Leoni bekommt Automobilkrise deutlich zu spüren

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Bildquelle: Pressefoto LEONI AG

Die weltweite Konjunkturschwäche macht den Autoherstellern immer mehr zu schaffen. Nun müssen aber auch die Automobilzulieferer wie der MDAX-Konzern Leoni (WKN 540888) verstärkt unter den dadurch entstehenden Nachfragerückgängen leiden.

Aus diesem Grund musste jetzt Leoni-Vorstandschef Klaus Probst in einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ einräumen, dass der Konzern seine Gewinnziele nach unten fahren musste: „Angesichts der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung und des Marktumfelds werden wir unser Langfristziel von sieben Prozent Marge 2013 voraussichtlich noch nicht erreichen.“ Der Spezialist für Bordnetzsysteme rechnet für 2013 nur noch mit einem „mindestens stabilen Geschäft.“ Trotz der derzeitigen Schwächen – vor allem auf dem europäischen Automarkt – sieht Probst aber keine schwere Krise, wie zuletzt 2008/2009, auf die Industrie zukommen. Allerdings sei Leoni besser auf harte Zeiten vorbereitet: „Durch flexible Arbeitszeitmodelle könnten wir jetzt einen Nachfrageeinbruch von 15 bis 20 Prozent abfedern“, so Probst weiter.

Laut vorläufigen Berechnungen, konnte Leoni die Umsätze im dritten Quartal dieses Jahres annähernd auf dem Niveau der vorangegangenen Quartale halten. Zwischen Juli und September 2012 lag der Konzernumsatz bei 954 Mio. Euro, nach 969 Mio. Euro im ersten Quartal und 968 Mio. Euro im zweiten Quartal. Dagegen wurde ein Anstieg im Vergleich zum Umsatz des Vorjahresquartals um 4,5 Prozent verzeichnet. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging es im Vergleich zum vorangegangenen Quartal von 50,8 Mio. Euro auf 52,5 Mio. Euro nach oben. Jedoch liegt dieser Wert leicht unter demjenigen aus dem Vorjahr von 54,6 Mio. Euro.

Wesentlich enttäuschender fiel dagegen der Ausblick für den Rest des Jahres aus. Für die verbleibenden drei Monate geht Leoni aufgrund der jüngsten Entwicklungen insbesondere im Automobilumfeld davon aus, dass sich das Geschäft abschwächen wird. Mit Blick auf die Jahresprognose rechnet das Unternehmen deswegen damit, nunmehr einen Umsatz von rund 3,75 Mrd. Euro (bisher: 3,8 bis 3,9 Mrd. Euro) zu erreichen. Beim EBIT rechnet der Konzern mit einem Wert von rund 235 Mio. Euro (bisher: 255 bis 275 Mio. Euro).

Mit der nun ausgesprochenen Gewinnwarnung erlebt die Aktie des Unternehmens einen neuerlichen Tiefschlag, nachdem Leoni bereits im Juli die Prognosen gesenkt hatte. Dies führte am Dienstagvormittag zu einem Kursrückgang von mehr als 4 Prozent. Damit hat die Aktie die gesamten Jahresgewinne wieder verloren. Immerhin ging es im Frühjahr auf das Jahreshoch von 40,87 Euro nach oben. Nun fiel das Papier in den Bereich von 25 Euro wieder zurück. Sollte sich der Automobilmarkt im nächsten Jahr allerdings nicht ganz so negativ darstellen, wie die derzeitigen Prognosen lauten, könnte auch der Leoni-Aktienkurs davon profitieren. Immerhin ist das Papier mit einem 2013er-KGV von 5,6 und einer Dividendenrendite von 5,8 Prozent sehr attraktiv bewertet.


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