Die Stimmung für Börsengänge in Europa verbessert sich

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Für die Freunde von Börsengängen gibt es gute Nachrichten. Laut der PwC-Studie „IPO Watch Europe Q3 2012“ ist das europäische IPO-Geschäft wieder auf Erholungskurs. Nach nur 726 Mio. Euro Emissionsvolumen im zweiten Quartal stiegen von Juli bis September 2012 die Erlöse bei insgesamt 57 Börsengängen auf 4,4 Mrd. Euro. Der größte deutsche IPO, Talanx, war da noch garnicht dabei. Und auch die Telefonica-Tochter O2 ist hierbei noch nicht berücksichtigt. Es dürfte im laufenden vierten Quartal also weiter voran gehen. In der Schweiz bspw. wagt sich in Kürze der Derivatspezialist EFG Financial Products an die Börse.

Für das gute Ergebnis im dritten Quartal 2012 ist fast ausschließlich der IPO der russischen Sberbank verantwortlich. Die Emission spülte an der Londoner Börse mehr als 4 Mrd. Euro in die Kassen und sicherte dem britischen Finanzplatz erneut den ersten Platz im europaweiten Umsatz-Ranking. Die meisten Erstemissionen verzeichnete die Warschauer Börse. Doch während die London Stock Exchange mit 17 Börsengängen eine Summe von 4,3 Mrd. Euro erlöste, waren es in Warschau bei 26 Emissionen lediglich 14 Mio. Euro. Die deutsche Börse erzielte mit fünf Börsengängen insgesamt 26 Mio. Euro und rangiert damit im europäischen Vergleich auf dem dritten Rang.

Der Börsenplatz London will in Zukunft für schnell wachsende Unternehmen an Attraktivität gewinnen. Das Ziel ist, europäische Technologieunternehmen anzulocken, die bisher den US-Markt bevorzugen. Denn auch das amerikanische IPO-Geschäft ist wieder im Aufwind. So schlossen die US-Börsen das dritte Quartal auch dank des Börsendebüts von Santander Mexico mit einem IPO-Volumen von umgerechnet 5,2 Mrd. Euro ab. Eine starke Emissions-Pipeline sorgt für einen positiven Ausblick. In Hongkong läuft das IPO-Geschäft dagegen schleppend. Große Börsengänge aus China bleiben aus. Die Hongkonger Börse droht weltweit ihre führende Rolle bei Neuemissionen zu verlieren.

Laut Christoph Gruss, Partner im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC, ist die Pipeline für anstehende IPOs seit längerem gut gefüllt. „Kommen diese Transaktionen zu einem erfolgreichen Abschluss, dürfte Zahl und Volumen der Neuemissionen 2013 weiter steigen“, so Gruss. Mit den geplanten IPOs des russischen Mobilfunkanbieters Megafon und Direct Line, der Versicherungstochter der Royal Bank of Scotland, kündigen interessante Schwergewichte ihre Neuemissionen bis zum Jahresende an. „Kommen die angekündigten Börsengänge zu einem erfolgreichen Abschluss, ist das ein positives Signal für Unternehmen, die einen Börsengang 2013 planen“, erwartet Gruss.

Dann sind wir mal gespannt, ob das Jahr 2012 doch noch einen versöhnlichen Jahresschnitt in Sachen IPOs bringen wird und ob es 2013 wirklich so positiv weiter geht!


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