Die Sache mit der Konjunktur – der Konjunkturmonitor machts deutlich

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Heute bin ich beim Spekulantenblog auf eine geniales Tool bei destatis gestoßen. Den Konjunkturmonitor. Hier kann man sich zwölf Konjunkturdaten (Produktionszahlen, Auftragseingänge und Umsatzentwicklungen) in einer Konjunkturmatrix anzeigen lassen. Über eine Zeitachse kann man sich die Entwicklung seit Beginn der 90er Jahre bis heute anzeigen lassen.

Konjunkturmonitor von destatis Stand März 2009
Konjunkturmonitor von destatis Stand März 2009

Wie man in der obigen Grafik mit den Daten vom März 2009 sieht, haben alle Konjunkturbarometer die schlechtest mögliche Position erreicht – weit unter dem Trend und das bei abnehmender Tendenz. Von daher dürfte zumindest aus konjunktureller Sicht das Ende der Krise noch ein gutes Stück entfernt sein. Interessant ist übrigens, wie schnell sich Abkühlung binnen eines Jahres abzeichnete. Dazu hier die Daten des Konjunkturmonitor von März 2008 und September 2008:

Konjunkturmonitor Stand März 2008 und September 2008
Konjunkturmonitor Stand März 2008 und September 2008

Dies waren bisher nur die deutschen Konjunkturdaten. Auf den Gesamtmarkt und die Gesamtsituation betrachtet sieht die Sache auch nicht besser aus. Dazu möchte ich Konrad Hummler von der Privatbank Wegelin & Co., der ältesten Bank der Schweiz, zitieren:

– Die Krise in der Realwirtschaft übertrifft alle negativen Erwartungen und frisst sich weiter in den Bereich der dauerhaften Konsumgüter; Massenentlassungen stehen bevor.
– Die Bilanzen der Grossbanken sind von den „Subprime“-Hypotheken weitgehend befreit, der wirkliche Test ist aber noch nicht bestanden („Alternative A“, „Prime“, etc.).
– Die wesentlichen Probleme wurden lediglich aus dem Finanzsystem in den staatlichen Bereich verschoben, nicht aber wirklich gelöst.

In seinem jüngsten Anlagekommentar (Ausgabe 263 vom 11. Mai 2009) hat Hummler aber auf drei interessante Chancen hingewiesen, die abseits der aktuellen Bärenmarktrallye zu berücksichtigen sind. [Seiner Ansicht nach beruht die aktuelle Erholung hauptsächlich auf der Übertreibung der Markteilnehmer nach oben, nachdem eine Insolvenz einer Großbank ausgeschlossen wird. Für die nächste Zukunft wird daher ein weiteres Auf und Ab erwartet.]
Hummler sieht die Chancen hauptsächlich in Asien. Allen voran in Indien, wo man über einen sehr robusten und gewaltigen Binnenmarkt verfügt und auch beim Immobilienmarkt sehr gut finanziert ist. Daneben sieht er auch die chinesische Wirtschaft dank der dortigen Infrastrukturmaßnahmen auf einer Erholungstour in der Binnennachfrage. Zuletzt sieht er auch in Japan große Chancen, wo derzeit der verkrustete Arbeitsmarkt aufgebrochen wird und so die Wirtschaft vielleicht endlich aus ihrer jahrzehntelangen Lethargie erwacht. Alle drei Elemente bieten seiner Ansicht nach aber nur Chancen, sie sind keine sicheren Entwicklungen. Alles in allem sind die Ausführungen wie immer hochinteressant. Ein Blick in den Anlagekommentar lohnt sich.


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