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Zehn vor Zehn: DAX schwächelt weiter, S&P senkt spanische Bonitätsnote

In dieser Woche scheint beim deutschen Leitindex DAX der Wurm drin zu sein. Denn auch am Donnerstagvormittag kommt er nicht so recht vom Fleck. Neben den anhaltenden Konjunktursorgen, hat die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen von „BBB+“ auf „BBB-“ gesenkt. Damit liegt die spanische Bonitätsnote nur noch eine Stufe über Ramschniveau.

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1 Kommentar zu Zehn vor Zehn: DAX schwächelt weiter, S&P senkt spanische Bonitätsnote

  1. Sandro Valecchi // 11. Oktober 2012 um 10:07 //

    Auf- und Abwärtsbewegungen in Euro-Währungszone im Herbst 2012

    Ein Wechselbad der Gefühle durchlebt die Euro-Währungszone im Herbst 2012. Eine Viertelstunde nach seiner Inkraftsetzung hat der „dauerhafte Rettungsschirm“ ESM (Europäische Stabilitätsmechanismus) die Bestnote AAA von Fitch Ratings erhalten. Fitch Ratings hat einen Marktanteil von 15 % und ist die kleinste der 3 großen, internationalen Agenturen – nach der Standard & Poor’s und Moody’s, die den Weltmarkt dominieren. Fitch ist weltweit an 51 Standorten präsent und beschäftigt 2000 Mitarbeiter. Am Montagnachmittag teilte Fitch Ratings über seine Niederlassung in Frankfurt am Main mit, zugleich sei der Ausblick beim Rating für den ESM (European Stability Mechanism) als „stabil“ bewertet worden. Das wesentliche Instrumentarium des ESM sind Notkredite und Bürgschaften (auch als „Haftungsgarantien“ bezeichnet): Überschuldete Mitgliedstaaten sollen Kredite unter subventionierten Konditionen erhalten. Im ESM-Vertrag ist zudem festgeschrieben, dass jeder Mitgliedstaat, der Hilfe durch den ESM erhält, ein makroökonomisches Anpassungsprogramm umsetzen muss sowie eine tiefgehende Analyse über die Nachhaltigkeit seiner Staatsschuldensituation unternehmen soll (Art. 12, Art. 13 Abs. 3 ESM-Vertrag). Der ESM kann Krisenländer mit bis zu 500 Milliarden Euro vor der Pleite schützen. Die deutsche Haftungsobergrenze liegt bei 190 Milliarden Euro. CEO des ESM ist der Klaus Regling.

    Auch die Ratingagentur Moody’s hat dem neuen Euro-Rettungsfonds ESM die Bestnote AAA verliehen. Gleichzeitig werden von Moody’s die Aussichten für den Fonds als negativ eingeschätzt. Als Grund für die gute Bewertung nannte diese Ratingagentur unter anderem die Kreditwürdigkeit der hinter dem ESM stehenden Euro-Staaten. Sollte sich die Kreditwürdigkeit einzelner Euro-Mitgliedstaaten verschlechtern, würde dies auch das Rating des ESM auswirken können – im Sinne eines Downgrading, gab Moody’s zu bedenken.

    Rating ist ein standardisiertes und objektivierendes Urteil über die Fähigkeit eines Unternehmens, finanzielle Verpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen – mit dem Ziel, Wahrscheinlichkeiten über den Eintritt von Leistungs- und Zahlungsstörungen während der Kreditlaufzeit abzuleiten. Ein Rating dient dazu, die Kreditwürdigkeit eines Schuldners einzuschätzen. Dies ist schon immer eine sehr umstrittene Angelegenheit gewesen und wird aller Voraussicht nach auch im höchst kontrovers bleiben. Im engeren Sinne wird der Begriff geprägt durch international bedeutende Agenturen, die sich auf die Einstufung von Schuldnern spezialisiert haben. Mittels Buchstabenkombinationen oder Symbolen wird die Fähigkeit von Schuldnern beurteilt, ihren Zahlungsverpflichtungen jetzt und auch in Zukunft nachkommen zu können. Der Begriffsinhalt wird an verschiedenen, wichtigen Parametern festgemacht. Einer davon ist die Ausstattung mit Eigenkapital (Eigenkapitalquote).

    Die internationale Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Spaniens nahezu auf Ramschniveau gesenkt. S&P dominiert den Weltmarkt mit 40 % Marktanteil. Sie stufte die Bonität des Euro-Landes um zwei Stufen auf BBB- herunter und behielt einen negativen Ausblick bei. Als Begründung für die Herabstufung nannte S&P die zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Probleme in Spanien sowie die Krise der Banken. „Die sich vertiefende Rezession begrenzt die Politikmöglichkeiten der spanischen Regierung“, erklärte die Ratingagentur. Steigende Arbeitslosigkeit und Einschränkungen bei den Staatsausgaben vergrößerten die soziale Unzufriedenheit und führten zu Spannungen zwischen der Regierung in Madrid und den Regionen. Außerdem gebe es Zweifel am Willen einiger Mitgliedsstaaten der Euro-Zone, die Kosten für eine Rekapitalisierung der spanischen Banken mitzutragen.

    Der negative Ausblick bedeutet, dass Standard & Poor’s die Bonität Spaniens noch weiter auf BB+ senken könnte. Damit hätten spanische Staatsanleihen dann Ramschstatus. Der Ratingagentur zufolge droht eine erneute Herabstufung, sollten die politische Unterstützung für die von der Regierung vorangetriebenen Reformen schwächer werden sowie die Zinsen des südeuropäischen Landes an den Kapitalmärkten wegen mangelnder Unterstützung durch die anderen Länder der Euro-Zone über ein tragbares Niveau hinaus ansteigen. Spanien kämpft seit geraumer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote erreicht beinahe 25 %. Damit ist derzeit fast jeder Vierte in Spanien arbeitslos. Für die Rettung der spanischen Banken haben die internationalen Geldgeber bereits bis zu 100 Mrd. Euro zugesagt. Die Krise hat in den vergangenen Wochen zudem zu vermehrten Überlegungen spanischer Regionen zur Abspaltung von Madrid geführt. Bei diesem Downgrading ist Standard & Poor’s der Herabstufung von Moody’s gefolgt. Überdies wird derweil geprüft, ob weitere Bonitätssenkungen nötig sind. Fitch Ratings stuft Spanien mit BBB – und somit eine Note höher ein, als die Konkurrenz. Ein schwacher Trost. Börsianer und der Dax sucht derweil noch nach der Richtung.
    Sandro Valecchi

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