Leuchtenhersteller Hess strebt an die Börse – Preisspanne liegt zwischen 20 und 23 Euro

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Nach dem erfolgreichen Börsengang von Talanx (WKN TLX100) vergangene Woche, dreht der IPO-Sektor richtig auf. Mit dem Leuchtenhersteller Hess (WKN A0N3EJ) strebt ein weiteres interessantes Unternehmen an die Börsen. Die Preisspanne der voraussichtlich bis zum 17. Oktober 2012 angebotenen Aktien liegt zwischen 20 und 23 Euro. Die Erstnotiz im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse ist für den 19. Oktober 2012 geplant.

Der Hersteller von Außen- und Architekturbeleuchtung erzielte im Geschäftsjahr 2011 Umsatzerlöse in Höhe von 68,1 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) lag bei 5,6 Mio. Euro, die EBIT-Marge bei 8,2 Prozent. Im ersten Halbjahr 2012 konnte das Unternehmen sein Wachstumstempo gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ausbauen und erzielte eine Umsatzsteigerung von rund 39 Prozent. Das Unternehmen fertigt an drei Standorten in Deutschland und den USA; zusätzlich verfügt Hess unter anderem in Japan und China über Kapazitäten für die Endmontage. Im ersten Halbjahr 2012 beschäftigte Hess durchschnittlich 360 Mitarbeiter.

An der Börse sind Leuchtenhersteller bislang rar. Nach dem abgesagten Börsengang der Siemens-Tochter Osram ist derzeit nur der österreichische Leuchtenhersteller Zumtobel (WKN A0JLPR) in diesem Segment aktiv. Eine vergleichende Bewertung ist daher eher schwierig, zumal Zumtobel jüngst den ATX verlassen musste und daher deutlich schwächer notierte. Das Hess-Aktienangebot umfasst bis zu 2.300.000 Aktien und weitere bis zu 345.000 Aktien im Rahmen einer möglichen Mehrzuteilung aus dem Eigentum der Hauptaktionärin, der Hess Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG; der strategische Investor HPE Pro Institutional Fund B.V. veräußert im Rahmen des Börsengangs keine Aktien. Bei vollständiger Platzierung liegt der Bruttoemissionserlös für Hess zwischen 46 und 53 Mio. Euro. Der angestrebte Streubesitz wird nach dem Börsengang bei vollständiger Platzierung aller angebotenen Aktien sowie vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option ca. 50,7 Prozent betragen.

Mit dem Erlös aus der Transaktion will die Gesellschaft vor allem ihr weiteres Wachstum finanzieren. Strategischer Schwerpunkt ist dabei der stark wachsende LED-Weltmarkt im Bereich Allgemeine Beleuchtung (General Lighting), dem zwischen 2011 und 2020 eine durchschnittliche jährliche Zuwachsrate von 31,1 Prozent vorausgesagt wird. Seine Positionierung auf diesem Markt will Hess vor allem durch den weiteren Ausbau des internationalen Vertriebs und opportunistische Beteiligungen oder Übernahmen nutzen – vorzugsweise in oder mit gutem Zugang in die Wachstumsregionen Naher Osten, Nordamerika und Asien. Zudem plant Hess, weitere Technologien im Bereich LED und OLED (organische LED) zu entwickeln und einen neuen Geschäftsbereich „Residential Lighting“ zu etablieren. Die bestehende Produktlinie „Avangardo Line“, mit der Hess Leuchten zum gebäudenahen Einsatz anbietet, soll dazu vollständig auf LED-Technik umgestellt werden.

Unternehmenschef Christoph Hess erläutert die Motive für das IPO: „Als LED-Pionier verfügen wir über ein starkes internationales Vertriebsnetz mit etablierten Marken. Wir haben unsere Umsätze zwischen 2009 und 2011 um durchschnittlich 14 Prozent pro Jahr gesteigert und sind im gleichen Zeitraum immer profitabler geworden. Gleichzeitig sehen wir erhebliches Wachstumspotenzial in unseren Kernmärkten Europa, Asien, Naher Osten und Nordamerika. Auf all diesen Märkten wird energieeffiziente Beleuchtung immer stärker nachgefragt. Der geplante Börsengang unterstützt uns ganz entscheidend dabei, an dieser LED-Revolution zu partizipieren.“

Mehr zu Hess findet man unter hess.eu


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