Wochenrückblick KW 45: Obama-Wahl stützt DAX & Co. nur kurz, Commerzbank unter Druck

0

Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen der US-Präsidentschaftswahl. Während die Wiederwahl von Barack Obama zunächst für gute Laune an den Märkten sorgte, kehrte in der zweiten Wochenhälfte die Skepsis zurück. Hauptsorge ist die Pattsituation im US-Kongress und das nun drohende Chaos in Sachen US-Haushalt. Die Angst vor dem „Sturz von der Klippe“ bzw. dem Fiscal Cliff beschäftigt die Anleger.
Hierzulande sorgte unter den kurzfristig orientierten Anlegern vor allem die Commerzbank (WKN 803200) für Gesprächsstoff. Schlechte Quartalszahlen und ein sehr langfristig ausgerichtetes und ambitioniertes Spar-, Investitions- und Umbauprogramm belasteten den Kurs in der vergangenen Woche. Mit einem Niveau von knapp über 1,30 Euro erscheint die Aktie zwar wieder optisch billiger. Aber die Ankündigung, dass das operative Ergebnis im vierten Quartal noch unter dem Niveau des dritten Quartals liegen soll und die noch vagen Aussagen zum Stellenabbau haben viele Anleger verschreckt. So positiv die Konzentration auf das Privatkundengeschäft auch sein mag, Erfolge sind erst in weiter Zukunft zu erwarten. Von daher dürfte die Aktie aufgrund des niedrigen Kurses zwar weiterhin viele Anleger anziehen, aber nennenswertes Potenzial ist erst einmal nicht vorhanden – höchstens es kommt irgendwann einmal zu einer Übernahme Made in China.

Der DAX und sein Chart

Ein Angriff des DAX auf sein Jahreshoch blieb in dieser Woche erneut aus. Wie wir in unserem Ausblick DAX schrieben, macht jedoch die Schwäche der Wall Street Sorgen. Dort haben alle wichtigen Indizes ihre 200-Tage-Linie unterschritten. Sollte der DAX die Region um 7.100 unterschreiten, droht kurzfristig weiteres Ungemach. Das Zwischentief von Ende August (6.871) und die 200-Tage-Linie (6.812) sind dann die nächsten Anlaufstellen. Alles in allem werden sich wohl Bullen und Bären auf absehbare Zeit gegenseitig neutralisieren. Daher ist weiter mit einer ausgeprägten Seitwärtsphase zu rechnen, wie man hier lesen kann.

Einzeltitel aus Deutschland

Im Blickpunkt des Marktes standen die zahlreichen Quartalsbilanzen aus allen deutschen Indizes. Besondere Überraschungen gab es keine – weder positiv, noch negativ. BMW (WKN 519000) beispielsweise schwimmt weiter auf einer Erfolgswelle, während Siemens (WKN 723610) ein Sparprogramm veröffentlicht hat.
Nachdem der Mannheimer Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub (WKN 579043) bereits am 23. Oktober Eckdaten zu den Geschäftsergebnissen im dritten Quartal veröffentlicht hatte, gab es bei der Bekanntgabe der endgültigen Zahlen keine großen Überraschungen. Bei Fuchs heißt dies, dass der Erfolgskurs weiterhin unbeirrt beibehalten wurde.
Gute Nachrichten kamen vergangene Woche vom Verkehrstechnikkonzern Schaltbau (WKN 717030). Der im SDAX notierte Konzern präzisierte seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2012 und nannte zugleich optimistische Erwartungen für das Geschäftsjahr 2013. Mit diesen Aussagen sind nun weitere Kursgewinne zu erwarten.
Das Geschäftsmodell Beteiligungsgesellschaft ist an sich ja weitverbreitet, aber nur in Deutschland scheint man die Verbindung von mittelständischen Unternehmen wirklich erfolgreich hinzukriegen. Ein schönes Beispiel hierfür ist die MBB Industries AG (WKN A0ETBQ). Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 wächst MBB Industries durch organisches Wachstum und Kauf von Unternehmen nachhaltig. Nach vorläufigen Zahlen konnte nun auch im dritten Quartal 2012 eine dynamische Geschäftsentwicklung verzeichnet und der Umsatz bei überproportionaler Ergebnisverbesserung deutlich ausgeweitet werden. Die Kursentwicklung hielt zwar zuletzt deutlich besser mit dem Gewinnanstieg mit, dennoch bieten sich weitere Kurschancen.
Die schlechten Nachrichten beim Klinikbetreiber Rhön-Klinikum (WKN 704230) enden nicht. Nach dem Abschied des Vorstands Ende September und dem Ausscheiden des Bereichsleiters Unternehmenskommunikation folgte vergangene Woche die nächste Hiobsbotschaft. Aufgrund der Sanierung der Uniklinik Giessen-Marburg (UKGM) muss der MDAX-Konzern seinen Ausblick für das Gesamtjahr anpassen. Einen Tag später wurde zudem ein deutlicher Gewinnrückgang für das abgelaufene Quartal präsentiert. Der Kurs reagierte im Frankfurter Handel mit deutlichen Abschlägen.
Als Antwort auf die staatlichen Subventionen der Solarunternehmen in China, wollen die USA und die EU einen Handelskrieg anzetteln. Doch bereits die schlechte Performance der Aktien von SMA Solar (WKN A0DJ6J) oder Solarworld (WKN 510840) zeigt, dass an den Börsen die Erkenntnis überwiegt, dass es bei einem Handelskrieg keinen Gewinner geben kann, wie wir hier schreiben.

