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LVMH: Champus und Louis Vuitton-Taschen – alles ein Kauf wert

Während die meisten Branchen unter den Folgen der Euro-Krise zu leiden haben, scheint die Luxusgüterindustrie derzeit immun gegen diese Probleme zu sein. Es ist vor allem das Wirtschaftswachstum in den aufstrebenden Schwellenländern Asiens und der steigende Reichtum der Mittelschicht in diesen Staaten, der Luxusgüterhersteller wie die französische LVMH-Gruppe (Louis Vuitton Moet Hennessy) (WKN 853292) frohlocken lässt.

Doch sind wir ehrlich. Größter Wachstumstreiber ist dabei der chinesische Markt, der sich bereits heute zum zweitwichtigsten Markt für Luxusgüter nach den USA entwickelt hat. In China ist die Nachfrage nach Statussymbolen besonders ausgeprägt, denn immerhin möchte man seinen neugewonnen Reichtum auch anderen Menschen zeigen können. Aber die Chinesen kaufen Schmuck nicht nur zu Hause, sondern auch wenn sie als Touristen im Ausland unterwegs sind. Wie die Berater von Bain & Company herausgefunden haben, können mittlerweile nicht nur ein Viertel der Einkäufe privater Luxusgüter auf chinesische Konsumenten, sondern auch ein Drittel von Europas Umsätzen und die Hälfte der Einkäufe des asiatischen Raumes auf chinesische Käufer zurückgeführt werden. Fällt China weg, könnte es auch beim Champus- und Taschenverkauf träger werden. Ein Blick auf die Zahlen:

Der Branchenführer LVMH konnte dank der starken Nachfrage aus China in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres die Schwächen in Europa durch das starke Geschäft in den Schwellenländern mehr als wettmachen. Beim Umsatz ging es zwischen Januar und September 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 19,87 Mrd. Euro nach oben. Im dritten Quartal stand ein Wachstum um 15 Prozent zu Buche. Damit dieser Erfolg auch in Zukunft wiederholt werden kann, möchte LVMH mit der Einführung neuer Produkte und regionaler Expansion seinen Marktanteil weiter ausbauen und dabei strikte Kostenkontrolle wahren. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem chinesischen Markt, auf dem die Geschäftsaktivitäten stark ausgebaut werden sollen. Es ist aber nicht nur der chinesische Markt, der gute Wachstumsaussichten verspricht:

Der globale Luxusgütermarkt wird 2012 um weitere zehn Prozent wachsen. Dies wird zu einem Umsatz von 212 Mrd. Euro führen. Außerdem bleibt die Nachfrage aufgrund des großen Marktwachstums in China, dem asiatisch-pazifischen Raum sowie in Nord- und Südamerika hoch. Zu diesem Schluss kommt das Herbst-Update der Luxusgüterstudie von Bain & Company.

Durch das Marktwachstum in China werden auch die Umsätze im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Nord- und Südamerika angekurbelt. Bis zum Jahresende werden in diesen Ländern starke Zuwächse und Umsatzsteigerungen von 18 beziehungsweise 13 Prozent erwartet. Im Gegensatz dazu wird sich das Marktwachstum in Europa halbieren, was nur fünf Prozent entspricht. Außerdem wird der Luxusgütermarkt von 2013 bis 2015 jährlich um vier bis sechs Prozent wachsen. Dies entspricht einem globalen Umsatzvolumen von 240 bis 250 Mrd. Euro.

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Trotz der sehr guten Wachstumsaussichten für den weltweiten Luxusgütermarkt ist die Aktie des Branchenführers LVMH mit einem 2013er-KGV von 15,7 noch relativ günstig zu haben. Die Dividendenrendite liegt bei 2,7 Prozent – also eher zu vernachlässigen.

Nachdem der Kurs des Papiers zu Beginn dieses Jahres stark angestiegen ist, war in den vergangenen Monaten eher eine Seitwärtsbewegung zu beobachten. Derzeit notiert die Aktie rund 10 Prozent unter dem Jahreshoch von 136,55 Euro, womit sich eine Möglichkeit zum Wiedereinstieg bieten könnte. Seitens der Gleitenden Durschnitte sieht es ebenfalls noch gut aus. Die Aktie ist für uns ein Kauf wert – vor allem unter langfristigen Gesichtspunkten.


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