnungen von DB Research das BIP-Wachstum 2013 in Deutschland allerdings bei lediglich 0,25 Prozent liegen. Unter den Industrieländern wird im kommenden Jahr laut DB Research die Wirtschaft in den USA mit 1,9 Prozent wachsen, während die europäische Wirtschaft um 0,2 Prozent schrumpft. Die Wachstumsaussichten 2013 für die Schwellenländer liegen solide bei 6,7 Prozent. In einem Szenario stabiler Wachstumsraten erwartet die Deutsche Bank trotz geldpolitischer Lockerung keine hohe Inflation: In der Eurozone sollte die Teuerungsrate bei 1,8 Prozent, in den USA bei 3,1 Prozent und weltweit bei 3,5 Prozent liegen.

Dies alles hat auch Folgen für die Aktienanlage. Nach Meinung der Deutschen Bank hat der Rückgang von Risiken in der Eurozone das Anlageuniversum klar erweitert. Aktien der Peripherie sowie aus dem Finanzsektor erscheinen ihrer Ansicht nach zunehmend interessant für Investoren. Die Performance europäischer Aktien sollte sich in einem Umfeld stabiler weltweiter Wachstumsraten 2013 gut entwickeln. Ähnlich wie auf den Rentenmärkten wird auch hier erwartet, dass abnehmende Unsicherheit zu sinkenden Risikoprämien führt. Unter diesen Rahmenbedingungen sieht Ulrich Stephan den deutschen Aktienindex DAX zum Jahresende 2013 bei rund 8.000 Punkten.

Ebenfalls attraktiv ist nach Einschätzung der Deutschen Bank der US-Markt. Dort könnten Unternehmen wieder stärker investieren, sobald sie nach einem fiskalischen Kompromiss mehr Klarheit über Besteuerung und Subventionen erhalten. Für die chinesische Volkswirtschaft erwartet die Deutsche Bank noch für etwa vier bis fünf Jahre hohe Wachstumsraten in einer Größenordnung von über 8 Prozent. Um langfristig positive Renditen zu erzielen, rät Chef-Anlagestratege Ulrich Stephan: „Angesichts eines negativen Realzinsniveaus sollten Anleger prüfen, ob sie eine weitere Stufe auf der Risikoleiter hinaufgehen wollen. Blue Chips sind als Beimischung auch für konservative Investoren interessant. In den USA sollte das Augenmerk auf den Sektoren Finanzen, Informationstechnologie und Industrie liegen, in Europa auf den Branchen Banken, Versicherungen und Chemie“.

Was die Konjunktur in Deutschland angeht, ist die Deutsche Bank weit weniger optimistisch, als Helaba. Dennoch ist man für Aktien ähnlich positiv eingestellt. Die DAX-Marke von 8.000 Punkten liegt ebenfalls im Bereich der Helaba-Prognose. Was Aktien aus dem Finanzsektor angeht bin ich persönlich aber nach wie vor skeptisch. Aber Argumente in die eine oder andere Richtung lassen sich ja immer finden.

Mehr zum Kapitalmarktausblick der Deutschen Bank hier.


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