SMA Solar & Solarworld: Weiteres Abwärtspotential durch bevorstehenden Handelskrieg?

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Als Antwort auf die staatlichen Subventionen der Solarunternehmen in China, wollen die USA und die EU einen Handelskrieg anzetteln. Doch bereits die schlechte Performance der Aktien von SMA Solar (WKN A0DJ6J) oder Solarworld (WKN 510840) zeigt, dass an den Börsen die Erkenntnis überwiegt, dass es bei einem Handelskrieg keinen Gewinner geben kann.

Dass die deutsche Solarbranche in einer Krise steckt ist nichts Neues. Ebenfalls seit längerer Zeit sind die Gründe bekannt, die zu den Schwierigkeiten in der vor nicht allzu langer Zeit noch blühenden Industrie geführt haben. Die staatlich subventionierten Unternehmen aus China konnten den Weltmarkt aufgrund wesentlich geringerer Kosten mit günstigen Solarmodulen fluten, was zu enormen Überkapazitäten und zu Firmenpleiten einiger früherer Vorzeigeunternehmen geführt hat.

Nicht ganz so klar ist es jedoch, dass ein Handelskrieg mit China die beste Antwort auf die Probleme der Solarbranche darstellt. Dabei wurde schon ein gefährlicher Weg beschritten, der am Ende nur Verlierer hinterlassen könnte. Während die USA bereits Strafzölle gegenüber chinesischen Herstellern verhängt haben, ist die EU gerade damit beschäftigt, eventuelle Strafmaßnahmen zu prüfen. Die Antwort aus China ließ nicht lange auf sich warten, denn nun ermittelt China im Streit mit der EU seinerseits über unlautere Subventionen gegen europäische Solarkonzerne.

Bei Ökonomen auf der ganzen Welt herrscht größtenteils Einigkeit darüber, dass der freie Hanel für alle Beteiligten von Vorteil ist. Dagegen kann Protektionismus bestenfalls kurzfristig und lediglich in den vor ausländischer Konkurrenz geschützten Branchen Vorteile bringen. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass die Aktienkurse der beiden noch im TecDAX verbliebenen Solarunternehmen SMA Solar und Solarworld von der Untersuchung der EU nicht profitieren konnten. Trotz der Strafzölle in den USA und der europäischen Prüfung von Strafmaßnahmen verlor die Solarworld-Aktie in den vergangenen sechs Monaten rund 20 Prozent an Wert. Bei SMA Solar wurde der Wert des Papiers in der gleichen Zeit sogar halbiert. Grund für den stärkeren Rückgang ist die jüngst veröffentlichte Senkung der Prognose.

Dies ist vor allem deshalb so enttäuschend, da der Weltmarktführer bei den sogenannten Wechselrichtern im bisherigen Jahresverlauf eine positive Ausnahme in der kriselnden Solarbranche bildete. Doch aufgrund der massiven Förderkürzungen im europäischen Photovoltaik-Markt und eines zunehmenden Preisdrucks rechnet SMA Solar mit einem deutlichen Umsatzrückgang auf 0,9 Mrd. Euro bis 1,3 Mrd. Euro (2012: 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro). „Im besten Fall rechnen wir 2013 mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis. Einen Verlust können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausschließen“, so die Aussagen des Vorstandssprechers Pierre-Pascal Urbon zu den Aussichten des Unternehmens. Als Reaktion will man bei SMA Solar die Kosten mit Hilfe von Stellenstreichungen herunterfahren. Demnach will man sich schrittweise von 450 seiner weltweit rund 5.500 Mitarbeitern trennen und den Einsatz von 600 Zeitarbeitern beenden. Von den Stellenstreichungen ausgenommen bleibt der Bereich Entwicklung. Hier will SMA im kommenden Jahr durch Investitionen von über 100 Mio. Euro strategisch wichtige Zukunftstechnologien vorantreiben.


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