Wochenrückblick KW 46: DAX kämpft um 7000er Marke, Solarworld belastet Solarsektor

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Der DAX unter 7000 Punkten. Eine neue Führung in China. In den USA nähert man sich doch rascher einer Lösung des Fiscal Cliff. Eine durchmischte Bilanz sieht wohl so aus. Doch bei aller Freude über die mögliche Einigung in den USA – Dow Jones & Co. feierten ja schon etwas am Freitag – sollte man dieser Tage zwei Problembereiche nicht aus den Augen verlieren.
Die Euro-Krise gärt munter unter der Oberfläche vor sich hin. Doch eine Lösung ist weiter nicht in Sicht – eher ein weiter so. Die Massenproteste vergangene Woche machen deutlich, was passiert, wenn nicht bald wirklich handfeste Lösungen kommen. Doch da bin ich skeptisch. Die EU-Kommission beschäftigt sich eher mit einer Frauenquote für Aufsichtsräte oder sonstige „wichtige“ Detailfragen. Frankreich ist mit sich selbst beschäftigt. Großbritannien steht vielleicht bald eine Abspaltung Schottlands und ein EU-Austritt bevor. Spanien könnte ebenfalls die ein oder andere Region abhanden kommen. Griechenland kommt seinem Verwaltungsdefizit bislang nicht bei, hat aber eh bis 2022 Zeit für alles und Deutschland? Hier wird über kurzfristige Wählerbestechung nachgedacht und die Parteien überbieten bereits sich mehr als ein dreiviertel Jahr vor der Bundestagswahl mit „sinnvollen“ Vorschlägen. Was ich vermisse? Ideen und Vorschläge, wie Deutschland in 10 Jahren noch genau so stark sein kann, wie heute. Die Welt um uns dreht sich weiter und wir kümmern uns eher um provinzielle Fragen und Klein-Klein…
Das Thema Energie sollte uns abseits der „Energiewende“ viel mehr Kopfzerbrechen bereiten. Während die USA auf „Selbstversorger“ umstellen, begeben wir uns in Abhängigkeit Russlands. Auch eine Methode – aber zukunftsträchtig? In den arabischen Öl- und Gasstaaten glänzen wir derzeit ja auch eher mit Zurückhaltung. Wenn wir so weiter machen, brauchen wir uns (ganz Europa – nicht nur Deutschland) aber auch garnicht mehr drum bemühen. Denn die Chinesen freuen sich über freie Bahn. Die Rechnung der Russen dürfte dann recht schnell steigen, denn mangels Angebot stellen dann die Anbieter die Preise…

Der DAX und sein Chart

Der DAX konnte angesichts zahlreicher Faktoren das Niveau von 7.000 Punkten nicht halten. Wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben, bietet nun das Zwischentief von Ende August (6.871) Unterstützung. Darunter steht ein Test der derzeit noch steigenden 200-Tage-Linie bei 6.823 an. Bislang notiert der DAX noch klar über dem Gleitenden Durchschnitt. Trotz der Verluste am Freitag, musste man nicht per se Erinnerungen an einen Schwarzen Freitag hochholen.

Einzeltitel aus Deutschland

In Sachen Quartalszahlen bot die vergangene Woche jede Menge „Futter“. Die größte Enttäuschung lieferte dabei sicher der Energieriese E.ON (WKN ENAG99). Doch nach den herben Kursverlusten der vergangenen Woche ist hier vielleicht bald wieder ein Einstiegsniveau erreicht. Denn trotz Energiewende ist das Unternehmen ja noch immer quicklebendig. Aber warten wirs ab…
Noch so ein Schocker kam von Solarworld (WKN 510840). Das waren noch Zeiten als die deutsche Solarindustrie blühte und die Bonner Marktführer waren. Doch in nur wenigen Jahren erlebte die einstige Vorzeigeindustrie einen tiefen Fall, genauso wie eines ihrer Vorzeigeunternehmen. Bei der Aktie ist ein neues Allzeittief nur eine Frage der Zeit – Pennystock-Niveau wurde am Freitag bereits erreicht. Tendenz: weiter fallend. Eingangs erwähnte Chinesen haben sich bislang von den Strafsteuerdrohungen seitens EU und USA nicht beeindrucken lassen – ein weiterer Belastungsfaktor für die heimische Solarindustrie.
Ein Profiteur der Globalisierung – auch vom Chinageschäft – ist die Deutsche Post (WKN 555200). Zwar schwächelte das Briefgeschäft auch im dritten Quartal 2012, doch trotzdem sollen laut dem DAX-Konzern die angepeilten Gewinnsteigerungen für das Gesamtjahr erreicht werden. Dabei setzt das Unternehmen seine Hoffnungen vor allem auf das Weihnachtsgeschäft, die guten Wachstumsaussichten in den aufstrebenden Märkten Asiens und die Stärken im Paketgeschäft. Mehr zur Post-Aktie hier.
Wer auf den deutschen Mittelstand abfährt, kommt um die zahlreichen Beteiligungsgesellschaften nicht herum. Die im SDAX notierte GESCO AG (WKN A1K020) hat vergangene Woche mal wieder solide Geschäftszahlen vorgelegt. Doch beim Kurs heißt es derzeit eher: Seitwärts! Ein Ausbruch nach oben, war trotz der starken Zahlen noch nicht in Sicht.
Zum Schluss noch ein Blick auf des deutschen zweitliebsten Zeitvertreib: Den Haustieren. Wir neigen dazu sie zu vermenschlichen. Aus diesem Grund brauchen unsere Lieblinge nicht nur gutes Futter, sondern auch verschiedenste Accessoires, die eher für uns Menschen als für Hunde, Katzen oder sonstige Haustiere gedacht sind. Von dem Trend, mehr als nur Tierfutter zu kaufen, profitiert derzeit der Online-Händler für Heimtierbedarf zooplus (WKN 511170), wie wir hier schreiben.

