Abseits der Börse: Happy Birthday Roland Berger – zum 75.!

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Roland Berger wird heute 75. Anmerken tut man ihm dieses Alter irgendwie nicht. Mit seiner Strategy Consultants hat der Strategieberater weltweit Erfolgsgeschichte geschrieben und kann sich ein Leben im Ruhestand nicht vorstellen. Eine (kleine) deutsche Erfolgsgeschichte.

Die von ihm 1967 gegründete Beratungsgesellschaft „Roland Berger Strategy Consultants“ zählt heute als einzige Strategieberatung europäischen Ursprungs zu den Top-Fünf-Beratungen weltweit in diesem Segment.

Seit 2010 ist Roland Berger der Ehrenvorsitzende des Unternehmens – nach einer über 15 Jahre geplant vollzogenen Nachfolgeregelung. Daneben ist er weiterhin vielfältig aktiv: Er hält Unternehmensbeteiligungen und ist Mitglied in Bei- und Aufsichtsräten großer internationaler Unternehmen. Er engagiert sich in politischen Kommissionen, kulturellen Stiftungen und wissenschaftlichen Institutionen. Mit seiner aus privaten Mitteln gegründeten Roland Berger Stiftung widmet er sich der Menschenwürde und Bildungsförderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Ein untätiges Leben kann er sich nicht vorstellen: „Ich bin ein neugieriger Mensch und habe meine Arbeit immer als Bereicherung empfunden, nicht als Last.“

Roland Berger wird am 22. November 1937 in Berlin geboren. Sein Vater war Generaldirektor eines Nahrungsmittelkonzerns und Ministerialrat, die Mutter Geschäftsführerin eines Handelsunternehmens. Nachdem er als Teenager eine Biografie über den Hamburger Reeder Albert Ballin gelesen hat, wird ihm klar: „Ich will Unternehmer werden, mein eigener Chef sein.“

Ab 1956 studiert Berger Betriebs- und Volkswirtschaft, belegt zudem Kurse in Geschichte, Theaterwissenschaften und Psychologie. Noch als Student gründet er eine Wäscherei in München, später auch einen Getränke-Discount. Er schließt sein Studium als Jahrgangsbester ab, verkauft beide Geschäfte gewinnbringend und startet 1962 als Berater bei der Mailänder Strategieberatung Pietro Gennaro Associati, später Gennaro-Boston Associati. Dort steigt er in fünf Jahren zum Partner auf.

1967 – Gründung der eigenen Unternehmensberatung / Internationalisierung: 29 Jahre alt, gründet Roland Berger 1967 in München die Roland Berger International Marketing Consultants.

„Ende der 1960er war das eine Entscheidung gegen den Zeitgeist“, erinnert sich der Beraterpionier. „Und Unternehmensberatung war damals eine in Deutschland noch weitgehend unbekannte Disziplin.“ Roland Berger Strategy Consultants hat sich seitdem weltweit als Premium Marke für Management-Wissen und -Werte deutscher Herkunft, neben den bis dato im deutschen Export dominierenden Produkt-Marken wie BMW, BASF, Trumpf, Siemens und vielen anderen, und gleichauf mit den amerikanischen Beratungskonzernen entwickelt.

Die Fusion von Touropa, Scharnow, Hummel und Dr. Tigges zum Reise-Giganten TUI war eines der ersten Großprojekte von Roland Bergers Startup. Dieses und andere Mandate, etwa für die Farbwerke Hoechst, Oetker und Barilla, stehen am Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte.

Bergers Firma entwickelt sich zu einer partnerschaftlich organisierten Unternehmensberatung. Mit Auslandsbüros in Mailand und São Paulo sowie Allianzen in den USA (New York), Japan (Tokio), Paris, London und Madrid beginnt die Internationalisierung des Geschäfts. 1980 wird Roland Berger als erstes europäisches Beratungsunternehmen in die amerikanische Association of Consulting Management Engineers (ACME) aufgenommen. Die Gesellschaft eröffnet weitere eigene Büros, unter anderem in Madrid, Lissabon, Shanghai und Wien, und entwickelt sich zur Top-Strategie-Beratung.

Ende der 1980er-Jahre erwirbt die Deutsche Bank in zwei Stufen 75,1 Prozent Anteil an der Gesellschaft. Berger selbst behält die restlichen Anteile, die Stimmenmehrheit und die Position des CEO. „Ich wollte noch einmal ein größeres Orchester dirigieren“, erklärt er im Rückblick. „Mit dem Tod des damaligen Deutsche Bank-Chefs Alfred Herrhausen haben sich die Dinge dann später in großer Harmonie mit der Bank anders entwickelt.“

1990er Jahre – Expansion nach Osteuropa und Fernost: In den 1990er Jahren beginnt Roland Berger die Transformation seines Unternehmens von der Eigentümer-geführten Beratung hin zur heutigen Struktur einer Partnerschaft: Eigentumsanteile werden auf die Partner übertragen und ein dreiköpfiges Führungsgremium („Executive Committee“) entsteht, mit Roland Berger als CEO. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs expandiert das Unternehmen nach Mittel- und Osteuropa und etabliert neue Büros in Japan, China und Westeuropa.

Der Rückkauf der Anteile von der Deutschen Bank im Jahr 1998 („Management Buyout“) macht Roland Berger und seine Partner wieder zu Alleineigentümern der inzwischen global tätigen Strategie-Beratung.

