Im Fokus Öl: Warten auf die Konjunkturbelebung?

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Anfang Juli dieses Jahres hatte der Ölpreis eine beeindruckende „Preisrallye“ gestartet. Doch diverse Nachrichten zur Erhöhung der Fördermengen Saudi-Arabiens, einer der weltweit wichtigsten Ölförderland, sorgten vorerst für ein abruptes Ende der „Kursfantasien“. Inwieweit die letzte Rallye eine Fortsetzung finden kann, wird auch davon abhängen, ob die jüngsten Maßnahmen der internationalen Zentralbanken tatsächlich ihre Wirkung entfalten und die Konjunktur ankurbeln oder doch verpuffen.

Die Ankündigungen neuer Anleihen-Kaufprogramme durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Federal Reserve, aber auch das grüne Licht des Bundesverfassungsgerichts für den europäischen Rettungsschirm ESM haben sowohl die Aktienmärkte als auch den Ölpreis in den vergangenen Monaten beflügelt.
Immerhin gilt Öl als „Schmierstoff“ der Weltwirtschaft. Und immer wenn es Anzeichen für eine Ankurbelung der Konjunktur gibt, welche die Notenbanken mit der Fortsetzung der lockeren Geldpolitik geliefert haben, spricht dies auch für eine mögliche Belebung der Rohölnachfrage. So die stets einfache Logik vieler Marktteilnehmer. Zusätzlich erhielt der Ölpreis durch den wieder erstarkten Euro, im Vergleich zum US-Dollar, ebenfalls Auftrieb. Denn bei einem schwächer werdenden US-Dollar, wird Rohöl für Investoren außerhalb des Dollar-Raums günstiger, womit die Ölnachfrage angehoben wird. Allerdings wurde der jüngste Preisanstieg sowohl bei der Nordsee-Sorte Brent als auch bei der US-Sorte WTI unterbrochen. Ende der vergangenen Wochen hatten einige Nachrichten den Investoren offensichtlich Verkaufsgründe geliefert.

Beispielsweise wies die US-Energiebehörde EIA am 19. September einen überraschend starken Anstieg der US-Öllagerbestände aus. Demnach wiesen die Rohöllagerbestände für die Woche zum 14. September ein Plus von 8,5 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche aus. Eine ausreichende Versorgung der größten Volkswirtschaft mit Öl spricht demnach nicht für eine Knappheit des wichtigen Rohstoffs. Gleichzeitig trugen Spekulationen über eine Freigabe der strategischen Ölreserven in den USA und möglicher Steigerungen bei den Fördermengen Saudi-Arabiens dafür, dass der Ölpreis den Weg nach unten antrat. Laut eines Berichts der „Financial Times Deutschland“ vom 19. September, hätte Saudi-Arabien der Bitte vieler Staaten nachgegeben und zugesagt, bis Ende des Jahres mehr Rohöl zu liefern als bisher beabsichtigt.

Als ein weiterer Belastungsfaktor für den Ölpreis könnte sich das weltweit abschwächende Wirtschaftswachstum herausstellen. Denn somit würde womöglich auch die Nachfrage nach Rohöl absinken. Dabei bleibt es entscheidend, in wie weit sich die europäischen Konjunktursorgen weiter auf die Weltwirtschaft ausweiten werden. In China lag das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal lediglich bei 7,6 Prozent, nachdem in den vergangenen Jahren regelmäßig zweistellige Wachstumsraten erreicht werden konnten. Die USA mussten im zweiten Quartal ebenfalls mit einer rückläufigen Dynamik beim Wirtschaftswachstum fertig werden. Dieses fiel mit 1,7 Prozent geringer als die 2,0 Prozent im ersten Quartal aus.

