HP: Das US-Zocker-Pendant zur Commerzbank-Aktie – nächstes Kursziel 8,00 Dollar

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Schlimmer geht’s immer! Das hat nun der IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) (WKN 851301) mit einem milliardenschweren Verlust im vierten Geschäftsquartal (Ende Oktober) gezeigt. Hauptgrund für das Minus war die Goodwill-Abschreibung von 8,8 Mrd. US-Dollar im Zuge der Übernahme des britischen Softwareunternehmens Autonomy. Doch die Probleme des Konzerns liegen sogar noch tiefer, was die Wahrscheinlichkeit auf einen baldigen Turnaround gering erscheinen lässt. Die Aktie ist seit Jahren im Sinkflug und die nächsten Kursziele dürften Short-Fans begeistern.

Schauen wir kurz auf den gestrigen Tag zurück: Das Management von Hewlett-Packard fühlt sich bei der Autonomy-Übernahme durch bilanzielle Manipulationen getäuscht. Die Rede ist von „ernsthaften Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung“ und „eindeutiger Verdrehung von Tatsachen.“

Doch dies war nicht die einzige Übernahme, die HP am Ende mehr geschadet als geholfen hat. Erinnern wir uns einfach Mal daran, dass HP im August eine Wertberichtigung von 8 Mrd. US-Dollar im Zusammenhang mit dem Kauf des IT-Konzerns EDS (Electronic Data Systems) vornehmen musste. Im vergangenen Jahr wurden die Ergebnisse durch Abschreibungen auf den Handyhersteller Palm und die Computerfirma Compaq belastet.

Insgesamt verbuchte HP im vierten Quartal einen Nettoverlust von 6,85 Mrd. US-Dollar bzw. 3,49 US-Dollar pro Aktie, gegenüber einem Gewinn von 239 Mio. US-Dollar bzw. 12 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn lag jedoch bei 1,16 US-Dollar pro Aktie, nach 1,17 US-Dollar im Vorjahr und damit sogar über den vorherigen Konsensschätzungen von 1,14 US-Dollar pro Aktie. Beim Umsatz ging es um 7 Prozent auf 29,96 Mrd. US-Dollar nach unten. Analysten waren im Vorfeld von einem Umsatz von 30,43 Mrd. US-Dollar ausgegangen.

Der Schock nach dem Ausweis des Milliardenverlustes saß bei den Anlegern entsprechend tief. Somit musste die Aktie des Konzerns am Dienstag rund 12 Prozent ihres Wertes einbüßen, nachdem das Papier im bisherigen Jahresverlauf rund die Hälfte seines Wertes verloren hatte.

Neben den Enttäuschungen über den nun ausgewiesen Verlust, dürfte den Investoren ein Blick in die Zukunft die Stimmung zusätzlich vermiest haben. Denn ähnlich wie bei anderen Anbietern von traditionellen PCs, muss auch HP wegbrechende Absätze aufgrund der steigenden Beliebtheit von Smartphones oder Tablet-Computern hinnehmen. Gleichzeitig schmilzt auch das Drucker-Geschäft zusammen.

Dem Unternehmen und den weltweit rund 320.000 Beschäftigten stehen harte Einschnitte bevor. Bis Ende 2014 sollen 29.000 Stellen gestrichen werden. Damit sollen jährlich rund 3,5 Mrd. US-Dollar eingespart werden. Gleichzeitig sollen aber die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) wieder nach oben gefahren werden. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Maßnahmen HP wieder auf den Erfolgsweg führen können, wenn man bedenkt, dass die Kunden immer häufiger zu Smartphones oder Tablets greifen und gleichzeitig asiatische Billiganbieter wie Lenovo den PC-Absatz vermiesen.

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Zur Aktie: Zwar ist die HP-Aktie mit einem 2013er-KGV von 3,4 geradezu lächerlich günstig bewertet, doch aufgrund der gewaltigen Problem, die die Unternehmenschefin Meg Whitman noch angehen muss, darf man daran zweifeln, dass tatsächlich ein Comeback gelingt. Schauen wir uns nur einmal diese Chart an. Er sagt eigentlich alles aus. Die Aktie ist im freien Fall. Nächstes Kursziel ist die region von 10 Dollar bzw. 8 Dollar. Erst bei Kursen oberhlab von 16 Dollar kann man mit viel Phantasie wieder einen „positiven Trend“ vielleicht erkennen. Kurz um – HP ist zur Zockeraktie geworden. Erst Recht nach dem gestrigen Tag. Schauen wir uns noch diesen anderen Chart an:

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Zwei Zockeraktien im Vergleich. Die Commerzbank und HP (auf Euro-Basis) – wer will hier ernsthaft großartig ein „Comeback“ der beiden Papiere sehen. Alles in allem: Wer zocken will – der ist bei beiden Aktien richtig. Wer auf steigende Kurse als Langfrist-Anlage setzt – der sollte sich zum Thema „Totalverlust“ seine Gedanken schon gemacht haben..


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