Das neue Jahrtausend – Generationswechsel in der Chefetage: Von 1998 bis 2003 verdoppelt sich der Umsatz von Roland Berger Strategy Consultants und beträgt 2003 bereits rund eine halbe Milliarde Euro, wovon die Büros außerhalb Deutschlands etwa 35 Prozent erwirtschaften. Als nächsten Schritt einer Nachfolgeregelung gibt Roland Berger 2003 im Alter von 65 Jahren das Amt des CEO ab und übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat des Unternehmens. Eine neue, fünfköpfige Geschäftsführung („Executive Committee“) unter dem Vorsitz von Burkhard Schwenker leitet fortan die Geschäfte der weltweit führenden Strategieberatung europäischen Ursprungs. Am 16. Juli 2010 erfolgt der letzte Schritt des über 15 Jahre verlaufenen planvollen Generationswechsels: Martin C. Wittig löst Burkhard Schwenker in der Position des CEO ab. Schwenker übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrates und Firmengründer Roland Berger wird Ehrenvorsitzender des Unternehmens. Er ist weiterhin als Partner und Berate aktiv und berät seine Nachfolger, die operative Führung der Firma jedoch hat er vollständig übergeben.

Heute zählt Roland Berger Strategy Consultants mit rund 240 Partnern, 2700 Mitarbeitern und 51 Büros in 36 Ländern zu den 5 Top-Strategieberatungen weltweit. In allen wichtigen Wirtschafts- und Wachstumsregionen der Welt vertreten, beraten die Roland-Berger-Experten rund 1000 Klienten, darunter gut ein Drittel der 1000 größten globalen Konzerne und 50 Prozent der 500 führenden Unternehmen Europas.

Engagement über das eigene Unternehmen hinaus: Bis heute engagiert sich Roland Berger auch außerhalb der von ihm gegründeten Strategieberatung – für seinen Berufsstand, als Gründer und Investor, Politikberater, Stifter, Mitglied in Aufsichts- und Beiräten und Regierungskommissionen sowie im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich. Roland Berger ist Mitglied der Aufsichts- und Beiräte international tätiger Großunternehmen, Stiftungen und Organisationen. Er ist in zahlreiche private und börsennotierte Unternehmen (z. B. Fresenius, Loyalty Partners) sowie in Startups investiert, darunter der Asset Manager RiverRock European Capital Partners LLP, London, die Spezialberatung Actori GmbH und viele andere.

Der Strategieberater, der sich selbst als „political animal“ bezeichnet, wird in zahlreiche Gremien des Bundes und der Länder berufen. So war er für die Bundesregierungen unter Helmut Kohl und Gerhard Schröder in insgesamt über 20 Regierungskommissionen aktiv. Dazu gehören unter anderem der Sachverständigenrat „Schlanker Staat“, die Sachverständigengruppe zur „Strukturreform der Deutschen Bundesbank“, der „Innovationsbeirat des Bundespräsidenten“ unter Roman Herzog sowie die „Kommission für Nachhaltigkeit in der Finanzierung sozialer Sicherungssysteme“ (Rürup-Kommission). Seine Expertise fließt in wichtige Reformprojekte wie die Hartz-Reformen und die Agenda 2010 ein.

Auch international ist Roland Berger als Politikberater tätig. So beruft ihn etwa der portugiesische Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva in den „Globalization Council Portugal“. Seit 2007 ist er Mitglied der von der Europäischen Kommission bestellten „High Level Group of Independent Stakeholders on Administrative Burdens“ unter Leitung von Ministerpräsident a.D. Dr. Edmund Stoiber. Im September 2012 wird Roland Berger zudem Mitglied der „Commission for Future Generations“ der Oxford Martin School, der unter anderem die Nobel-Preisträger Amartya Sen von der Harvard University und Lord Stern von der London School of Economics angehören, neben Jean-Claude Trichet, Ex-Präsident der Europäischen Zentralbank, und Robert Zoellick, Ex-Präsident der Weltbank. Diese Kommission soll Lösungen für drängende Zukunftsthemen erarbeiten, von Demografie über Ressourcen- und Nahrungsmittelknappheit, Technologien bis hin zu Migration und wachsenden Einkommens- und sozialen Ungleichgewichten.

Verdienste und Auszeichnungen: Für sein Engagement hat Roland Berger etliche internationale Auszeichnungen und Orden verliehen bekommen, etwa das Komturkreuz des finnischen Löwen, das Großoffizierskreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik sowie das Große Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich. In Deutschland erhielt er 1991 den ihm wichtigen Bayerischen Verdienstorden sowie 2001 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. 2008 wurde er mit dem Preis für Verständigung und Toleranz des Jüdischen Museums Berlin ausgezeichnet. Er ist Ehrendoktor der TU München und der Universität in Lissabon sowie Honorargeneralkonsul der Republik Finnland in den Freistaaten Bayern und Thüringen. Im Jahr 2000 wird er in die „Hall of Fame“ des Manager Magazins aufgenommen und im selben Jahr würdigt ihn die American Management Consultant Federation (AMCF) als ersten Europäer mit dem „Carl Sloane Excellence in Management Consulting Award“.

Roland Berger privat: Privat geht Roland Berger seinem Interesse für moderne Kunst nach und hat gemeinsam mit seiner Frau Karin eine umfangreiche Sammlung von Werken überwiegend zeitgenössischer Künstler aus Europa, den USA, Südamerika und China aufgebaut. Er begeistert sich für klassische Musik und unterstützt u.a. das Mahler-Chamber-Orchestra, das Lucerne Festival sowie die Bayerische Staatsoper. Er liebt Bergwandern und Skilanglauf, vor allem im Schweizer Engadin. Roland Berger ist verheiratet, hat zwei Söhne und zwei Enkelkinder.

Fazit: Alles augenscheinlich richtig gemacht – Alles Gute zum Ehrentag, viel Erfolg (wozu eigentlich, genug gewesen ☺ ) Gesundheit und Freude am Leben.

Quelle für diesen Beitrag: www.rolandberger.com


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