E.ON: Nach der Bodenbildung wieder ein Kauf? Dividende lockt!

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Die E.ON-Aktie (WKN ENAG99) geriet nach dem Kassieren der 2013er Prognosen und der vorsichtigen Ankündigung einer Dividendensenkung zuletzt noch einmal deutlich unter Druck. Doch der jüngste Abwärtstrend wurde damit nur fortgesetzt. Denn seit Mitte September hat das DAX-Schwergewicht mehr als 25 Prozent an Wert verloren. Doch in dieser Woche zeichnet sich bei 14 Euro eine Bodenbildung ab. Offenbar sind die Anleger bei diesem Kursniveau nicht mehr ganz so skeptisch und/oder warten auf die neuen Aussagen des E.ON-Managements. Ein Grund mehr einmal etwas näher hinzusehen, denn der E.ON-Aktie ist in den vergangenen Monaten schon mehrfach ein Turnaround gelungen – nicht zuletzt wegen der attraktiven Dividendenrendite.

Kurz noch einmal zu den Fakten. Am 13. November erklärte E.ON:

Auf Basis des heutigen Geschäftsportfolios geht E.ON weiterhin von einem EBITDA zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro und einem nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2012 aus. Ebenso hält E.ON an einer geplanten Dividende von 1,10 Euro pro Aktie für das Jahr 2012 fest.

D.h. die Dividende für das aktuell laufende Jahr ist gesichert. Da die nächste Ausschüttung erst am 6. Mai 2013 sollte man dies auch in die aktuelle Bewertung einfließen lassen. Bei einem Kurs von 14 Euro beträgt die Dividendenrendite immerhin stolze 7,8 Prozent! Überhaupt sollte das Potenzial nach unten derzeit begrenzt sein. Das Tief aus dem vergangenen Jahr liegt bei 12,88 Euro. Dieser Wert mit der 2012er Dividende addiert ergibt ziemlich genau das aktuelle Kursniveau. Und selbst das 10-Jahrestief aus dem Jahr 2003 ist mit 12,03 Euro nicht mehr soweit von diesem 2011er Tief entfernt. Und damals war die energiepolitische Lage noch einmal eine andere. Aber seien wir auch ehrlich: Charttechnisch ist die Aktie ein Desaster.


Quelle: boerse.de

Doch wenden wir uns mal anderen Argumenten zu: Dem Ausblick auf 2013. Hier erklärte zuletzt E.ON:

Vor dem Hintergrund der erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten und strukturellen Änderungen des Sektor-Umfeldes erscheint der bisherige Ausblick für das Jahr 2013 nicht erreichbar. E.ON überprüft daher derzeit diese Prognose sowie die Aussagen für 2015 im Rahmen des aktuellen Planungsprozesses.

Besagter bisheriger Ausblick sah ein EBITDA zwischen 11,6 und 12,3 Mrd. Euro und einen nachhaltigen Konzernüberschuss von 3,2 bis 3,7 Mrd. Euro vor. Analysten haben auf Basis der obigen Ankündigung ihre Prognosen reduziert. Independent Research etwa erwartet für 2013 nun ein EBITDA von 9,91 Mrd. Euro sowie ein bereinigtes Nettoergebnis von 2,61 Mrd. Euro. Das 2013er EPS wird bei 1,37 Euro, nach zuvor 1,73 Euro gesehen. Ähnlich Revisionen wurden auch bei der Commerzbank durchgeführt. Hier ist die Rede von durchschnittlich 25 Prozent Korrektur der Gewinnprojektionen.

Legt man nun die Ausschüttungsquote der vergangenen Jahre von (mehr als) 50 Prozent des bereinigten EPS zugrunde, käme man mit den Independent Research-Zahlen auf eine Dividende von mind. 68 Cent. Dieser Wert auf das aktuelle Kursniveau bezogen ergäbe immernoch eine Dividendenrendite von 4,8 Prozent. Und das bei einem gleichzeitig prognostizierten EBITDA-Anstieg gegenüber 2012! Somit bietet das operative Geschäft also zusätzliche Phantasie.

Kurz gesagt: Auf dem aktuellen Kursniveau hat die Aktie nur noch sehr wenig Luft nach unten. Die Dividende für 2012 ist die Grundlage für eine aktuell sehr attraktive Rendite. Und selbst bei einer deutlich gesenkten 2013er Dividende wäre das aktuelle Kursniveau immer noch nicht teuer!

P.S. Heavytrader, die eher auf Kursgewinne aus sind, sollten auch immer mal ihre Broker-Anbindung hinterfragen – am besten mal bei brokerdeal.de* vorbeischauen und sich die aktuellen Angebote ansehen.

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5 KOMMENTARE

  1. Irgendwie traue ich mich auch zu aktuellen Kursen nicht an E.ON ran, denn ich finde es momentan sehr schwierig, die energiepolitische Lage zu bewerten. Wie wird es in 5 Jahren aussehen. Brauchen wir dann noch ein E.ON, RWE etc. in der Form, wo doch jede Gemeinde, jeder Landwirt und jede Kompostieranlage ihre eigene Biogasanlage betreiben? Auf jedem Dach 6 Solarpanel hängen und jedes frei Feld mit einem Solarpark zugebaut wird. Und die Badestrände in Off-Shore-Windparks. Ich bin bei Prognosen im Energiebereich momentan sehr zurückhaltend, da es hier meiner Meinung nach einen grundsätzlichen Wandel der gesamten Branche gibt und nicht absehbar ist, was hier in einigen Jahren passiert. Auf zwei Jahre gibt es sich noch die berechnete Dividende, aber was passiert danach?

  2. Generell gebe ich Dir mit Deiner Vorsicht Recht. Dennoch sehe ich die Skepsis ggü. den Großversorgern etwas übertrieben an. Klar werden in Deutschland die Erneuerbaren vor allem im ländlichen Raum für eine Autarkie – mehr oder weniger sorgen. Aber Ballungszentren lassen sich m.E. auch auf absehbare Zeit nicht durch Windparks und Solarpanels zuverlässig mit Strom versorgen. Und da kommen wieder die bestehenden Großkraftwerke von E.ON & Co. ins Spiel. Nicht zu vergessen das Gasgeschäft (Heizung), was ja zuletzt auf der Verbraucherseite immer mehr ausgebaut wurde und somit zuverlässig für Cash flow sorgt.
    Aber das Auslandsgeschäft wird hier vollkommen anders laufen. Eine Energiewende a la Deutschland macht bislang niemand in Europa und da besteht genügend Potenzial für deutsche Versorger.

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