Borussia Dortmund: Nach wie vor Fan-Spielerei als seriöse Investmentchance

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Kurz vor dem Bundesliga-Gipfel am kommenden Samstag zwischen dem Meister der beiden vergangenen Jahre Borussia Dortmund (WKN 549309) und dem Rekordmeister Bayern München, konnten die Dortmunder einen Rekordgewinn und die erste Dividende seit dem Börsengang vor zwölf Jahren präsentieren.

Insgesamt konnte ein Gewinn von 34 Mio. Euro eingefahren werden. Schließlich stimmte die Aktionärsversammlung am Montag einer Dividende von 6 Cent je Aktie zu. Damit werden insgesamt 3,68 Mio. Euro ausgeschüttet. Allerdings gab es auch kritische Stimmen, die sich ein wenig mehr versprochen hatten.

Dass es überhaupt zu einem solch großen Gewinn bei Borussia Dortmund kommen konnte, hatte der Verein den Verkäufen der beiden Star-Spieler Shinji Kagawa und Lucas Barrios zu verdanken, die insgesamt 26 Mio. Euro in die Kassen des ehemals klammen Vereins spülten. Die Tatsache, dass der Gewinn zum größten Teil auf Spielerverkäufe zurückzuführen ist zeigt aber, dass Investoren nicht zu überschwänglich sein sollten und auch in Zukunft Aktien von Fußballvereinen weniger als seriöse Investmentchance, sondern vielmehr als Ausdruck der Verbundenheit zu einem Verein betrachten sollten.

Quelle: comdirect

Bei Unternehmen aus anderen Branchen würde man davon sprechen, dass der hohe Gewinn lediglich auf einen Substanzverlust zurückzuführen ist, denn bei den Fußballvereinen sind nun einmal die Spieler das wichtigste Kapital, das über den sportlichen und letztlich auch über den wirtschaftlichen Erfolg entscheidet. Wenn die hohen Gewinne lediglich durch Spielerverkäufe zu realisieren sind, sind diese wenig nachhaltig und daher auf Dauer nicht auf einem sehr hohen Niveau zu halten.

P.S: Wir haben hier noch einmal die BVB-Aktie vs DAX zum Thema Performance in den Kommentaren eingefügt..

5-Jahres-Vergleich

10-Jahres-Vergleich


53 KOMMENTARE

  1. noch ein kleiner Einwurf:
    Das wurde hier zwar nicht explizit behauptet, aber in unzähligen anderen Analysen und Kommentaren.

    Man könne mit Fußballaktien kein Geld verdienen, unzählige Fans, die bei der Emission im Jahr 2000 zu 11 Euro dabei waren, wären immer noch fett im Minus.

    „Watzke schätzt den Anteil der BVB-Aktionäre der ersten Stunde nur noch auf rund ein Prozent.“

    http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/fussballaktien-wiederbelebung-geschafft-bleibt-der-erfolg/6849206-3.html

    Beim Börsengang im Jahr 2000 wurden 13,5 Millionen Aktien an die Börse gebracht, nach einigen Kapitalerhöhungen gibt es nunmehr aber 61 Millionen Aktien. Wer bei jeder Ausgabe neuer Aktien dabei war, hat einen Durchschnittskurs von unter 5 Euro, aber auch diejenigen sind in einer klaren Minderheit. Immerhin wird die Aktie nunmehr seit 12 Jahren gehandelt.

    Es ist eine bekannte Vermutung, daß sich die Banken damals massiv am Börsengang beteiligt haben, sonst wäre er vermutlich geplatzt. Ohne Frage haben sich nur verhältnismäßig wenige Fans am Börsengang beteiligt. „Mehr als jedes zweite der rund 11 000 Vereinsmitglieder hat bereits vor Beginn der Preisfindungsspanne am 23. Oktober die Aktien gezeichnet.“ Das wurde damals als toll bezeichnet, ist es natürlich nicht, im Gegenteil.

    http://m.faz.net/aktuell/sport/boerse-analysten-bvb-aktie-risikogeschaeft-112578.html

    Mal nur so zum Vergleich:

    Die Zahl der Vereinsmitglieder hat sich inzwischen versiebenfacht, sie liegt z.Z. bei 75 000. Insgesamt hat der BVB weltweit ca. 7 Millionen Fans. Die hätten beim Börsengang im Jahr 2000 also mal gerade 2 Aktien bekommen, hätten sie alle gewollt.

    Dann noch ein paar Zahlen zur Substanz:

    Der BVB hat für seinen kompletten Kader lediglich 58 Millionen Ablöse gezahlt, für alle 28 Spieler. Das ist absolut einzigartig und hat es im deutschen Fußball noch nie gegeben. Es geht auch weit über eine normale Turnaround Story hinaus. Der Kader hat z.Z. einen Wert von 250 Millionen.

    http://www.transfermarkt.de/de/borussia-dortmund/kader/verein_16.html

    Gleichzeitig wurden 150 Millionen an Schulden abgebaut, operativ ist man bereits schuldenfrei. Das Stadion hat laut Gutachten einen Wert von 190 Millionen Euro.

    Die vieldiskutierten Kaderkosten sind niedriger als die von Werder Bremen zu Zeiten als diese noch in der Champions League spielten. Auch niedriger als die von Schalke, Bayern München zahlt knapp das dreifache. Hier wird alles durcheinander gebracht, Personalkosten mit Kaderkosten und vor allen Dingen mit Prämien und ohne Prämien.

    Sehr treffend und anschaulich wird das Ganze vom Finanzvorstand Treß beschrieben, in einem sehr langen und ausführlichem Interview (40% der Kaderkosten sind variabel):

    http://www.daf.fm/video/bvb-cfo-tress-aktie-waere-sicherlich-ueber-3-euro-wert-50158585.html

    Der Aktienkurs hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren glatt verdreifacht, er wird kaum wieder dorthin zurückgehen, wo er vor 3 Jahren stand, dazu sind die Substanzwerte, die geschaffen wurden viel zu nachhaltig. Denn diese Verdreifachung bedeutet einen Zuwachs der Marktkapitalisierung von lediglich 120 Millionen.

    Im internationalen Vergleich sprengen die finanziellen Vergleiche alle Dimensionen, so etwas hat es in Europa noch nie gegeben, behaupte ich:

    http://swissramble.blogspot.de/2012/10/borussia-dortmund-back-in-game.html

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