Nokia: Die Finnen nicht abschreiben – Kursziele 2,70 und 4,20 Euro

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Der finnische Handyhersteller Nokia (WKN 870737) erlebte in den vergangenen zehn Jahren einen beispiellosen Absturz. Dabei durfte sich das Unternehmen sowohl als der weltweit größte Handyhersteller als auch als Europas wertvollstes Unternehmen bezeichnen. Doch diese Zeiten könnten nun endgültig vorbei sein, denn die Konkurrenz im lukrativen Smartphone-Markt, bestehend aus Samsung (WKN 881823) und Apple (WKN 865985), scheint derzeit übermächtig zu sein. Viel zu sehr hat Nokia daran zu knabbern, dass der Trend zu Smartphones verschlafen wurde. Dennoch sollte man die Aktie nicht außer Acht lassen – es besteht weiterhin Aufwärts-Potenzial!

Schauen wir uns einmal die nackten Zahlen an – dann könnten wir mit unserem Potenzial-Satz Schwierigkeiten bekommen… Während der gesamte Smartphone-Markt stark wächst, sinkt gleichzeitig Nokias Marktanteil in diesem wichtigen Segment. Laut Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner wuchs der Absatz weltweit im dritten Quartal um 47 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode. Bei Nokia stand dagegen bei den Smartphones ein deutlicher Absatzeinbruch von 63 Prozent auf 6,3 Millionen Modelle (Marktanteil: 4 Prozent) zu Buche.

Im dritten Quartal vergrößerte Nokia den Nettoverlust auf 969 Mio. Euro, nach einem Minus von 68 Mio. im Vorjahresquartal. Somit hat Nokia in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust von 3,3 Mrd. Euro angehäuft. Beim Umsatz ging es im dritten Quartal von 9,0 Mrd. Euro auf 7,2 Mrd. Euro nach unten. Daneben ist auch der Durchschnittspreis, den Nokia für seine Handys erzielen konnte, von 51 Euro vor einem Jahr auf nun 43 Euro gesunken. Der gesamte Handy-Absatz ging um 22 Prozent auf 82,9 Millionen Modelle zurück.

Ganz besonders groß dürfte die Enttäuschung über die Schwäche bei den Verkäufen der Lumia-Modelle gewesen sein, die Nokia als Hoffnungsträger bei den Smartphones dienen. Der Absatz verschlechterte sich im dritten Quartal von 4 Millionen Stück im zweiten Quartal auf nun 2,9 Millionen Einheiten.

Der anhaltende Misserfolg mündete darin, dass die Nokia-Aktie von einem Wert von mehr als 60 Euro zu Beginn dieses Jahrtausends auf etwas über 2 Euro abstürzte. Aufgrund dieser sehr günstigen Bewertung wird Nokia allerdings ein immer interessanterer Übernahmekandidat, da das Unternehmen trotz der jüngsten Schwächen, immer noch mit einigen positiven Eigenschaften aufwarten kann:

Da wären zum Beispiel die immer noch vorhandenen Vertriebskanäle eines früheren weltweiten Marktführers oder die große Zahl an Patenten, die im Wettbewerb der heutigen Technologieriesen immer wichtiger werden.

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Quelle: comdirect

Ein Blick auf die Charttechnik:

Aktuell notiert die Aktie über dem GD20, GD50 und sogar GD100. Lediglich der Langzeittrend GD200 ist unterschritten. Die Performance des Nokia-Papiers in den letzten sechs Monaten: minus 7% – das klingt viel, aber da haben wir am Aktienmarkt zuletzt ganz andere Kaliber gesehen. Man kann auch eine Aktie schlecht reden – zum Zockerpapier mutieren lassen. Bestes Beispiel aus Deutschland ist die Commerzbank. Bei Nokia passiert das Gleiche. Diverse Börsen-Magazine und Portale sind ganz scharf darauf, mit Short-Artikeln beinahe jeden Tag Nokia ins Rampenlicht zu bringen.

Dabei hat das finnische Unternehmen nach wie vor Substanz – so viel, das wir schon bald einen M&A-Deal sehen könnten. Wir sehen Nokia als „spekulativen Kauf“ an und wer die Papiere schon hat – der darf sie ruhig „halten“… Gestern ging das Papier mit einem Plus von mehr als 8% aus dem Handel.


3 KOMMENTARE

  1. Zumal – glaubt man Nokias eigenen Facebook-Einträgen – das Lumia 920 inzwischen doch bei der Kundschaft angekommen zu sein scheint. Denn zumindest gestern berichtet Nokia-Deutschland auf seiner Facebook-Seite, dass das Gerät in Deutschland in einer ganzen Reihe von Shops ausverkauft ist. Trendwende oder Marketing-Gag, man weiss es nicht. Interessant werden hier die nächsten Verkaufszahlen von Nokia, dann kann man das Ganze etwas genauer einschätzen.

  2. habe gerade mit nem Nokia-Vertrauten gesprochen, die Dinger sind anscheinend echt ausverkauft – jetzt kommt es halt auch ein bisschen drauf an, wieviele im Store waren und wie viele produziert worden sind – dennoch die Finnen eben nicht abschreiben

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