Glencore & Xstrata: Anleger aufgepasst – es wird ernst!

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Nach langem Hin und Her soll die Übernahme des Bergbau-Konzerns Xstrata (WKN 552834) durch den Rohstoffhändler Glencore (WKN A1JAGV) bis zum Ende des Jahres nun endlich über die Bühne gehen. Weitere Kurschancen sind aber erstmal nicht in Sicht.

Demnach gaben beide Unternehmen bekannt, dass sich die Konzernführungen auf das im September von Glencore nachgebesserte Angebot für den Deal geeinigt haben. Mit einem Volumen von 36 Mrd. US-Dollar wäre es damit die mit Abstand größte Übernahme des Jahres. Die Xstrata-Aktionäre sollten bereits Anfang September über den Deal entscheiden. Allerdings war vor allem dem staatlichen Fonds Qatar Holding der Preis, den Glencore zu zahlen bereit war, zu niedrig.

Glencore hatte zunächst 2,8 eigene Aktien für 1 Xstrata-Aktie geboten. Zwar hatte der Staatsfonds durchblicken lassen, dass man im Grundsatz nicht gegen das Geschäft sei, jedoch drohte man aufgrund des zu niedrigen Preises gegen den Deal zu stimmen. Immerhin hält der Staatsfonds 12 an Xstrata. Aus diesem Grund wurde die Abstimmung der Xstrata-Aktionäre verschoben und noch einmal nachverhandelt. Obwohl Qatar Holding eine Quote von 3,25 Glencore-Aktien je Xstrata-Anteilscheine gefordert hatte, gibt man sich nun offenbar mit einer Quote von 3,05 zufrieden.

Der Preis des erhöhten Angebots ist dagegen der Verzicht des Xstrata-Chefs Mick Davis auf die langfristige Führung des neuen Konzerns. Nun soll er nur in den ersten sechs Monaten an der Spitze stehen. Danach soll er zurücktreten und den Chefsessel für Glencore-Chef Ivan Glasenberg frei machen. Da aber durch den Zusammenschluss ein wahrer Rohstoffgigant mit einem Börsenwert von etwa 90 Mrd. US-Dollar entstehen würde, der zusätzlich die gesamte Kette der Wertschöpfung unter einem Dach vereint, bleibt es noch abzuwarten, was die zuständigen Wettbewerbshüter von dem Deal halten.

In Sachen Kurschancen sollte man nun nicht mehr viel erwarten. Die Unsicherheit über die Fusion hat ja bereits einen Teile „Fusions“-Gewinne wieder schrumpfen lassen. Für Anleger heißt es abwarten und schauen wie sich das neue Unternehmen angesichts des nicht immer einfachen Zusammengehens entwickelt. Erst wenn die Fusion halbwegs abgeschlossen ist, kann man über die Zukunft des neuen Rohstoffriesen und seines Aktienkurses etwas sagen.


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