Internationale Einzelwerte

Einen Blick Wert war vergangene Woche Home Depot (WKN 866953). Schließlich müsste die Behebung der durch den Hurrikan “Sandy” verursachten Schäden massiv Geld in die nach eigenen Angaben größte Baumarktkette der Welt spülen. Mehr zum Baumarktriesen hier.
Nach der erfolgreichen Übernahme von Lucasfilm konnte Entertainment-Urgestein Walt Disney (WKN 855686) nun auch einige Erfolge bei den Ergebnissen für das vierte Geschäftsquartal (Juli-September) verbuchen. Enttäuschung dagegen beim Gutschein-Portal-Betreiber Groupon (WKN A1JMC2). Hier stand im abgelaufenen Quartal ein Verlust zu Buche. Beide Zahlen gibts ausführlich hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

Die kommende Woche bildet in Sachen Quartalszahlen aus deutscher Sicht erneut ein Highlight – v.a. aus der zweiten und dritten Reihe. Aus Deutschland werden die Bilanzen von Adler Modemärkte, BayWa, Deutsche Wohnen, GESCO, Highlight Communications, Intershop, Lotto24, Manz, Masterflex, Pfleiderer, SinnerSchrader, SMT Scharf, Wincor Nixdorf, zooplus (Montag); Aareal Bank, Bechtle, Biotest, CENTROTEC, Conergy, Deutsche EuroShop, E.ON, Funkwerk, HHLA, Jetter, K+S, Kabel Deutschland, LEIFHEIT, LEONI, Loewe, LPKF Laser & Electronics, Marseille-Kliniken, Nordex, NORMA Group, Ströer, Sunways, Wacker Neuson (Dienstag); Bauer, Bilfinger, Celesio, GfK, H&R, Infineon, Koenig & Bauer, MEDION, MLP, MPC Capital, RWE, Salzgitter, Sky Deutschland, SolarWorld, TOMORROW FOCUS, Westag & Getalit, Wirecard (Mittwoch); Air Berlin, Merck KGaA, MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke, SKW Stahl-Metallurgie (Donnerstag); ALBA, Henkel (Freitag) vorgelegt.
Weitere interessante Zahlen dürften sein: Enel, Mediaset, Semperit, Swiss Life, Tiscali, UniCredit, Vivendi Universal, Wienerberger (Dienstag); Bouygues, J. Sainsbury, Julius Bär, Telekom Austria (Mittwoch); Zurich Insurance Group (Donnerstag); AXA, London Stock Exchange, Österreichische Post (Freitag).
Aus den USA berichten u.a. Cisco Systems, Home Depot, IAMGOLD, Saks, TJX (Dienstag); Abercrombie & Fitch, PETsMART, Staples (Mittwoch); Applied Materials, Bon-Ton Stores, Dell, Ross Stores, Sears, Target, Wal-Mart (Donnerstag) und Foot Locker (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Vom Seiten der Konjunkturdaten stehen am Montag hierzulande noch keine marktrelevanten Veröffentlichungen an. Dagegen wird es am Dienstag mit der Bekanntgabe der ZEW-Konjunkturerwartungen (November) umso spannender. Am Donnerstag stehen zudem die Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des dritten Quartals auf der Agenda.
Auf Europa-Ebene wird es in der kommenden Woche erst am Mittwoch mit der Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion (September) so richtig interessant. Am Donnerstag folgen dann der EZB-Monatsbericht, die BIP-Schnellschätzung für das dritte Quartal und die Verbraucherpreise (Oktober).
Aus den USA stehen am Mittwoch die Erzeugerpreise (Oktober), die Einzelhandelsumsätze (Oktober) und die Daten zu den Lagerbeständen (September). Am Donnerstag folgen die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die Verbraucherpreise (Oktober), der Empire State-Manufacturing-Index (November) und der Philly-Fed-Index (November). Zum Wochenschluss werden in den USA die Daten zur Industrieprodukten (Oktober) und der Kapazitätsauslastung (Oktober) publiziert.


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here