Die „Deutsche geht steil“ und die Commerzbank ist ein potenzieller M&A-Deal

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Da ist man nun auf der World Money Show in London und die heimischen Banken sind ein Superthema. Und ich dachte, das Ding habe ich mal für ein paar Tage abgehakt. Denkste…

Nein wirklich. Ich bin am Freitag ganz früh da und trinke gerade nen Kaffee, da kommt ein befreundeter Journalist, der unter anderem für die New York Times arbeitet, auf mich zu und sagt ganz trocken: „Das hat nur der gute alte Jo (Ackemann) geschafft, dass „die Deutsche“ nun super-systemrelevant ist. Eure Commerzbank ist das nicht (mehr). Die bräuchten so einen wie Jo“. Anschließend zeigte er mir dann das Doc, dass dann das Topthema jeder deutschen Zeitung und deren Homepage werden sollte

Ich stellte mir daraufhin automatisch die gleichen Fragen, wie die Kollegen von faz.net, sueddeutsche.de oder wsj.de. Und ich kam auf keine anderen Antworten. Doch noch ein anderer Gedanke kam mir:

Sind wir froh, dass wir in Deutschland wenigstens eine „systemrelevante“ Bank haben. Sehen wir es bitte alle so. Natürlich müssen die Bank-Jungs nun dafür deutlich mehr machen – es ist aber auch bares Geld. Denken wir nur an die F…. Ratings. Diese werden besser ausfallen, als bei einer Commerzbank – von der ich ausgehe, dass diese im Jahr 2015 vielleicht schon von jemanden geschluckt wird… Wer weiß es schon. So nen M&A-Deal made in/ by China. How Lovely…

Zurück zur World Money Show. Dieses Jahr waren die Briten erstaunlich freundlich und realistisch, was „Frauuu Mööörkel“ und unser schlimmsten Export-Wunder. Letztes Jahr waren wir Deutsche bei vielen Speakern noch die Bösen, die mit ihrem Reichtum und ihrem Export Europa dominieren und kaputt machen – heute haben selbst die Briten erkannt, dass ohne Berlins Kohle in good old Europe nichts mehr geht. Erstaunlich waren die „Trends“, sprich wo man sein Geld so anlegen sollte:

Gemma Godfrey, Head of Investment Strategy einer britischen. Investmentbank, sieht das Heil der Investoren in den kommenden Jahren weiterhin in China. Besser formuliert: „Investieren Sie in Unternehmen, die ihren Hauptumsatz außerhalb von Europa machen. EMs sind weiter hipp, China wird nicht einstürzen. Die wollen ausländische Waren (ganz nebenbei werden genau jetzt in Ihrer Präsi Fotos von überfüllten Supermärkten mit westlichen Produkte gezeigt und gähnende Leere in heimischen chinesischen Märkten mit heimischen Waren)“.

Merryn Somerset Webb, von Moneyweek sieht das alles schon etwas kritischer. „Wann kehren wir zur Normalität zurück, was passiert, wenn China nicht so wächst, wie von wirklich allen erwartet? Und was passiert noch in Sachen QE3? Wieviele Programme werden noch kommen?“ Wow – und so etwas von einer britischen Finanzjournalistin. Ich war echt erstaunt. Aber es kam dann noch besser:

Der geliebte heimische britische Immobilienmarkt. „Vergessen Sie ihn. Kaufen Sie nur, wenn Sie Kinder haben und die unter ihrem eigenen Dach aufwachsen sollen. Sonst vergessen Sie den britischen Häusermarkt“. Just diese Haltung war letztes Jahr noch nicht da. Erstaunlich. Und noch etwas sagte Lady Somerset:

Ihr Rat: Keep your Money out from government, Keine Bonds, keine Anleihen, keine Häuser kaufen – du weißt nicht, was die Regierungsjungs noch alles vorhaben. Japan sei günstig bewertet, Europa auch, China nein, USA nein!

Na dann, wissen wir ja, wo wir unser Geld anlegen, oder? Bei der guten alten mittlerweile systemrelevanten Deutschen Bank, vielleicht auch mit ein paar netten Derivaten von x-markets auf die Commerzbank – so lässt sich Rendite machen. Frei nach dem Motto: „ Die Deutsche geht steil!“..Ist ja eh alles Peanuts, wie wir seit Jahren wissen…


3 KOMMENTARE

  1. […] Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen der US-Präsidentschaftswahl. Während die Wiederwahl von Barack Obama zunächst für gute Laune an den Märkten sorgte, kehrte in der zweiten Wochenhälfte die Skepsis zurück. Hauptsorge ist die Pattsituation im US-Kongress und das nun drohende Chaos in Sachen US-Haushalt. Die Angst vor dem „Sturz von der Klippe“ bzw. dem Fiscal Cliff beschäftigt die Anleger. Hierzulande sorgte unter den kurzfristig orientierten Anlegern vor allem die Commerzbank (WKN 803200) für Gesprächsstoff. Schlechte Quartalszahlen und ein sehr langfristig ausgerichtetes und ambitioniertes Spar-, Investitions- und Umbauprogramm belasteten den Kurs in der vergangenen Woche. Mit einem Niveau von knapp über 1,30 Euro erscheint die Aktie zwar wieder optisch billiger. Aber die Ankündigung, dass das operative Ergebnis im vierten Quartal noch unter dem Niveau des dritten Quartals liegen soll und die noch vagen Aussagen zum Stellenabbau haben viele Anleger verschreckt. So positiv die Konzentration auf das Privatkundengeschäft auch sein mag, Erfolge sind erst in weiter Zukunft zu erwarten. Von daher dürfte die Aktie aufgrund des niedrigen Kurses zwar weiterhin viele Anleger anziehen, aber nennenswertes Potenzial ist erst einmal nicht vorhanden – höchstens es kommt irgendwann einmal zu einer Übernahme Made in China. […]

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