Spekulative Anleger, die auf temporär steigende Kurse bei der Ölsorte Brent Crude setzen möchten, könnten dies mit einem Wave Call der Deutschen Bank (WKN DX2EEX; Hebel 3,31; Knock-Out-Schwelle bei 75,00 US-Dollar) auf den Futures-Kurs (März 2013-Kontrakt) tun. Das Laufzeitende des entsprechenden Papiers ist der 11. Februar 2013. Spekulative, aber eher short-orientierte Anleger könnten dagegen mit dem Brent Crude Oil Future (ICE) März 2013 WAVE Put der Deutschen Bank (WKN DX2EG3; Hebel 3,96; Knock-Out-Schwelle bei 135,00 US-Dollar) auf einen fallenden Ölpreis setzen. Laufzeitende ist ebenfalls der 11. Februar 2013.

Stand: 24.09.2012/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Vice President db x-markets
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1 KOMMENTAR

  1. Große Volatilität bei den Öl-Preisen:

    Sowohl die Notierungen für die Sorte Brent als auch für die Sorte WTI fallen deutlich. Einem noch höheren Abgabedruck steht die angespannte Situation im Nahen Osten entgegen. Die Sorge vor möglichen Lieferunterbrechungen und die Furcht vor einer Eskalation mit einer damit verbundenen Unterbrechung des Nachschubs verhinderte größere Kursverluste. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostete mit 90,90 US-Dollar 0,5 Prozent weniger als am Dienstag. Brent-Öl verbilligte sich ebenfalls um 0,5 Prozent auf 109,95 USD. Brent-Öl konnte den Vortag dennoch mit leichten Kursgewinnen beenden. WTI-Öl hingegen musste leichte Verluste hinnehmen. Heute Morgen starten beide Werte mit negativen Vorzeichen in den Handel.

    Zur Stunde sinkt Brent-Öl. Die technischen Analysten rechnen mit einer Abwärtsbewegung bei Brent. Es zeichne sich über die vergangenen Handelstage weiterhin eine bärische Konsolidierung unterhalb des gebrochenen Key-Levels bei 111,51 US-Dollar ab. Daraus sollte ein weiterer Ausbruch zur Unterseite erfolgen, welcher Abgaben bis 107,10 USD und später bis 105,00 US-Dollar erwarten lasse. Ein dahingehendes Verkaufssignal werde bei einem Rutsch unter die 108,78 US-Dollar ausgelöst, was abzuwarten bleibe. Zunächst könne die Entwicklung zwischen 108,78 USD und 111,51 USD noch relativ neutral bewertet werden, wobei die bärischen Vorzeichen überwiegen würden.

    Grund für die Volatilität ist nach Einschätzung der Analysten eine Stimmungseintrübung an den Finanzmärkten. Analysten von Barclays bezweifelten, dass die jüngsten Maßnahmen in Europa, den USA und Asien die Weltkonjunktur wie gewünscht ankurbeln werden. Einige Analysten meinen, die US-Notenbank setzt mit ihrem jüngst beschlossenen Anleihekaufprogramm (QE3) ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Dies habe auch die Ölpreise zur Wochenmitte unter Verkaufsdruck gesetzt. Der Preis für US-Öl rutschte in der Spitze bis auf 90,33 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit Anfang August. Die Angebotsrisiken und die Aussicht auf frische Liquidität durch die Zentralbanken dürften einem weiteren Preisrückgang allerdings entgegenstehen, meinen beispielsweise die Analysten der Commerzbank AG. Die Experten der Commerzbank sehen derzeit gegenläufige Faktoren auf dem Ölmarkt: Stützend wirkten unter anderem Angebotsrisiken insbesondere in der arabischen Welt. Anhaltende Konjunktursorgen stellen demgegenüber eine stetige Belastung für die Ölpreise dar.Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) legte dagegen zuletzt zu. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

    Eine Prognose ist – wie im Gastkommentar angeführt – mitunter schwierig. Nur eine Rückeroberung der Marke (bei) 111,51 US-Dollar auf Schlusskursbasis konnte zu steigenden Notierungen bis 114,42 US-Dollar führen.

    Sandro Valecchi, Analyst

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