Rhön-Klinikum: Nach gescheiterten Übernahmeversuchen geht nun der Vorstand

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Der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum (WKN 704230) kommt nicht zur Ruhe. Nach gescheiterten Übernahmeversuchen durch den Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560) hatte am Monatg der Wettbewerber Sana Kliniken ebenfalls entsprechende Übernahmepläne dementiert. Heute nun wurde eine umfassende Veränderung im Vorstand bekannt. Zwar konnte die Aktie in Reaktion darauf zulegen. Dennoch zeigt der Abgang von Vorstandschef und Finanzvorstand, dass es bei Rhön-Klinikum nicht rund läuft.

Der langjährige Vorstandschef Wolfgang Pföhler wird laut einer Pressemitteilung den im MDAX notierten Konzern zum 31.12.2012, wie es heißt „auf eigenen Wunsch und im besten freundschaftlichen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat“ verlassen. Die gleiche Formulierung findet sich auch bei Finanzvorstand Erik Hamann. Auch er wird „auf eigenen Wunsch und im besten freundschaftlichen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat“ aus dem Unternehmen ausscheiden, allerdings bereits zum 30.09.2012.

Als Interiumsnachfolger für Hamann wird das Aufsichtsratsmitglied Jens-Peter Neumann in den Vorstand wechseln. In dieser Zeit wird Neumann sein bereits seit 2007 ausgeübtes Aufsichtsratsmandat ruhen lassen. Als künftiger CFO wird er für die Bereiche Finanzen, Rechnungswesen, Investor Relations und Controlling verantwortlich zeichnen. Neumann war in der Vergangenheit u.a. Global Head of Capital Markets bei Dresdner Kleinwort. Ob diese Erfahrung allerdings reicht, um bei Rhön-Klinikum wieder Ruhe einkehren zu lassen, muss man abwarten.

Die nun angekündigten Personalveränderungen machen deutlich, dass zwischen Aufsichtsrat und Vorstand nur bedingt Einigkeit herrschte. Vor allem die Optionen neue Partnersuche oder verstärktes organisches Wachstum scheinen sehr unterschiedlich bewertet zu werden. Wie skeptisch das unklare weitere Vorgehen des Unternehmens am Kapitalmarkt gesehen wird, zeigt auch die heute von Euler Hermes veröffentlichte Rating-Absenkung. Vor allem die Unsicherheiten aus der geänderten Aktionärsstruktur wurden dabei als negative Faktoren angeführt. Solange also die Baustelle „Wem gehört Rhön-Klinikum“ weiterhin existiert, dürfte sich auch Kurstechnisch wenig bewegen. Operativ läuft es zwar rund und eine 2013er Dividendenrendite von 3 Prozent sprechen ebenfalls nicht gegen die Aktie. Dennoch gibt es etwa mit Fresenius durchaus interessantere, und breiter aufgestellte Gesundheitsaktien.


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