Internationale Einzelwerte

Ebenso wie die bereits erwähnte Deutsche, profitiert auch die Österreichische Post (WKN A0JML5) von ihrem Status als früherer Staatsmonopolist. Die Österreicher haben mit ihrem Zahlenwerk für die ersten neun Monaten gezeigt, dass es die alten Staatsmonopolisten doch noch nicht verlernt haben. Neben den guten Zahlen feierten die Anleger an der Wiener Börse zudem die Tatsache, dass das Unternehmen die Jahresprognose trotz der allgemeinen Marktturbulenzen bestätigen konnte. Mehr dazu hier.
Nicht nur die deutschen Lebensversicherer haben derzeit mit dem niedrigen Zinsniveau zu kämpfen, für das die Notenbanken gesorgt haben, sondern auch die schweizerische Zurich Insurance Group (WKN 579919) hatte im dritten Quartal so ihre liebe Müh und Not mit den Niedrigzinsen.
Doch schauen wir noch in die USA. Es ist noch gar nicht so lange her, dass das langersehnte iPhone 5 in die Regale kam und sich die Apple-Jünger wie wild darauf stürzten. Gleichzeitig verhalf dies dem derzeit mit großem Abstand wertvollsten Unternehmen der Welt zu neuen Höhenflügen beim Aktienkurs und damit auch beim Unternehmenswert. Doch nachdem die Aktie von Apple-Aktie (WKN 865985) Mitte September ein neues Allzeithoch bei 705,07 US-Dollar markiert hatte, ging es um rund ein Viertel nach unten. Deshalb gleich das Ende der Herrlichkeit rund um das Apfelunternehmen einzuläuten – richtig oder falsch?
Während die Investoren der ersten Stunde vom Rekordbörsengang des Sozialen Netzwerks Facebook (WKN A1JWVX) profitieren konnten, lieferte die Performance der Aktie seit dem IPO eine wahre Trauerstory ab. Neben der schlechten Performance der Aktie, hat Facebook nach neuesten Erkenntnissen aber auch negative Auswirkungen auf seine Nutzer, wie wir hier schreiben.
In der vergangenen Woche standen in den USA zudem die Quartalszahlen der Einzelhändler im Fokus. Dabei zeigten die Daten von Wal-Mart (WKN 860853), Abercrombie & Fitch (WKN 903016) oder Home Depot (WKN 866953), dass die Kauflust der Amerikaner im dritten Quartal trotz der allgemeinen Marktturbulenzen ungebrochen war. Lediglich in Sachen Ausblick ergab sich ein gemischtes Bild.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

Die kommende Woche macht deutlich, dass die Zeit der Quartalszahlen langsam wieder vorbei geht. Aus Deutschland werden die Bilanzen von centrotherm photovoltaics, Sixt (Montag); Gagfah, IVU Traffic Technologies (Mittwoch); United Internet (Donnerstag) vorgelegt.
Weitere interessante Zahlen dürften sein: easyjet (Dienstag); Schoeller-Bleckmann Oilfield (Mittwoch); Flughafen Wien (Donnerstag).
Aus den USA berichten u.a. Agilent, Krispy Kreme, Lowe’s (Montag); Best Buy, Campbell Soup, Hewlett-Packard, Heinz, Salesforce.com (Dienstag) und Deere (Mittwoch).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

In Sachen Konjunkturdaten wird die Woche eher ruhig verlaufen – „Thanksgiving“ sei Dank. Doch der Reihe nach. Am Dienstag werden die deutschen Erzeugerpreise (Oktober) bekannt gegeben. Am Donnerstag folgen die Einkaufsmanagerindizes (November). Am Freitag steht der ifo-Geschäftsklimaindex (November) auf der Agenda. Zusätzlich dazu werden auch die detaillierten Ergebnisse für das deutsche BIP im dritten Quartal bekannt gegeben.
Auf europäischer Ebene stehen das Eurogruppentreffen am Dienstag sowie der EU-Gipfel am Donnerstag auf dem Programm. Dazu werden eine ganze Reihe an Einkaufmanagerindizes (November) veröffentlicht.
An der Wall Street beginnt die neue Handelswoche mit der Veröffentlichung der Zahlen zu den Verkäufen bestehender Häuser (Oktober) und dem NAHB/Wells Fargo Hausmarktindex (November). Am Dienstag geht es mit den Baubeginnen und Baugenehmigungen (Oktober) weiter. Der wöchentliche Ausweis der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steht dann bereits am Mittwoch auf der Agenda, da die Amerikaner am Donnerstag „Thanksgiving“ begehen und somit die US-Börsen geschlossen sind. In der Folge ist der US-Handel dann am Freitag verkürzt. Dennoch steht hier der Einzelhandel im Blick, denn traditionell ist der „Black Friday“ der umsatzstärkste Handelstag im amerikanischen Einzelhandel.


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