Wal-Mart/US-Einzelhändler: Überzeugendes Quartal – die Prognosen eher nicht

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In dieser Woche stehen in den USA die Quartalszahlen der Einzelhändler im Fokus. Dabei zeigen die Daten von Wal-Mart (WKN 860853), Abercrombie & Fitch. (WKN 903016) oder Home Depot (WKN 866953), dass die Kauflust der Amerikaner im dritten Quartal trotz der allgemeinen Marktturbulenzen ungebrochen war. Dagegen zeigte sich in Sachen Ausblick ein gemischtes Bild.

Beim Modekonzern Abercrombie & Fitch kletterte der Nettogewinn um satte 40 Prozent auf 71,5 Mio. US-Dollar bzw. 87 Cents je Aktie nach oben. Analysten hatten zuvor lediglich ein EPS von 59 Cents erwartet. Beim Umsatz ging es um 9 Prozent auf 1,17 Mrd. US-Dollar nach oben und damit über die Konsensschätzungen von 1,11 Mrd. US-Dollar.

Nach den sehr guten Quartalszahlen hob das Unternehmen die Prognose für da Gesamtjahr an. Demnach soll das EPS zwischen 2,85 bis 3,00 US-Dollar liegen, nachdem zuvor lediglich ein Wert zwischen 2,50 bis 2,75 US-Dollar in Aussicht gestellt worden war. Die Analystenzunft erwartet im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 2,48 US-Dollar.

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Als Reaktion auf das beeindruckende Zahlenwerk schickten die Anleger die Aktie von Abercrombie & Fitch am Mittwoch um 35 Prozent nach oben. Doch trotz dieses Erfolgs, sah die Performance des Papiers im bisherigen Jahresverlauf eher mau aus. Selbst mit dem gestrigen Kurssprung steht seit Jahresbeginn ein Kursverlust von 15 Prozent zu Buche. Eine wesentlich bessere Jahresperformance konnten dagegen bisher die Branchekonkurrenten wie American Eagle Outfitters (WKN 897113), Macy’s (WKN A0MS7Y) oder Kohl’s (WKN 884195) hinlegen. Schlechter lief es dagegen bei J.C. Penney (WKN 851991).

Daneben konnte die weltweit größte Baumarktkette Home Depot gute Ergebnisse für das dritte Quartal verbuchen und die Jahresprognose anheben. Das Unternehmen profitierte ganz besonders von der Erholung am US-Häusermarkt. Der Nettogewinn belief sich auf 947 Mio. US-Dollar bzw. 63 Cents pro Aktie, nach 934 Mio. US-Dollar bzw. 60 Cents pro Aktie im Vorjahr. Das bereinigte EPS lag bei 74 Cents. Der Umsatz lag im Berichtszeitraum mit 18,13 Mrd. US-Dollar um 4,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 70 Cents je Aktie und einem Umsatz von 17,93 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Home Depot rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von rund 5,2 Prozent (zuvor: 4,6 Prozent) und einem bereinigten EPS von 3,03 US-Dollar. (Konsensschätzungen: 2,97 US-Dollar).

Auf der anderen Seite konnte der größte Einzelhändler der Welt Wal-Mart nicht ganz mit den Analystenprognosen mithalten. Zwar wurde die Jahresprognose für das EPS von 4,83 bis 4,93 US-Dollar auf eine Spanne von 4,88 bis 4,93 US-Dollar angehoben, jedoch ist diese immer noch unter den Analystenschätzungen von 4,94 US-Dollar. Zwischen Juli und September stand ein Nettogewinn von 3,64 Mrd. US-Dollar bzw. 1,08 US-Dollar je Aktie, gegenüber 3,44 Mrd. US-Dollar oder 96 Cents im Vorjahresquartal. Analysten hatten zuvor einen Wert von 1,07 US-Dollar erwartet. Der Umsatz wurde um 3,4 Prozent auf 113,93 Mrd. US-Dollar gesteigert, dies war jedoch weniger als der von den Analysten erwartete Wert von 114,01 Mrd. US-Dollar.

Bei der Prognose dürften auch die zuletzt überraschend schwachen Daten des US-Wirtschaftsministeriums zu den Einzelhandelsumsätzen im Oktober eine Rolle gespielt haben. Denn mit einem Rückgang von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat, stand im Oktober der erste Rückgang seit vier Monaten. Im September wurde noch ein Anstieg der Umsätze um 1,3 Prozent ausgewiesen.

Unser Fazit: Der amerikanische Konsum ist die wichtigste Säule der größten Volkswirtschaft der Welt. Müssten wir eine Aktie ins Depot nehmen – es wäre Wal-Mart.


1 KOMMENTAR

  1. […] Ebenso wie die bereits erwähnte Deutsche, profitiert auch die Österreichische Post (WKN A0JML5) von ihrem Status als früherer Staatsmonopolist. Die Österreicher haben mit ihrem Zahlenwerk für die ersten neun Monaten gezeigt, dass es die alten Staatsmonopolisten doch noch nicht verlernt haben. Neben den guten Zahlen feierten die Anleger an der Wiener Börse zudem die Tatsache, dass das Unternehmen die Jahresprognose trotz der allgemeinen Marktturbulenzen bestätigen konnte. Mehr dazu hier. Nicht nur die deutschen Lebensversicherer haben derzeit mit dem niedrigen Zinsniveau zu kämpfen, für das die Notenbanken gesorgt haben, sondern auch die schweizerische Zurich Insurance Group (WKN 579919) hatte im dritten Quartal so ihre liebe Müh und Not mit den Niedrigzinsen. Doch schauen wir noch in die USA. Es ist noch gar nicht so lange her, dass das langersehnte iPhone 5 in die Regale kam und sich die Apple-Jünger wie wild darauf stürzten. Gleichzeitig verhalf dies dem derzeit mit großem Abstand wertvollsten Unternehmen der Welt zu neuen Höhenflügen beim Aktienkurs und damit auch beim Unternehmenswert. Doch nachdem die Aktie von Apple-Aktie (WKN 865985) Mitte September ein neues Allzeithoch bei 705,07 US-Dollar markiert hatte, ging es um rund ein Viertel nach unten. Deshalb gleich das Ende der Herrlichkeit rund um das Apfelunternehmen einzuläuten – richtig oder falsch? Während die Investoren der ersten Stunde vom Rekordbörsengang des Sozialen Netzwerks Facebook (WKN A1JWVX) profitieren konnten, lieferte die Performance der Aktie seit dem IPO eine wahre Trauerstory ab. Neben der schlechten Performance der Aktie, hat Facebook nach neuesten Erkenntnissen aber auch negative Auswirkungen auf seine Nutzer, wie wir hier schreiben. In der vergangenen Woche standen in den USA zudem die Quartalszahlen der Einzelhändler im Fokus. Dabei zeigten die Daten von Wal-Mart (WKN 860853), Abercrombie & Fitch (WKN 903016) oder Home Depot (WKN 866953), dass die Kauflust der Amerikaner im dritten Quartal trotz der allgemeinen Marktturbulenzen ungebrochen war. Lediglich in Sachen Ausblick ergab sich ein gemischtes Bild. […]

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